Bürgermeister im Südosten der Türkei festgenommen

Zwei Bürgermeister im mehrheitlich kurdischen Südosten der Türkei sind unter dem Verdacht festgenommen worden, Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu unterhalten. Der Ko-Bürgermeister von Mardin, Ahmet Türk, und der Ko-Bürgermeister der Stadt Artuklu, Emin Irmak, wurden am Montag im Rahmen von Ermittlungen gegen den “Terrorismus” in Gewahrsam genommen.

Irmak und Türk gehören beide der prokurdischen Demokratischen Partei der Regionen (DBP) an, die eng mit der Demokratischen Partei der Völker (HDP) verbunden ist. Türks weiblicher Gegenpart, Februniye Akyol, gehört der aramäischen Minderheit an und war – bis Mardin unter Zwangsverwaltung gestellt wurde – die einzige christliche Bürgermeisterin der Türkei. Türk und drei weitere Bürgermeister im Südosten waren am Donnerstag abgesetzt und die Gemeinden unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt worden.

In den vergangenen Wochen hatte die Regierung bereits dutzende gewählte prokurdische Bürgermeister suspendiert oder festgenommen und durch Verwalter ersetzt. Möglich wurde dies durch den Ausnahmezustand, der in der Folge des gescheiterten Militärputsches vom 15. Juli verhängt worden war.

Vor den aktuellen Festnahmen waren nach HDP-Angaben 53 Bürgermeister abgesetzt und 39 weitere festgenommen worden. Auch die beiden Ko-Bürgermeister der inoffiziellen Kurdenhauptstadt Diyarbakir wurden im Oktober festgenommen. Die Kommunen unter DBP-Verwaltung haben alle eine Doppelspitze, bestehend aus einem Mann und einer Frau. Das Vorgehen gegen die Kurdenpolitiker, die bei den Kommunalwahlen 2014 gewählt worden waren, sorgt seit Wochen für Protest und Kritik.

(APA/dpa/ag.)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen