Burgtheater-Direktion vor Entscheidung

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Bergmann gilt als Favoritin
Bergmann gilt als Favoritin
Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) gibt am Dienstag seine Entscheidung über die künftige Burgtheater-Direktion bekannt. Zuletzt haben sich die Anzeichen verdichtet, dass die seit 19. März interimistisch agierende Direktorin Karin Bergmann eine reguläre Chance bekommen wird. Für die 61-jährige Theaterexpertin spricht vor allem ihre Erfahrung am Haus und ihre große Akzeptanz im Ensemble.


Karin Bergmann kam 1986 als Pressesprecherin des neuen Burgtheater-Direktors Claus Peymann nach Wien. Nach einem Zwischenspiel bei den Vereinigten Bühnen Wien und an der Volksoper holte sie Klaus Bachler 1999 wieder an die Burg zurück, wo sie zehn Jahre lang als seine Stellvertreterin tätig war und in der Saison 2008/2009, als Bachler bereits an der Bayerischen Staatsoper in München arbeitete, de facto auch das Haus führte.

Nach einem Jahr als Stellvertreterin des neuen Direktors Matthias Hartmann verabschiedete sie sich im Sommer 2010 in die Pension und wurde von Ostermayer als Trouble-Shooterin zurückgeholt. Sie habe sich nicht beworben, versicherte sie bei ihrer ersten Spielplan-Pressekonferenz. Dass sie aber dafür zu überreden wäre, zweifelte kaum jemand an. Klar ist: Das Ensemble steht hinter ihr. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass im Zuge des nächsten Rechnungshofberichts und der Arbeitsgerichts-Prozesse der entlassenen Burg-Geschäftsführer Matthias Hartmann und Silvia Stantejsky auch ihr Name immer wieder fallen wird und der Neuanfang diskreditiert werden könnte.

Der zweite Name jenes Vorschlages, den die Findungskommission dem Minister übergeben hat, dürfte Wilfried Schulz lauten. Der 62-Jährige ist ein versierter Theatermann und auch in der Führung großer Bühnenbetriebe erfahren. Seit 2009/10 ist er Intendant des Staatsschauspiels Dresden und hat dort Erfolge bei Kritik und Publikum erzielen können. Seine Karriere begann der in Falkensee bei Berlin Geborene als Dramaturg unter Ivan Nagel in Stuttgart, danach unter Frank Baumbauer in Basel und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 2000 bis 2009 bewies er als Intendant in Hannover, dass er nicht nur Spielpläne zimmern, Autoren fördern und Erfolgsproduktionen betreuen, sondern auch ein Theater eigenständig leiten kann. Schulz hat Verhandlungen mit dem Burgtheater bestätigt. Er ist allerdings auch für die Nachfolge von Günther Beelitz am Düsseldorfer Schauspielhaus im Gespräch – für manche Fachleute die passendere Job-Variante für den Experten, dem solide künstlerische Arbeit konzidiert, aber wenig Strahlkraft nachgesagt wird.

Außenseiter-Chancen hat Michael Thalheimer, einer der renommiertesten Regisseure des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters und im Vorjahr für seine Burgtheater-Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals “Elektra” mit einem Nestroypreis ausgezeichnet. Der in Frankfurt/Main Geborene hat eine steile Regie-Karriere hingelegt, wäre mit 49 Jahren auch deutlich jünger als seine Konkurrenten und hat durchaus Ambitionen, sich an der Spitze eines großen Hauses zu bewähren.

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