“Cannabis Social Club”: Verein in Salzburg will Cannabis anbauen

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“Cannabis Social Club”: Verein in Salzburg will Cannabis anbauen
Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis reißt seit Wochen nicht mehr ab. Die Stimmen der Befürworter werden immer lauter. Auch in Salzburg tut sich was: Der neu gegründete Cannabis Social Club, ein legaler, eingetragener Verein, will Cannabis als Arzneipflanze anbauen, um Patienten zu versorgen – in einem ersten Schritt. Im zweiten Schritt soll dann jeder Zugang zu Gras bekommen.




Die positive Wirkung von Cannabis als Medizin ist längst unumstritten. Laut dem Österreichischen Hanfverband soll Hanf bei rund 250 Symptomen helfen, wie etwa bei der Krebs- und Schmerzbekämpfung, bei Depressionen oder dem Tourette-Syndrom. Der Grund: Der Körper hat ein eigenes Cannabinoid-System. Das Endocannabinoid-System (so wird es wissenschaftlich genannt) ist Teil des Nervensystems und besteht aus Rezeptoren, bei denen die Inhaltsstoffe der Pflanze andocken und so die Selbstheilungskräfte von Patienten aktivieren. Vor allem Schmerzpatienten können mit dem Konsum von Hanf ihre Schmerzen deutlich lindern, ohne andere starke Medikamente, wie etwa Morphium, einnehmen zu müssen. Für viele Leidende, die Lösung – wäre sie nur legal. Und genau hier setzt der Cannabis Social Club Salzburg (CSCS) an.

Cannabis Social Club: Genehmigter Verein

Der Cannabis Social Club Salzburg (CSCS) wurde am 17. März dieses Jahres offiziell gegründet. Der Club in Salzburg war der erste in Österreich, mittlerweile gibt es noch einige im Raum Wien, weitere in ganz Österreich sollen folgen. Beim CSCS handelt sich dabei um einen eingetragenen, polizeilich genehmigten, gemeinnützigen und unparteiischen Verein. „In einem ersten Schritt sollen in dem Verein Patienten Zugang zu Cannabis als Arzneipflanze bekommen, ohne kriminalisiert zu werden. Der CSCS will dabei nicht Verkaufsstelle, sondern eine Selbstversorgungsstelle sein“, erklärt der stellvertretende Obmann vom CSCS und Obmann von legalize.eu, Mario Danne,  im Interview mit SALZBURG24. Das Konzept dazu kommt aus Spanien und ist einfach zu beschreiben: „Je mehr Konsumenten ihren Eigenbedarf selbst herstellen, desto kleiner wird der illegale Markt.“ Und das heißt eben auch, dass der CSCS in einem zweiten Schritt Anlauf- und Beratungsstelle für alle Cannabis-Konsumenten ab 18 Jahren sein soll.

“Kommt vorbei, und holt euer Cannabis!”

Wer aber jetzt denkt, dass Salzburg bald ein Kiffer-Paradies ist, der täuscht sich. Denn der CSCS steckt noch mitten im Aufbau. So will man noch keine Mitglieder bekannt geben, „um sie zu schützen“, so Danne. „Wir haben aber einige Unterstützer und Aktive, die mithelfen. Auch gibt es Patienten, die sich bereits bei uns melden. Wir sind aber noch nicht in dem Status, dass wir sagen, ‚kommt vorbei und holt euer Cannabis’“.

Genehmigung für Anbau fehlt noch

Auch die Genehmigung, Cannabis legal anzubauen, fehlt noch. Danne ist aber zuversichtlich dass der Bescheid im Rahmen einer Studie oder eines Modellversuchs bald erteilt wird. Überhaupt geht Danne davon aus, dass die Legalisierung von Cannabis in Österreich nicht mehr aufzuhalten ist. „In spätestens einem Jahr muss das für Patienten zugelassen sein und in drei bis vier Jahren müssen wir die komplette Legalisierung durchhaben“, schätzt er.

Noch sei die Gesellschaft aber nicht soweit, „ob ich abends mal ein Bierchen trinke oder ein Tütchen rauche, ist doch vollkommen egal. Da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht und Cannabis wird mit harten Drogen verglichen“.

Cannabis macht nicht süchtig

Im Gegensatz zu Alkohol, Tabak oder Tabletten kann Cannabis zwar nicht körperlich süchtig machen, das heißt: Der Körper verlangt den Stoff nicht. Die Gefahr der psychischen Abhängigkeit besteht allerdings auch bei Cannabis. Mit dem Verbot von Cannabis, das in den 30er-Jahren von den USA ausging und vor dem Hintergrund der aufstrebenden Pharma- und Kunststoffindustrie gesehen werden muss, werde der Missbrauch aber nicht verhindert. Ganz im Gegenteil: „Gerade für viele Jugendliche ist genau das der Reiz“, so Danne. Verbote schaffen keine Aufklärung und – geht es nach Danne – könne man nur mit Aufklärung und Beratung, wie in den Cannabis Social Clubs, die es bald in ganz Österreich geben soll, den Missbrauch von Cannabis verhindern.

CSCS sucht noch Unterstützer

Für die Aufbauphase sucht der CSCS noch ein Vereinslokal in der Stadt Salzburg, Leute, die Erfahrung mit Cannabis als Arzneipflanze haben sowie Ärzte und Heilpraktiker, die sich trauen, ihre Fälle öffentlich zu machen. Interessierte können sich direkt an den CSCS wenden: Kontakte und alle Infos zum Cannabis Social Club im Überblick.

(SALZBURG24)

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