Canadi hat sich das Rapid-Traineramt “anders vorgestellt”

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Damir Canadi will seine Mannschaft wieder aufrichten
Damir Canadi will seine Mannschaft wieder aufrichten - © APA
Damir Canadi steht auch nach dem vierten Spiel als Rapid-Trainer noch immer ohne Sieg da. Der Vizemeister erreichte am Mittwochabend beim Tabellenschlusslicht in Mattersburg nur ein 1:1. Damit blieben die Hütteldorfer im November sieglos, holten nur am Monatsbeginn mit dem 2:2 in der Europa League bei Sassuolo und nun im Burgenland einen Zähler. Dazwischen setzte es vier Niederlagen en suite.

Die erste davon, die 0:1-Heimpleite gegen den WAC, kostete Mike Büskens das Traineramt bei Rapid. Die Nachfolge des Deutschen trat der vom nunmehrigen Tabellenführer Altach geholte Canadi an. Der 46-jährige Wiener hatte zu Beginn seiner Amtszeit bei den Grün-Weißen gleich drei Niederlagen hinnehmen müssen. “Es ist nicht mühsam, Rapid-Trainer zu sein, natürlich hätte ich es mir anders vorgestellt”, meinte Canadi nach dem Remis und Rückfall auf Platz sieben gegenüber Sky.

Wie schon Vorgänger Büskens bemängelt auch der Ex-Altach-Erfolgscoach die chronische Ineffizienz der Rapidler im Abschluss. “In der 45. Minute müssen wir finalisieren, und Kvilitaia versucht den Tormann zu überheben. Dann gehst du mit einem 1:0 in die Pause. Gleich nach der Pause hat Schaub die große Chance – dann steht es 2:0, und so gewinnst du solche Spiele. Und in der 92. Minute müssen wir den Stanglpass konsequenter spielen”, erinnerte Canadi daran, dass vor und nach dem Wechsel sowie kurz vor dem Schlusspfiff wieder einmal “Hunderter” leichtfertig verschleudert worden waren.

Diese Nachlässigkeit wurde erneut mit einem Rückstand, der aus einem Freistoß des Spaniers Jano in der 72. Minute resultierte, bestraft. Doch “Joker” Philipp Malicsek stach und erzielte nur vier Minuten später das 1:1. “Positiv war, dass wir den Rückstand gleich ausgleichen konnten”, betonte Canadi, der nun am Samstagnachmittag im Heimspiel gegen den Vorletzten SKN St. Pölten endlich den ersten Dreier einfahren will. Rapid ist allerdings auch in der Heimtabelle mit lediglich elf Punkten aus acht Spielen nur Siebenter. Und im zweiten Saisonviertel ist der Vizemeister mit bisher mickrigen fünf Zählern überhaupt das Schlusslicht.

“Natürlich sind wir nicht zufrieden, man merkt die Verunsicherung im Kombinationsspiel. Die Mannschaft ist mehr verunsichert als erwartet, und dann muss man auch einmal einen Schritt zurückgehen, und ich werde der Mannschaft die Hilfestellung geben”, kündigte Canadi an. “Ich freue mich auf diese Aufgabe nach wie vor, und wir werden schauen, dass wir noch mit den nötigen Punkten in den Winter kommen. In dieser Phase kann die Mannschaft sehr viel lernen und mitnehmen. Wir müssen diese Situation annehmen, und ich werde der Mannschaft Lösungen anbieten”, erläuterte der Rapid-Coach, wie er den Abwärtstrend stoppen will.

Mattersburg verringerte den Abstand auf Aufsteiger St. Pölten, der im Heimspiel gegen den WAC in ein verdientes 0:4-Debakel schlitterte, auf drei Zähler. Trainer Ivica Vastic sprach zwar von einer gerechten Punkteteilung, trauerte aber auch dem Sieg nach. “Schade für uns, weil wir in Führung gegangen sind, vielleicht haben wir zu viel Kraft beim Jubeln verbraucht und dann so schnell den Ausgleich bekommen”, kritisierte der ÖFB-Ex-Internationale seine Spieler, die nun am Samstag beim Achten in Ried gefordert sind.

(APA)

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