Salzburger Band Crude lassen Grunge wieder auferstehen

Von Bernadette Mauracher
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Ist Grunge tot? Nein sagen sich vier junge Männer aus dem nördlichen Flachgau und treten in die Fußstapfen von Nirvana. Nach einer Top-Platzierung bei den “Local Heroes Austria” und einem Auftritt beim Nova Rock in Nickelsdorf, arbeiten sie nun an der nächsten Single. SALZBURG24 hat sich mit Crude Interview getroffen.




Crude, auf Deutsch roh und ungehobelt, die Band aus dem nördlichen Flachgau wirkt nur auf den ersten Blick, wie ihr Name vermuten lässt. Mit lässigen Gitarrenriffs, einer Stimme, die immer wieder mit der von Gavin Rossdale verglichen wird, und berührenden Texten haben Crude längst eine fixe Fanbase. Die Brüder Reinhard und Leopold Wagner machen schon seit ihrer Kindheit Musik. Angefangen mit Schlagzeug und Klarinette spielten die beiden in ihren jungen Jahren bei der Musikkapelle ihres Heimatortes. Gemeinsam gründeten sie 2008 eine Band, Reinhard an der Gitarre und am Mikro, Leopold am Bass. 2013 tauften sie sich in Crude um und formierten sich gemeinsam mit Manuel Pink und Daniel Potocnik neu.

Von den “Local Heroes” auf die Bühnen des Landes

2015 schafften sie mit ihrer akkustischen Musik bei den „Local Heroes Austria“ den Sprung ins Finale und wurden nach dem fünften Platz mit einem Auftritt beim Nova Rock 2016 belohnt. Nach einem Album-Release Anfang des Jahres spielten sich die vier Musiker von Crude quer durchs Land und das angrenzende Bayern.

“So macht das Hobby auch Spaß”

Die Liebe und das Talent für Musik wurden den Vieren in die Wiege gelegt. Ohne Druck aus den Elternhäusern konnten sie ihren eigenen Stil entwickeln. Was als Hobby begann, finanziert sich inzwischen von selbst: „Was wir rein spielen, geben wir auch wieder aus. Leben können wir nicht davon. Aber wir brauchen privat nichts hineinstecken. So macht das Hobby auch Spaß, wenn man nicht immer selber Geld dafür ausgeben muss“, erzählen Crude in ihrem Proberaum in St. Georgen bei Salzburg, wo auch ihre Lieder entstehen. Gemeinsam tüfteln sie an ihren Songs. „Irgendjemand hat eine Idee. Daniel zum Beispiel. Er spielt etwas an und dann wird was daraus, oder wir legen es mal eine Zeit lang weg und probieren es später wieder. Manchmal dauert es nur ein paar Stunden, ein anderes Lied wieder länger.“

Schritt für Schritt

Wir haben gefragt, wie es mit Crude weitergeht. Eine Band, die keine Mainstream-Musik macht, hat es in Österreich nicht leicht. Die vier Flachgauer sind sich einig, hart an ihrem Traum zu arbeiten, von ihrer Musik leben zu können. Sie verlieren aber auch die Realität nicht aus den Augen: „Es ist ein langer Weg, aber ob man ihn verwirklichen kann, weiß man nicht. Jeder hat eigene Träume. Das Ziel war immer mal mehr zu erreichen. Das erste Ziel war live spielen, vom Proberaum wegkommen. Schauen wir mal, was noch kommt. So machen wir das: nach und nach.“

Crude bringt nichts aus der Ruhe

Der Sprung vom Proberaum auf die Bühne war ungewohnt, aber die Aufregung vor den Auftritten hat nachgelassen. Vor den Auftritten herrscht Gelassenheit. „Irgendwann hat man das nicht mehr”, erzählt Daniel. Reinhard, Leopold, Manuel und Daniel regt nichts so leicht auf. Etwas Unruhe bringt einzig und allein, ob die Technik und der Sound so funktionieren, wie sie sollen. Auftritte vor großem Publikum gehen sie ruhig an und sie sind auf der Bühne ganz und gar in ihrem Element. Ein besonderer Moment waren sicherlich die Auftritte bei “Stromlos” in der Stadt Salzburg. „Da war es schon anders. Unplugged zu spielen, es ganz leise ist und dir jeder zuhört“, erzählen Crude begeistert.

Qualität muss stimmen

Qualitätvolle Musik neben einem Vollzeitjob und Familie zu produzieren ist oft nicht einfach, vor allem weil Crude hohe Ansprüche an sich selbst und ihre Musik stellen: „Man will ja nicht irgendwas machen, sondern das muss man erst ausfeilen. Die Freude an der musikalischen Arbeit ist wesentlich. Wir hatten eigentlich vor, heuer eine neue Single und ein Video zu machen. Aber es ist noch nicht ausgereift, das kommt dann nächstes Jahr.“

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