Das waren die größten Aufreger im Sommerurlaub

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Der Urlaub sollte eigentlich zur Entspannung dienen. (Symbolbild)
Der Urlaub sollte eigentlich zur Entspannung dienen. (Symbolbild) - © Bilderbox
Immer wieder kommt es vor, dass Österreicher nach dem Urlaub Post aus Italien oder Kroatien erhalten. Der ÖAMTC hatte heuer alle Hände voll zu tun, um verärgerte Urlauber zu beraten. Doch was waren die häufigsten Aufreger im Sommer 2016?

Italien: Seit per Februar 2016 der entsprechende EU-Rahmenbeschluss umgesetzt wurde, besteht für Italien die Möglichkeit zur Vollstreckung von Strafen in Österreich. Das nutzen die Behörden aus und österreichische Urlauber erhalten verstärkt Post wegen Verkehrsdelikten, Missachtung der ZTL (Zona Traffico Limitato) und Problemen mit der Maut. “Grundsätzlich sollten Strafen aus dem Ausland kritisch überprüft und – falls sie plausibel sind – schnellstmöglich bezahlt werden. Oft gibt es bei rascher Zahlung Rabatte. Je länger man zuwartet und je mehr Stellen eingeschaltet werden, umso teurer wird es”, rät ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner am Freitag in einer Aussendung.

Für Verunsicherung hat heuer bei vielen Italien-Urlaubern gesorgt, dass die italienische Polizei Unfälle mit Sachschaden nicht mehr aufnimmt. “Dadurch kann es zu Problemen mit der Kasko-Versicherung oder – wenn man mit einem Mietwagen unterwegs war – mit der Mietwagenfirma kommen, die in der Regel die polizeiliche Bestätigung fordern”, so Pronebner. Der Tipp der Expertin: “Alles so gut wie möglich dokumentieren, am besten mit Hilfe des Europäischen Unfallberichtes. Versicherungen und Mietwagenfirmen wissen über die Gesetzgebung in den einzelnen Ländern Bescheid und zeigen sich deshalb kulant – je mehr Beweise man hat, desto besser.”

Slowenien: Vorsicht bei Verkehrskontrollen: “In Slowenien kommt es immer wieder vor, dass Urlauber bei einer Kontrolle durch die Polizei unaufgefordert aussteigen. Das sollte man unterlassen, denn die Strafe dafür kann bis zu 200 Euro betragen, egal ob der Lenker oder eine andere Person aussteigt”, erklärte ÖAMTC-Reisexpertin Kristina Tauer.

Kroatien: Mittlerweile haben sich tausende ÖAMTC-Mitglieder gemeldet, die vor Jahren in Kroatien auf Urlaub waren und plötzlich unliebsame Post bekommen haben. Der Inhalt: Ein Forderungsschreiben von einem Anwalt oder sogar ein Vollstreckungsbeschluss von einem Notar aus Pula. “Aus der ursprünglichen Parkgebühr von 20 Euro werden durch diverse Spesen und Gebühren mehr als 200 Euro”, sagte Pronebner. “Wer ein solches Schreiben erhält, holt sich am besten schnellstmöglich juristische Hilfe.” Generell gilt: Bei Schreiben privater Inkassobüros oder Inkassoanwälten ist Skepsis geboten. Oft versuchen diese, ohne rechtliche Grundlage, für Behörden Strafen einzutreiben.

Serbien: Ähnlich wie in Kroatien, versuchen auch serbische Park-Unternehmen, Forderungen einzutreiben. Dem ÖAMTC liegen ca. 200 Fälle vor, bei denen das eigentliche Delikt ebenfalls schon Jahre zurückliegt. “Vorsicht ist geboten, wenn man mit nicht bezahlten Parkgebühren wieder nach Serbien einreist: Das Fahrzeug eines ÖAMTC-Mitgliedes wurde dort sofort abgeschleppt und erst wieder herausgegeben, nachdem die offenen Forderungen samt Abschleppkosten bezahlt waren”, warnte Pronebner.

Schweiz: Ein Sonderfall kann sich ergeben, wenn man in der Schweiz einen Mietwagen nimmt: EU-Bürger dürfen das Land mit einem Mietwagen mit Schweizer Kennzeichen nicht verlassen. Grund dafür ist eine neue Verordnung der EU zum Zollkodex. “Macht man in der Schweiz Urlaub und plant einen Kurzausflug nach Deutschland oder Frankreich, sollte man das der Autovermietung bereits vorab bekanntgeben. Diese stellt dann im Regelfall ein Fahrzeug mit einem EU-Kennzeichen zur Verfügung, mit dem die Ausreise kein Problem ist”, riet Tauer.

(APA)

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