Bieter-Feuerwerk für Bowies Kunstsammlung

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Etwa 300 Objekte kommen noch unter den Hammer
Etwa 300 Objekte kommen noch unter den Hammer - © APA (AFP)
Die 350 Werke umfassende Privatkollektion David Bowies begeistert bei der Sotheby’s-Versteigerung am Donnerstag und Freitag Kunstexperten und betuchtere Bowie-Fans aus aller Welt. Sie sind bereit, viel Geld auszugeben für ein Gemälde, eine Skulptur oder ein Designobjekt, das den Sänger und Sound-Erfinder einst beeindruckte. “David liebte, was er kaufte”, sagt eine Sotheby’s-Expertin.

Die enge Verbindung des Weltstars zu seinen mit viel Sachverstand und Leidenschaft erworbenen Kunstwerken heize wohl auch die Begeisterung für diese Privatsammlung an – und manche Bietergefechte. “Das hier ist ein Stück Geschichte”, lockt Auktionsleiter Oliver Barker, als es bei der Versteigerung eines Gemäldes von Wilhelmina Barns-Graham (1912-2004) einmal nicht so recht vorangeht mit den Geboten. Am Ende kommt auch dieses Bild der britischen Malerin, wie die meisten anderen in der Abendauktion, für einen Preis weit über den Schätzungen unter den Hammer.

Die Bowie-Sammlung biete “einen einzigartigen Einblick in die persönliche Welt eines der großartigsten kreativen Köpfe des 20. Jahrhunderts”, hatte Sotheby’s-Fachmann Barker schon vor der Londoner Auktion gesagt. Den Versteigerungsabend im vollbesetzten Saal in der New Bond Street bestreitet er mit britischer Vornehmheit, trockenem Humor und spürbarer Euphorie für den vielfältigen, auf manche auch chaotisch wirkenden Kunstgeschmack des berühmten Landsmannes aus dem Londoner Vorort. Zwischen Interessenten vor Ort, Online-Offerten und Telefon-Geboten hin und her springend, treibt er einige Erlöse auf Rekordhöhe.

Alle 47 angebotenen Werke aus der Bowie-Kollektion werden am Eröffnungsabend versteigert, der Gesamtpreis liegt inklusive Steuern bei fast 28 Millionen Euro – eine Verdoppelung der Vorabschätzungen. Allein das monumentale, auf Bowie nach eigener Aussage wie sehr gute Rockmusik wirkende Gemälde “Air Power” des US-Amerikaners Jean-Michel Basquiat (1960-1988) bringt einen Kaufpreis von acht Millionen Euro statt der erwarteten drei bis vier Millionen.

Zwei knallbunte Rundbilder des Briten Damien Hirst, zu dem Bowie eine freundschaftlich-bewundernde Beziehung pflegte, werden für mehr als 1,7 Millionen Euro ersteigert. Eines dieser Werke trägt den Titel “Beautiful, hallo, space-boy painting”, bezieht sich also direkt auf Bowies Song “Hallo Spaceboy”. Es wurde vom Sänger/Käufer höchstselbst 1995 mit Initialen und Jahresdatum versehen. Im Sotheby’s-Katalog firmiert das Bild als quasi gemeinsames Werk von “Damien Hirst mit David Bowie” – ein schönes Symbol für die äußerst enge Verbindung des Rock-Weltstars mit der ihn umgebenden zeitgenössischen Kunst.

(APA/dpa)

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