Crashtest bringt schlechtes Ergebnis für Kindersicherheit

Die Standardausführungen schnitten beim Test nicht so gut ab.
Die Standardausführungen schnitten beim Test nicht so gut ab. - © Bilderbox
Die Sicherheitspakete der Serienausstattungen lieferten beim ÖAMTC-Crashtest nur bedingt gute Ergebnisse. Vor allem die Kindersicherheit ist verbesserungswürdig, so der Experte.

Zum aktuellen Crashtest des ÖAMTC traten fünf Fahrzeuge an: Audi Q2, Ford Edge, Hyundai Ioniq, Ssang Yong XLV und Suzuki Ignis.

Investition in Sicherheitspaket lohnt sich

Während die drei ersteren in ihrer Serienausstattung mit fünf Sternen überzeugen konnten, erreichten die Modelle von Ssang Yong und Suzuki nur jeweils drei Sterne. Bessere Ergebnisse, vier beziehungsweise fünf Sterne, erzielten beide Fahrzeuge mit dem “Safety Pack”. “Einmal mehr zeigt sich, dass sich die Investition in optionale Sicherheitssysteme lohnt”, erklärt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. “Besser wäre natürlich, wenn alle Hersteller serienmäßig auf die beste Sicherheitsausstattung setzen würden. Aber das ist natürlich auch eine Kostenfrage.”

Bestwerte bei Erwachsenensicherheit

Die besten Werte konnten alle getesteten Fahrzeuge bei der Erwachsenensicherheit erzielen. Den Topwert schaffte der Audi mit 93 Prozent, Schlusslicht war der Ssang Yong mit 74 Prozent in der Basisausstattung bzw. 82 Prozent mit Safety Pack. “Das sind insgesamt schon sehr gute Werte. Verbesserungsbedarf gibt es natürlich immer. Beim Ford Edge beispielsweise müssen Passagiere auf der Rückbank im Falle eines Frontalaufpralls mit schweren Verletzungen im Brust- und Kopfbereich rechnen”, so der ÖAMTC-Experte.

Risiko von Brustverletzungen bei Kindern

Bei der Kindersicherheit fällt der Ssang Yong im Vergleich zu den anderen Fahrzeugen deutlich ab und erreicht nur 62 Prozent. Daran ändert auch das Safety Pack nichts. Der ÖAMTC-Cheftechniker erklärt: “Bei einem Frontalaufprall besteht für sechsjährige Kinder das Risiko von schweren Brustverletzungen, bei Zehnjährigen ist der Nackenbereich gefährdet.” Ein weiteres Problem: Der Beifahrer-Airbag kann zwar deaktiviert werden, um den Einbau eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes zu ermöglichen – dem Fahrer wird aber nicht angezeigt, ob der Airbag aktiviert oder deaktiviert ist.

“An all diesen Punkten ändert auch das optionale Sicherheitspaket nichts”, hält Lang fest. Auch einige der anderen Fahrzeuge haben mit Problemen bei der Kindersicherheit zu kämpfen: Beim Ford Edge wird der Nackenbereich von Kindern bei einem Frontaufprall nicht ausreichend geschützt, beim Suzuki ist es bei kleineren Kindern der Brustbereich.

Sicherheit von Fußgängern eher schlecht

Ebenfalls Anlass zur Kritik bietet beim aktuellen ÖAMTC-Crashtest die Fußgängersicherheit. Während die Fahrzeuge von Audi und Hyundai in diesem Kriterium 70 Prozent erreichen und Ford und Suzuki immerhin 67 Prozent schaffen, fällt das serienmäßig ausgestattete Modell von Ssang Yong mit nur 55 Prozent deutlich ab. Testsieger bei der Fußgängersicherheit ist der Suzuki Ignis mit Safety Pack und einem Wert von 77 Prozent. “Ein Problembereich liegt bei allen Fahrzeugen in den sehr harten A-Säulen. Davon abgesehen bergen meist die Vorderkante der Motorhaube sowie die Windschutzscheibenrahmen die größten Verletzungsrisiken für Fußgänger”, erklärt Lang. Immerhin können Fahrerassistenten wie ein automatischer Notbremsassistent Abhilfe schaffen und erhöhen die Fußgängersicherheit deutlich.

Sicherheitspaket sorgt für akzeptables Maß

Auch bei den Sicherheitsassistenzsystemen konnten nicht alle Testkandidaten überzeugen. “Am besten schneidet in diesem Kriterium der Ford Edge mit sehr starken 89 Prozent ab. Ssang Yong und Suzuki liegen in der Grundausstattung mit einem Wert von 25 Prozent abgeschlagen zurück”, kritisiert Lang. Auch hier lohnt der Kauf des Sicherheitspaketes, der die Ausstattung mit Fahrerassistenten bei beiden Fahrzeugen auf ein akzeptables Maß erhöht.

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