1. Juni 2012 10:44; Akt.: 1.06.2012 10:44

Boxer, Schindler, Actionheld – Schauspieler Liam Neeson wird 60

60 Jahre und kein bisschen leise: Der Ire Liam Neeson. 60 Jahre und kein bisschen leise: Der Ire Liam Neeson. - © epa

Er steht immer auf der richtigen Seite. Leinwandstar Liam Neeson ist in seinen Filmen Helfer der Unterdrückten.

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Als Michael Collins kämpft er für die Freiheit der Iren, als Oskar Schindler gegen die grausame Vernichtung seiner jüdischen Arbeiter, in seinem ersten Kinofilm “Pilgrim’s Progress” spielt er niemand geringeren als Jesus. Kurz vor seinem 60. Geburtstag am 7. Juni zeigt sich der ehemalige Boxer und Gabelstaplerfahrer nun von einer härteren Seite. Mitte April ist Neeson gleich mit zwei Actionstreifen in den Kinos gestartet, davor gab er den Gottvater Zeus im “Zorn der Titanen”. Auch nach fast vierzigjähriger Schauspielkarriere will der Nordire offenbar nicht kürzertreten.

Neeson “hasst” Geburtstage

Er selbst möchte am liebsten gar nicht an seinen 60. erinnert werden: “Ich hasse Geburtstage”, sagte er jüngst in einem Interview mit dem “Playboy”. Er fühle sich immer noch wie 40, “noch voll im Saft”. Und dass er es noch kann, beweist er in seinem neuen Abenteuerfilm “The Grey – Unter Wölfen”. In dem Action-Reißer, der zeitgleich wie sein Film “Battleship” in die Kinos kam, kämpft er sich als Biologe John Ottway nach einem Flugzeugabsturz im ewigen Eis durch Schneestürme und wehrt nebenbei noch ein paar blutrünstige Wölfe ab.

Die Figur des schwermütigen Mitarbeiters einer Ölstation, der sich eigentlich erschießen will, weil seine Frau gestorben ist, weist eine tragische Parallele zu seinem eigenen Leben auf. Auch Neeson verlor seine Frau, die Schauspielerin Natasha Richardson, nach 15 Jahren Ehe. Vor drei Jahren starb die Mutter seiner beiden Söhne Michael (16) und Daniel (15) nach einem tragischen Ski-Unfall an einer Gehirnblutung, mit gerade mal 45 Jahren. Zunächst zog sich Neeson aus der Öffentlichkeit zurück, doch dann drehte er wieder Film auf Film, darunter “Das A-Team” und “Kampf der Titanen” – seine Art der Trauerbewältigung. Anspruchsvoll zeigte er sich bei der Auswahl seiner Rollen seitdem nicht immer.

Eigentlich wollte sich der junge Neeson seinen Lebensunterhalt im krisengeschüttelten Nordirland als Boxer verdienen. Nachdem er als Jugendlicher einen Meistertitel holt, zwingt ihn ein Unfall im Ring, die Boxhandschuhe an den Nagel zu hängen. Nach einigen Semestern an der Uni ist ihm klar: Er will sein Leben der Schauspielerei widmen. Mit Anfang 20 schließt er sich in Belfast einer Theatergruppe an, über Dublin kommt er nach London – der britische Star-Regisseur John Boorman hatte ihn bei einem Theater-Auftritt für seine erste Kinorolle in “Excalibur” entdeckt.

Durchbruch als Oskar Schindler in “Schindlers Liste”

1993 dann der Sprung über den Teich: Für seine Darstellung des Fabrikanten Oskar Schindler, der Hunderten Juden das Leben rettete, erhielt Neeson sowohl eine Nominierung für den Golden Globe wie auch für den Oscar. Der Hüne mit der charakteristischen Nase – ein Boxgegner hatte sie ihm in jungen Jahren gebrochen – spielt seitdem in der erste Liga der Hollywood-Stars.

Doch langsam plagen auch den Action-Helden laut “Playboy” die ersten Zipperlein: “Ich gebe der Sache noch zwei Jahre, bevor meine Knie aufgeben”. Vielleicht waren die Dreharbeiten im eisigen kanadischen Winter doch ein bisschen zu viel für den angegrauten Star. Für seine anspruchsvolleren Fans vielleicht ein Segen. Denn weniger Action könnte auch wieder heißen: Mehr Qualitätsfilme mit Liam Neeson. (APA)



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