Chirurg nach OP-Tod von Bürgermeister vor Gericht

Am Landesgericht Eisenstadt muss sich am Dienstag jener Chirurg verantworten, der die Operation bei dem im März verstorbenen Bürgermeister von Neuberg (Bezirk Güssing), Daniel Neubauer (ÖVP), durchgeführt hat. Dem Mann wird vorgeworfen, bei der Revisionsoperation die falsche Eingriffsmethode gewählt zu haben. Der Arzt bekannte sich nicht schuldig.

Der Neuberger Bürgermeister hatte sich einer Blinddarmoperation unterzogen, nach dieser war es zu Nachblutungen gekommen worauf eine zweite, sogenannte Revisionsoperation notwendig war. Bei dem Prozess am Dienstagvormittag ging es um die Frage, wie stabil der Zustand des Patienten zu diesem Zeitpunkt war. Laut dem Chirurgen war Neubauer ansprechbar und nicht weiter auffällig. Daher habe er sich für einen minimal-invasiven Eingriff entschieden. Auch der Anästhesist habe keine Bedenken diesbezüglich geäußert.

Während der Operation habe sich der Zustand des Bürgermeisters aber massiv verschlechtert, es sei zum Herzstillstand gekommen. Erst nachdem der Patient stabilisiert wurde, konnte man weiter operieren und die Ursache für die Blutung feststellen, meinte der Chirurg. Eine befragte Krankenschwester zeichnete jedoch ein anderes Bild. Bereits mehr als eine Stunde vor der Operation habe der Patient über Übelkeit und Kaltschweiß geklagt.

(APA)

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