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Containerstadt auf dem Dach der Uni?

Containerstadt auf dem Dach der Uni?
Salzburg Stadt - Aufgrund der viel zu kleinen Dimensionierung wird bereits vor Fertigstellung des neuen Uniparks nach Alternativen gesucht.

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Nur eine Woche nach der prominent besuchten Gleichenfeier im neuen Unipark Nonntal steht ein neuer Vorschlag zur Debatte. Um dem Platzmangel Herr zu werden soll auf dem Dach des neuen Gebäudes eine Containerstadt entstehen.

Geradezu begeistert von der Idee zeigt sich der Grüne Stadtrat Johann Padutsch. „Das könnte ein neues städtebauliches Highlight werden“, nimmt es Padutsch mit Humor. „Der Vorstoß verdeutlicht die Dringlichkeit des Problems. Während die Stadt Salzburg ihren Beitrag vollauf erfüllt, beweisen die Bundesregierung und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl einmal mehr, dass sie für Bildung und Wissenschaft wenig übrig haben“.

Die ÖH unterstreicht die Notwendigkeit der Flächenvergrößerung und nimmt den Bund in die Pflicht. „Es wurde uns versichert, dass alle für die Aufstellung der Container notwendigen baulichen Einrichtungen vorgenommen wurden“, erklärt Simon Hofbauer vom Organisationsreferat der ÖH.

„Bedenklich ist die angedachte Finanzierung. Über Werbung auf den Containern könnte nun das finanziert werden, wofür der Bund nicht zahlen will. Wir treten entschieden gegen die Omnipräsenz von Werbung in allen Lebensbereichen auf“, betont Alexander Rehbogen, Referent für Gesellschaftspolitik der ÖH Salzburg. Außerdem solle man angesichts des prominenten Standorts auch ans Stadtbild denken: „Es würde doch auch niemandem einfallen, eine große Cola-Leuchtreklame auf der Festung anzubringen“, so der Studierendenvertreter weiter.

Eine Erhebung vor Baubeginn hatte einen Platz-Bedarf von 23.000 Quadratmeter ergeben. Realisiert wurden schlussendlich nur 17.000 Quadratmeter. Nach den Budgetkürzungen durch das Wissenschaftsministerium sieht man sich im neuen Unipark mit massivem Platzmangel konfrontiert. Obwohl die Studierendenzahlen massiv gestiegen sind, entspricht die Gesamtfläche des neuen Gebäudes exakt der Größe der aktuell genutzten Plattenbauten aus den 60er Jahren.

Weder eine Kinderbetreuungseinrichtung noch eine angemessene Kantine wird es im Unipark geben. „Die weit über 5.000 Studierenden sollen in einer Cafeteria mit acht Quadratmeter Küchengröße abgespeist werden“, beschwert sich die Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) Markl.

Auch wie die Beratung der Studierenden aussehen soll, bleibt fraglich. Die Studienvertretungen, bestehend aus über 40 Personen, müssen mit einem Großraumbüro von 90 Quadratmetern ihr Auskommen finden. „Wie die gleichzeitige Beratung der Studierenden von insgesamt sieben Fachbereichen in einem großen Raum funktionieren soll, hat man sich offensichtlich nicht überlegt“, kritisiert eine Studienvertreterin.

Die noch vor Fertigstellung losgetretene Debatte um einen Ausbau des neuen Uniparks reiht sich nahtlos in die Kritik an den herrschenden Studienbedingungen. Die Studierendenproteste hatten in den letzten Monaten vehement auf die Unterfinanzierung der österreichischen Universitäten hingewiesen. Wie das Wissenschaftsministerium auf den Vorschlag reagiert, bleibt abzuwarten.



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