Cup-Finale gegen Sturm Graz für Salzburg kein “Selbstläufer”

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Marco Rose erwartet von Sturm Graz harte Gegenwehr
Marco Rose erwartet von Sturm Graz harte Gegenwehr - © APA (AFP)
Fünf Finale, fünf Titel: Serienmeister Red Bull Salzburg hat in Endspielen im ÖFB-Cup noch eine weiße Weste. Geht es nach der Papierform, wird diese Serie am heutigen Mittwoch (20.30 Uhr) prolongiert werden. Da kämpfen die Bullen im Klagenfurter Wörthersee-Stadion wenige Tage nach dem Heim-4:1 in der Liga im direkten Duell gegen Sturm Graz um die Cup-Trophäe sowie den fünften Double-Gewinn in Folge.

Der würde ihnen den nächsten Eintrag in den heimischen Geschichtsbüchern bringen, nachdem sie am Sonntag als erstes Team überhaupt zum fünften Mal in Folge den Meistertitel geholt hatten. “Wir kennen das Gefühl, hier gewonnen zu haben und wollen es ein fünftes Mal hintereinander schaffen”, verlautete Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund. Es wäre ein würdiger Abschluss eines Traum-Jahres, in dem man es bis ins Europa-League-Halbfinale schaffte.

Stankovic hütet Salzburgs Tor

“Unser Wille, die Mentalität und die Qualität, die wir auf den Platz bringen können, sprechen für uns”, erläuterte Rose. Es ist damit zu rechnen, dass der Deutsche größtenteils auf jene Formation setzt, die am Donnerstag gegen Marseille mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen hatte, aber nicht mit dem Final-Aufstieg belohnt wurde. Eine Änderung scheint fix: Das Tor wird Cican Stankovic hüten, der im Cup diese Saison alle Spiele bestritten hat und mit Paraden im Halbfinal-Elfmeterschießen in Mattersburg hauptverantwortlich dafür war, dass sein Team ins Finale kam. Zudem ist der Einsatz des angeschlagenen Andreas Ulmer fraglich.

“Titel wird in einem Spiel vergeben”

Bei den laut Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl “bis in die Haarspitzen motivierten” Steirern gibt es keine personellen Fragezeichen. Abgesehen von den Stürmern Emeka Eze und Philipp Zulechner sind alle Akteure einsatzfähig. Viele Änderungen im Vergleich zur Schlappe in Wals-Siezenheim sind nicht zu erwarten. “Ich will das Spiel gar nicht komplett ausblenden. Man kann daraus eine Portion Wut mitnehmen, es kann eine sehr gute Motivation sein”, sagte Sturm-Coach Heiko Vogel.

Dessen sind sich auch die Salzburger bewusst. “Der Titel wird in einem Spiel vergeben, da sind schon viele Geschichten geschrieben worden. Es wird alles andere als ein Selbstläufer, ein Spiel auf Augenhöhe, wo Kleinigkeiten entscheiden werden”, rechnete Rose mit harter Gegenwehr. Auch Rechtsverteidiger Stefan Lainer sah im klaren Erfolg am Wochenende keinen Vor-, eher sogar einen Nachteil. “Es darf niemand denken, dass es am Mittwoch auch so leicht gehen wird”, warnte der ÖFB-Teamspieler.

Unheimlich starke Bullen

Vogel rechnete mit einer engen Partie, weil er den Glauben an seine Truppe auch nach der zweiten klaren Saisonniederlage in Salzburg nicht verloren hat. “Wenn wir an unsere 100 Prozent kommen, können wir jede Mannschaft schlagen”, war sich der Deutsche sicher. Dafür sei eine “außergewöhnlich gute Leistung” nötig. “Wir müssen zeigen, dass wir es unbedingt wollen und kämpfen um jeden Millimeter”, gab Stürmer Deni Alar die Marschroute vor.

Salzburg konnte diese Saison einmal bezwungen werden, beim 1:0 am 27. August in Graz. Im Cup gab es in der Red-Bull-Ära erst zwei direkte Duelle. 2010 siegte Sturm auf dem Weg zum bisher letzten Cup-Titel im Achtelfinale mit 2:0, 2016 behielt dafür Salzburg im Viertelfinale mit 1:0 die Oberhand.

Sturm-Heimspiel in Klagenfurt

Diesmal stehen die Grazer quasi vor einem Heimspiel. Mehr als 20.000 der zumindest 25.500 Anhänger (so viele Karten waren am Dienstag verkauft) werden Sturm lautstark anfeuern. “Die Fans können uns in Red-Bull-Manier beflügeln, wie man so schön sagt. Das ist der 12., 13. oder vielleicht 14. Mann für uns”, betonte Vogel. Kreissl ergänzte: “Das gibt uns unheimlich viel Energie.” Rose sah dieser Tatsache gelassen entgegen. “Die Hütte in Klagenfurt wird brennen, es wird sich wie ein Auswärtsspiel anfühlen, aber ich glaube, dass uns das wenig tangieren wird.” Der bisherige Zuschauerrekord bei einem Cup-Finale in Klagenfurt steht seit 2010 bei 28.000. Auch damals waren mehr als 20.000 Sturm-Fans dabei.

Jakob Jantscher ist der einzige Grazer, der 2010 beim vierten Cup-Titel der Sturm-Geschichte dabei war, und auch am Mittwoch Einsatzminuten bekommen dürfte. Sturm hatte zuvor auch 1996, 1997 und 1999 den Titel geholt, daneben gab es auch vier Finalniederlagen. Salzburg hat seit 2014 immer und zuvor auch 2012 triumphiert. Sollte das auch am Mittwoch gelingen, wäre es die 30. ungeschlagene Cup-Partie in Folge.

(APA)

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