Bootsdiebstähle am Chiemsee: Zwei tatverdächtige Ungarn wurden festgenommen. - © Bilderbox/Symbolbild In der Tatnacht auf den 18. August 2010 wurden an einem Bootssteg bei Prien am Chiemsee (Lkr. Rosenheim) zwölf Außenbordmotoren von Segelbooten im Wert von insgesamt 15.000 Euro gestohlen.
Noch in der selben Nacht kontrollierte um 5.20 Uhr die Burgenländische Polizei einen ungarischen Lieferwagen kurz vor der Ausreise von Österreich nach Ungarn. Die beiden Insassen, ein 28 und ein 31 Jahre alter Ungar, führten im Fahrzeug genau zwölf Bootsmotoren mit. Da die Männer unglaubwürdige Angaben über die Herkunft der Außenborder machten, erfolgte die vorläufige Festnahme und die Sicherstellung der Aggregate.
Ferner wurden vorsorglich die deutschen Kollegen informiert, woraufhin auch Beamte der KriminalpolizeiinspektionTraunstein und der Polizeiinspektion Prien Recherchen anstellten. Obwohl zum damaligen Zeitpunkt noch keine Meldungen zu den Diebstählen vorlagen, konnten die Motoren mit Hilfe weiterer Stellen als konkretes Diebesgut von Booten an einem Priener Liegeplatz zugeordnet werden. Daraufhin wurden die beiden Tatverdächtigen von der österreichischen Justiz in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft Traunstein erließ einen internationalen Haftbefehl und beantragte die Auslieferung.
28-jähriger Ungar gestand weitere Diebstähle
Inzwischen erfolgte ein intensiver Informationsaustausch der Traunsteiner Kriminalbeamten mit den österreichischen Kollegen, um dem Duo eventuell weitere vergleichbare Delikte nachweisen zu können. Bei seiner Vernehmung gab der 28-jährige Ungar neben der Tat von 17. auf den 18. August schließlich auch zu, bereits im Juli in Übersee sowie Anfang August in Seebruck jeweils mehrere Motoren gestohlen zu haben. Der 31-jährige bestritt dagegen eine Beteiligung über die letzte Tat hinaus. Die Ermittlungen dauern an. Die Auslieferung der Beschuldigten muss noch abgewartet werden, so die Bayerische Polizei.
Die Polizei bittet die Bevölkerung, insbesondere zur Nachtzeit im Bereich von Bootsliegeplätzen der oberbayerischen Seen auf verdächtige Umstände wie z. B. auswärtige Lieferwägen zu achten und gegebenenfalls auffällige Wahrnehmungen umgehend per Notruf 110 an die Polizei zu melden sowie fotografisch zu dokumentieren.