Bullen-Kapitän Walke: “Müssen uns weiterhin den Arsch aufreißen”

Red Bull-Keeper Alexander Walke sieht die Meisterschaft als noch nicht entschieden an.
Red Bull-Keeper Alexander Walke sieht die Meisterschaft als noch nicht entschieden an. - © GEPA/Red Bull
Der FC Red Bull Salzburg marschiert weiter Richtung Titel. Die Bullen überrollten am Sonntag die Wiener Austria von Ex-RB-Nachwuchscoach Thomas Letsch mit 5:0. Salzburg-Keeper Alexander Walke will trotz des Acht-Punkte-Polsters auf den zweitplatzierten Sturm Graz noch nicht von der Meisterschaft sprechen: “Wir müssen uns auch weiterhin den Arsch aufreißen.“

Unbeirrte Salzburger haben am Sonntag in der 27. Runde der Fußball-Bundesliga ihren Marsch zum fünften Meistertitel in Folge fortgesetzt und den neugestarteten Motor der Wiener Austria mit einem 5:0 wieder abgewürgt. Die Veilchen hatten auch gegen eine veränderte Bullen-Elf keinen Auftrag, glauben aber weiterhin an die Europacupchance. Bei Salzburg regierte trotz des Torfestivals Nüchternheit.

Lainer spricht von “überragender Woche”

“Den Deckel können wir noch lange nicht draufmachen auf die Meisterschaft. Wir müssen uns auch weiterhin den Arsch aufreißen”, mahnte Salzburg-Tormann Alexander Walke drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League. Für Außenverteidiger Stefan Lainer endete mit dem zweiten 5:0-Erfolg der Saison – der andere gelang am 19. November gegen Sturm – eine “überragende Woche”. Von einem lockeren Sieg gegen die Wiener wollte niemand sprechen. “Es war für uns kein Schongang”, erklärte Lainer. Hannes Wolf, im Vergleich zum Spiel gegen den Dortmund einer von fünf “Neuen” in der Startelf bestätigte: “In der ersten Hälfte haben wir uns schwergetan, hatten auch wenig Ballbesitz.”

Letsch setzte auf Fünferkette

Tatsächlich sorgte die Elf von Marco Rose nach der frühen Führung durch Andre Ramalho (17.) bis zur Pause nur noch selten für Gefahr, tat sich gegen die erstmals unter Neotrainer Thomas Letsch gespielte violette Fünferkette schwer. Die Austria freilich trat offensiv praktisch überhaupt nicht in Erscheinung. Das änderte sich zwar nach der Pause, weil der ehemalige Salzburger-Interimscoach Letsch auf eine Viererkette umstellte, zum Erfolg führte aber auch das nicht. Mit dem 2:0 durch Doppeltorschütze Takumi Minamino war die Partie praktisch gelaufen. “Das Spiel war im Prinzip bis zum 0:2 ausgeglichen”, stellte Letsch fest.

Länderspielpause steht an

Für seinen deutschen Landsmann Rose war das zweite Tor der Knackpunkt. “Meine Jungs haben dann die zweite, dritte Luft bekommen, hatten richtig Spaß am Spiel, und dann wird es gegen uns schwierig”, meinte er nach dem 34. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie. “Eigentlich würde ich gern weiterspielen, weil wir einen richtig guten Lauf haben, aber wichtig ist jetzt einmal, durchatmen zu können, Zeit zu haben, um runterzufahren.” Jene seiner Kicker, die nicht in diversen nationalen Auswahlen stehen, haben nun zumindest die Möglichkeit, die Akkus wieder aufzuladen – Rose gibt ihnen am kommenden Wochenende bzw. Montag frei. Schließlich warten zwischen 31. März und 8. April die Partien gegen den WAC, bei Lazio Rom und gegen den LASK.

Austria will ins internationale Geschäft

Viel Arbeit ist jedenfalls bei der Austria gefragt, die nach zwei ungefährdeten Siegen über die Liga-Prügelknaben WAC und St. Pölten wieder auf den Boden zurückgeholt wurde. “Das Ergebnis ist absolut enttäuschend”, lautete das Fazit von Letsch, dessen Truppe vor einem schwierigen Triple gegen Altach, Sturm und Rapid steht. “Lamentieren wäre jetzt der völlig falsche Ansatz, wir müssen das Selbstvertrauen aus den vorangegangenen Spielen für das letzte Viertel mitnehmen”, forderte Letsch. Der Rückstand auf einen Europacupplatz beträgt neun Runden vor Schluss zehn Punkte. “So lange es rechnerisch möglich ist, glauben wir alle an eine Europacup-Teilnahme.”

Austria-Sportdirektor Wohlfart wütend

Einer, der mit Kritik hingegen nicht sparte, war Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Der Auftritt habe ihm gezeigt, “dass einige uns nicht zuhören, es sie gar nicht mehr interessiert, sie mit dem Kopf nicht mehr dabei sind”, sagte er gegenüber der Krone. Er habe einen Offenbarungseid im Hinblick auf die kommende Saison gesehen: “Wenn einige nicht mehr wollen, werden sie bald nicht mehr das Austria-Leibchen tragen.”

(APA)

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