Britische Autoindustrie feiert Comeback

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Der neue Mini Cooper beim Pariser Autosalon
Der neue Mini Cooper beim Pariser Autosalon
Die britische Autoindustrie feiert ein Comeback. Obwohl die großen Hersteller überwiegend in ausländischer Hand sind, ist es auf der Insel gelungen, Arbeitsplätze zu erhalten und Investitionen anzuziehen. Die Folge: Erstmals seit Jahrzehnten wurden in Großbritannien vergangenes Jahr wieder mehr Fahrzeuge produziert als in Frankreich – 1,51 Millionen gegenüber 1,46 Millionen.


Damit avancierte Großbritannien zu Europas Nummer drei nach Deutschland und Spanien. Der Wert der britischen Auto-Exporte hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und im Juli wurde gerade so viel verkauft wie sonst noch nie in diesem Monat seit Beginn der Statistik in den 1920er Jahren.

Dabei wurde der Ausverkauf der britischen Firmen vor 20 Jahren – etwa die Rover-Übernahme durch BMW – noch als nationale Katastrophe in den Medien beschrieben. In Frankreich gab es einen solchen Ausverkauf nicht, auch weil der Staat dies nicht zuließ. Peugeot und Renault waren lange erfolgreich und sorgten dafür, dass die Branche in Frankreich deutlich mehr produzierte als auf der Insel.

Dies hat sich aber geändert. Der neue französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron räumte gerade ein, dass die heimische Branche, die sich derzeit auf dem Autosalon in Paris in Szene setzt, massiv an Boden verloren hat. Die Antwort darauf seien aber nicht weniger staatliche Investitionen, sondern mehr – beispielsweise um spritsparende Modelle zu fördern. Außerdem war die Regierung in Paris zuletzt bei Peugeot eingestiegen, um den angeschlagenen VW -Rivalen am Leben zu halten.

Dagegen steht der britische Ansatz, bei dem sich die Politik weitgehend raushält. Das führte zwar dazu, dass Jaguar und Land Rover mittlerweile zum indischen Anbieter Tata Motors gehören. Wirtschaftsminister Vincent Cable sagt, trotzdem profitiere Großbritannien von seiner Offenheit. Ausländische Unternehmen investierten hier viel mehr als anderswo. Und so entstehen auf der Insel neue Jobs in der Branche.

Der starke Staatseinfluss und umfangreiche Arbeitnehmerrechte machten Frankreich zu schaffen und Großbritannien interessanter, erläutert der deutsche Auto-Experte Arndt Ellinghorst vom Londoner Analysehaus ISI. Auf der Insel seien die Beschäftigten genauso gut ausgebildet, aber wesentlich motivierter. Außerdem sei die Besteuerung für Firmen viel attraktiver. “Nennen Sie mir nur einen Grund, warum man in Frankreich produzieren sollte?”

Nach Berechnungen des Analysehauses Bernstein Research sind britische Arbeiter bis zu doppelt so produktiv wie ihre Pendants in Frankreich. In der BMW-Fabrik in Oxford stellte zum Beispiel jeder Arbeiter vergangenes Jahr im Schnitt rund 46 Mini her, während es bei Peugeot Citroen in Sochaux nur 23 Wagen waren.

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