Das sind die Konsequenzen für Fahrerflucht auf der Piste

Von Jacqueline Winkler
Akt.:
Immer mehr fahren nach Skiunfällen einfach weiter (Symbolbild).
Immer mehr fahren nach Skiunfällen einfach weiter (Symbolbild). - © APA/dpa/Patrick Seeger
Auch in diesem Winter ist es auf Salzburgs Pisten schon zu zahlreichen Skiunfällen mit Verletzten gekommen. Doch anstatt stehen zu bleiben und zu helfen, fahren manche Unfallbeteiligte einfach weiter. Doch welche Konsequenzen kann die Fahrerflucht haben? Und wie können Unfälle am besten vermieden werden? Wir haben bei Alpin-Experten nachgefragt.




So manches Skivergnügen ist auch heuer durch Unfälle getrübt worden, die mit Verletzungen endeten. Manche Skifahrer fahren nach einem Unfall weiter, ohne sich um die Verletzten zu kümmern.

Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar

Doch das kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen, weiß Rupert Hauer, Leiter des Alpindienst Lungau der Polizei Salzburg. „Strafrechtlich betrifft das zwei Paragrafen: Das im Stichlassen von Verletzten sowie unterlassene Hilfeleistung“, erklärt der Polizist im Gespräch mit SALZBURG24. Letzteres kann auch Skifahrer betreffen, die nicht direkt am Unfall beteiligt waren, aber trotzdem nicht geholfen haben.

Freiheitsstrafe durchaus möglich

Wird der Flüchtige ausgeforscht, erfolgt eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Ein Gericht entscheidet dann, ob ein Verfahren eingeleitet wird oder, ob es bei einer Geldstrafe bleibt. „Dabei kann es durchaus auch zu einer Freiheitsstrafe kommen“, führt Hauer aus.

Fahndung ist schwierig

Das Ausforschen von flüchtigen Unfallbeteiligten ist allerdings schwierig. Hauer: „Bis wir verständigt werden und an die Unfallstelle kommen, dauert es meist lange. Außerdem sind die Beschreibungen der Zeugen meist sehr vage. Bei tausenden Skifahrern wie etwa in Obertauern kommt man da nicht weit.“ Leichter ist es, wenn der Unfall in der Nähe einer Liftstation passiert und ein Liftbediensteter den Skifahrer aufhalten kann.

Zeugen dürfen Fahrerflüchtige festhalten

Doch auch Zeugen können der Polizei bei ihrer Arbeit helfen. Hat man einen Unfall mit Fahrerflucht beobachtet, darf man gemäß des Anhalterechtes den Betreffenden solange festhalten, bis die Polizei eintrifft. „Das Anhalten muss allerdings verhältnismäßig geschehen. Ich darf denjenigen nicht niederfahren und verletzen“, betont Hauer. Generelle  werden Unfälle mit Fahrerflucht in Obertauern mehr, beobachtet der Polizist.

Regeln für Sicherheit auf der Piste beachten

Auch auf der Skipiste gelten bestimmte Verhaltensregeln, an die sich jeder zur eigenen und zur Sicherheit der anderen Skifahrer halten sollte. Zehn solche Regeln hat der Internationale Skiverband (FIS) aufgestellt, die sogenannten FIS-Verhaltensregeln. Tomas Woldrich ist Vorstand des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit und leitet die Abteilung Breitensport im Österreichischen Skiverband (ÖSV). Für ihn sind die FIS-Regeln maßgeblich.

Verletzungsrisiko generell gesunken

Im Vergleich zu früher passiere auf den Pisten nun wesentlich weniger, obwohl die Frequenz in den Skigebieten angestiegen sei. „Das Verletzungsrisiko ist in den letzten Jahren um 50 Prozent gesunken“, so Woldrich. Die genaue Ursache dafür lässt sich zwar nicht feststellen, aber: „Die Leute fahren vorsichtiger, das bessere Material leistet seinen Beitrag und die Pisten sind besser präpariert, es gibt weniger natürliche Hindernisse.“

Wie lassen sich Skiunfälle nun am besten vermeiden?

Rücksichtnahme ist das Um und Auf für sichere Pisten. Auch genügend Ruhepausen sowie richtiges Aufwärmen können Unfälle verhindern. „Das Verletzungsrisiko sinkt tatsächlich um die Hälfte, wenn richtig aufgewärmt wird. Das machen aber immer noch viel zu wenige Skifahrer“, erklärt Woldrich. Wichtig für die Unfallprävention sei auch die Ausrüstung. Mittlerweile tragen schon fast 100 Prozent der Skisportler einen Helm. „Wesentlich ist auch die richtige Einstellung der Bindung. Bei einem Sturz können so Verletzungen verhindert werden. Sie sollte einmal im Jahr von einem Fachmann eingestellt werden“, so der Experte.

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen