28. September 2009 14:59; Akt.: 28.09.2009 14:59

Comeback von Schild verzögert sich erneut

Nach dem Trümmerbruch macht nun eine Beinhautentzündung Sorgen. Nach dem Trümmerbruch macht nun eine Beinhautentzündung Sorgen. - © Neumayr
Slalomqueen Marlies Schild wird in ihrer Comeback-Arbeit von einer Beinhautentzündung gebremst. Die ehrgeizige Salzburgerin muss deswegen eine erneute Zwangspause einlegen. In diesem Winter wird sie mit einem Nagel im Bein fahren.

Die 28-Jährige Saalfeldnerin hat nach ihrem Trümmerbruch im Schienbein vor einem Jahr hart trainiert und eine Beinhautentzündung davongetragen. Die Rückkehr in den Weltcup beim Slalom in Levi ist das Ziel, auch für Cheftrainer Herbert Mandl ist das realistisch:

“Es ist eine sehr schwere Verletzung, das war von Anfang an klar. Sie hat einen Nagel drinnen, und bei ihr ist das so schwerwiegend, dass der Nagel für diesem Winter nicht rausgenommen werden kann. Sie muss die Saison mit dem Nagel probieren, die Erfahrung hat gezeigt, dass das bei vielen anderen Athleten eine Schwierigkeit war”, gab Mandl zu bedenken. Er sei aber über die Entwicklung im August sehr positiv überrascht, das habe er so nicht erwartet, dass Schild bereits so schnell wieder so viel auf Skiern machen könne und es so gut gehe.

Die nun aufgetretene Beinhautentzündung sei ein kleiner Einbruch. “Meines Erachtens ist sie ein bisserl zu viel gefahren. Mit ihrem Ehrgeiz hat sie es fast ein bisschen übertrieben”, sagte Mandl, der zugab, seine Athletin immer wieder “bremsen” zu müssen. Diese selbst kann da nicht widersprechen. Nun muss sie wohl noch zwei Wochen mit Schneetraining pausieren, damit sie sich ob der großen Schmerzen nicht ein schlechtes Bewegungsbild einlernt.

Den Möglichkeiten und Ambitionen im Slalom sollte die ungewollte Auszeit aber keinen Abbruch tun. Mandl: “Technisch hat Marlies keine Einbußen, wettkampfmäßig wird sie sich sicher ein bisserl herantasten müssen, dass sie Risiko gehen und richtig draufdrücken kann, aber da ist noch genug Zeit bis Levi.” Prinzipiell sehe er aber kein Problem, die Pinzgauerin sollte die Saison durchstehen.

Die Lebensgefährtin von Benjamin Raich, die zwei WM-Silbermedaillen in ihrer besten Disziplin gewann und zweimal den Spezialweltcup holte, wird sich nach Absprache mit den Trainern auf den Torlauf konzentrieren, denn sie muss ihre “Kräfte einteilen”, wie sie zugibt. Schild wird im Winter zwischen den Rennen Pausen brauchen, damit das Bein regenerieren kann. An die 17 Schneetage hat die Atomic-Pilotin bereits hinter sich, auf Skitechniktraining folgte Stangenfahren, Versuche gab es auch im Riesentorlauf, doch die fielen zaghaft aus. “Die Verletzung ist ihr im Riesentorlauf passiert, da merkt man noch eine Barriere, da kann sie sich noch nicht überwinden”, hatte Mandl beobachtet.

Schild wird die Saison nicht gänzlich schmerzfrei über die Bühne bringen können, spüren wird sie die schwere Verletzung immer, doch die Saalfeldnerin versteht es laut Mandl, “mit einem relativ hohen Schmerz-Level zu fahren.” Sollte sich Schild nach der Olympiasaison zu einer Fortsetzung der Karriere entschließen, wird sie wahrscheinlich den Nagel entfernen müssen. “Schon wegen der Verträglichkeit, es ist nicht sinnvoll, ihn für weitere Jahre drinnen zu lassen”, meint Mandl. Aber nun steht erst einmal das Comeback am 14. November im Hohen Norden im Vordergrund. “Da wäre ich wirklich gerne dabei”, ist die Hoffnung von Schild.


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