Das sagt die Salzburger GKK zur Zusammenlegung der Sozialversicherungen

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Die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) zeigt sich von den Regierungsplänen wenig angetan. “Das Geld der Salzburger Versicherten wird abgezogen“, sagt SGKK-Obmann Andreas Huss in einer Aussendung. Bis zu 30 Millionen Euro soll Salzburg weniger für das regionale Gesundheitssystem erhalten.

“Was hier vorgesehen ist, ist ein regionaler Kahlschlag“, mahnt Huss vor den am Dienstag präsentierten Plänen der Regierung. Sowohl Rücklagen als auch die eingehobenen Beiträge sollen nach Plänen der Regierung nach Wien wandern, in der Bundeshauptstadt sei die Budgethoheit angesiedelt. 100 Millionen Euro Rücklagen der Salzburger Versicherten sollen so abgezogen werden, die SGKK hat zudem errechnet, dass das Vorhaben der Regierung bis zu 30 Millionen Euro jährlich weniger für das regionale Gesundheitssystem bedeuten könnte.

120 Arztstellen derzeit in Salzburg finanziert

“Mit 30 Millionen Euro jährlich finanzieren wir in Salzburg rund 120 Arztstellen. Wenn wir dieses Geld durch die geplanten Vorhaben nicht mehr bekommen, wissen wir nicht, wie wir die Leistungen für unsere Versicherten aufrechterhalten können“, erklärt Huss.

SGKK errechnet 10 Millionen Verlust

Die Bundesregierung versichert in ihrer Vorlage, dass „jede Landesstelle ausreichend Mittel“ von einer Zentrale zur Verfügung gestellt bekommen werde. Das bedeute allerdings nicht, dass das Bundesland Salzburg seine Beiträge zurückerhalten werde, so die SGKK. So seien die Beiträge von Salzburger Versicherten höher als die in anderen Regionen, der Grund dafür ist die Wirtschaftsleistung. Die SGKK errechnet bei diesem Modell einen möglichen Verlust von 10 Millionen im Jahr für das Bundesland.

Verträge sollen künftig einheitlich abgeschlossen werden

Auch will die Regierung „strategische, gesamthafte und bundesländerübergreifende Gesundheitsplanung“ durch die neue ÖGK vorgeben lassen. Verträge mit beispielsweise Ärzten sollen daher zentral und für Österreich einheitlich abgeschlossen werden. Damit würden die Salzburger Modelle ersetzt werden. So auch beispielsweise das Salzburger Psychotherapiemodell, das das der Mehrheit der Erkrankten eine Behandlung auf Kosten der Krankenversicherung ermöglich. Stattdessen würde es künftig einfach einen einheitlichen Kostenzuschuss von 21,80 Euro geben.

“Bei bundesweiten Ärzteverträgen und Honoraren frage ich mich, wie wir junge Mediziner in ländliche Regionen bekommen sollen“, so Huss. Regional abgestimmte Verträge seien ein wesentliches Element, um Ärzte in die Regionen zu bekommen.

SGKK warnt vor Einsparungen

Die SGKK warnt daher vor den Regierungsplänen: “Was hier vorliegt, ist ein radikaler Kahlschlag im Salzburger Gesundheitssystem. Wenn diese Maßnahmen in dieser Form umgesetzt werden, wird es massive Einsparungen geben müssen. Die Salzburger Versicherten haben das Recht, dass wir in ihrem Namen aufzeigen, was diese Maßnahmen für die Gesundheitsversorgung bedeuten. Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen massiven Anschlag auf unser solidarisches Gesundheitssystem zu bekämpfen.“

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