Bundespräsident Fischer zu Besuch in Irland

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Der Bundespräsident verreist
Der Bundespräsident verreist
Die Debatte über einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens wird auf der Nachbarinsel Irland mit großer Sorge betrachtet. Dies wurde am Montag auch bei einem Treffen von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem irischen Präsidenten Michael D. Higgins in Dublin deutlich. “Die Iren haben ein leichteres Leben, wenn Großbritannien in der EU drinnenbleibt”, resümierte Fischer.


Zwar ist das irisch-britische Verhältnis historisch vom Befreiungskampf gegen die Kolonialmacht geprägt, doch verweisen Diplomaten auf die enge Verwobenheit der Volkswirtschaften Großbritanniens und Irlands. Der britische Premier David Cameron hatte im Sommer rund um die Diskussion um die Bestellung des Luxemburgers Jean-Claude Juncker zum EU-Kommissionspräsidenten einen EU-Austritt des Vereinigten Königreiches zur Diskussion gestellt. Cameron hatte die Bestellung Junckers strikt abgelehnt, weil er dessen Ideen zur europäischen Integration als zu weitreichend empfindet.

Fischer, der am morgigen Dienstag auch noch Regierungschef Enda Kenny treffen und ein bilaterales Business-Forum eröffnen wird, betonte die “vielen historischen Gemeinsamkeiten” beider Länder. So seien viele Offiziere der k.u.k.-Armee irischstämmig gewesen. In der Gegenwart seien die beiden “mittelgroßen europäischen Länder” durch die Neutralität und oft durch “ähnliche Positionen” in Gremien der EU oder der Vereinten Nationen miteinander verbunden. Das gelte etwa für Themenbereiche wie den Nahost-Konflikt, wo beide Länder versuchen würden, “ausbalancierte Positionen” gegenüber Israelis und Palästinensern einzunehmen.

Als “beeindruckend” bezeichnete Fischer, wie sich Irland aus der Wirtschaftskrise “herausgewurschtelt” habe, auch wenn die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nach wie vor ein großes Thema sei. Eire war 2010 unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft und hatte diesen im Dezember 2013 wieder verlassen.

Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz (WKÖ) erinnerte in diesem Zusammenhang, dass Irland seither ein stetes Wirtschaftswachstum aufzuweisen habe. Das biete auch Chancen für Österreich. “Der bilaterale Handel betrug zuletzt fast zwei Milliarden Euro.” Ein Ziel müsse es nun beispielsweise sein, auch den Tourismus wieder anzukurbeln und mehr Iren als Touristen nach Österreich zu bringen. “Derzeit sind es 30.000 bis 35.000 pro Jahr. Wir würden uns freuen, wenn es mehr wären”.

Der Wiener Arbeiterkammer-Direktor Werner Muhm (AK) erinnerte indes daran, dass auch in Irland noch nicht alles eitel Wonne sei. So müsse man bedenken, dass viele – vor allem junge – Menschen während der Krise das Land verlassen hätten. “Seit 2008 waren es über 300.000”. Die Republik Irland hat rund 4,6 Millionen Einwohner.

Begleitet wird Fischer auch von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Sie will sich bei dem Besuch über das irische Bildungssystem informieren. Schwerpunkte seien dabei unter anderen die Themen “Schulautonomien” oder “Lehrlingsaustausch”. Auch die Partnerschaften zwischen österreichischen und irischen Schulen können intensiviert werden, meinte Heinisch-Hosek in Dublin gegenüber Journalisten.

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