Christoph Ferch: Schützer des Weltkulturerbe Salzburg macht Politik

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Christoph Ferch will mit Unabhängigkeit punkten.
Christoph Ferch will mit Unabhängigkeit punkten. - © Neiumayr
Der Weg in die Politik führte für Christoph Ferch (Liste Bürger für Salzburg) über seinen Widerstand gegen ein Bauprojekt auf dem Rehrlplatz. Als betroffener Anrainer setzt er sich seit 2011 für eine “welterbeverträgliche Bebauung” ein. Im März 2014 trat er mit seiner Liste erstmals zur Wahl an und zog als Ein-Mann-Fraktion in den Gemeinderat der Stadt Salzburg ein.

Weil der damalige Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) die 25.000 Protestunterschriften der “Aktion Rettet Salzburg” gegen das Bauprojekt am Rande der Altstadt aus Termingründen nicht entgegennahm, beschloss Ferch in die Politik zu gehen. Der Schutz des Weltkulturerbes in Salzburg steht seither ganz oben auf seiner Agenda. Im Jahr 2014 veröffentlichte er zusammen mit Kurt Luger das Buch “Die bedrohte Stadt – Strategien für menschengerechtes Bauen in Salzburg”.

Ferch will “menschengerechtes Bauen”

Vorrangiges politisches Ziel ist für den 58-Jährigen ein “menschengerechtes Bauen, der Schutz der Altstadt und Lebensqualität für alle”. Als großen Erfolg bezeichnet er die Entscheidung des Welterbekomitees der UNESCOvom Juli 2017. Die Organisation sprach sich für eine Umplanung mit deutlicher Reduktion des Volumens und der Bauhöhen sowie größerer Einfügsamkeit der geplanten Fassaden und Fenstergrößen beim Rehrlplatz-Projekt aus.

Ferch engagiert sich für junge Künstler

Christoph Ferch wurde am 4. August 1959 in der Stadt Salzburg geboren. Der Vater von vier erwachsenen Kindern wohnt mit seiner Frau Alexandra in der Arenbergstraße in Salzburg. Er ist Geschäftsführer der Neustein KG und engagiert sich im Bereich Kultur für die Förderung junger Künstler durch den Kulturverein Neustein. Erholung findet er zu Hause bei der Gartenarbeit, körperlich fit hält er sich mit Berglaufen. Seine Frau unterstützt ihn im Wahlkampf, in dem sie für ihn Organisatorisches erledigt.

Herbert Fux als politisches Vorbild

Ferchs politisches Vorbild ist der am 13. März 2007 verstorbene Ex-Gemeinderat der grünen Bürgerliste Herbert Fux. “Er hat die Salzburger Altstadt vor baulichen Eingriffen verteidigt.” Nach dessen Ausscheiden habe Bürgerliste-Stadtrat Johann Padutsch “seit Jahrzehnten das Zubetonieren gefördert”. Sein Wahlkampfmotto lautet “als parteiunabhängiger Kandidat Zusammenführen statt Blockieren”. Politiker anderen Couleurs im Gemeinderat zollen Ferch durchaus Respekt.

Trotz magerer Umfrageergebnisse zuversichtlich

Ferch tritt trotz magerer Umfrageergebnisse von ein bis vier Prozent mit Zuversicht zur Bürgermeisterwahl an. Egal welches Ergebnis er bei der Wahl auch einfährt, Ferch will in der Politik bleiben. Ferch warnt vor einer Schuldenanhäufung. Bis jetzt sei die Stadt finanziell gut da gestanden, Heinz Schaden (SPÖ) habe als Bürgermeister die Schulden abgebaut. Er jedenfalls würde “Prestigeprojekte” wie das neue Paracelsus-Hallenbad oder den Bildungscampus Gnigl ablehnen, sagte Ferch. “Eine Sanierung der durchaus wertvollen Bestandsgebäude wäre kostengünstiger gewesen.” Auch zweifle er daran, ob der Ausbau der Kinderbetreuung der richtige politische Weg sei.

Maßnahmen zur Lösung des Verkehrsproblems

Gegen das Verkehrs- bzw. Pendlerproblem hat Ferch folgendes Rezept parat: Ein bundeslandweites Öffi-Jahresticket um 365 Euro, leistungsfähigerer Öffi-Verkehr mit Bahnunterstützung, Auto- und Busparkplätze sowie Bahn- und E-Autos-Ladestationen und Radtunnels in den Stadtbergen. “Man könnte zu Fuß ins Zentrum gehen. Die Altstadt muss vom Durchzugverkehr befreit werden, aber erreichbar bleiben.”

(APA)

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