Gut aufpassen: Neo-Coach De Wilde will den FC Liefering zum Titel leiten. - © FMT-Pictures M. W.
Der FC Liefering geht als das Red Bull Farmteam in der Regionalliga-Saison 2012 / 13 neu an den Start. Der Bullen-Nachwuchs übernahm die juristische Hülle des USK Anif und darf somit in höhere Ligen aufsteigen. Alle bisher befragten RLW-Trainer hatten das Team auf der Rechnung in der Titelfrage und auch Neo-Coach Patrick De Wilde bestätigte im Gespräch mit SALZBURG24: „Wir wollen Meister werden.“ Wer die Bullen-Ableger dort hin führen soll und wie der Trainer die Titelchancen selbst sieht, gibt’s hier im RLW-Check.
Verein: FC Liefering
Zugänge:
René Aufhauser (Innenverteidiger, LASK Linz)
Florian Metz (Zentrales Mittelfeld, LASK Linz)
Mario Konrad (Mittelstürmer, SV Horn)
Martin Eisl (Torwart, SV Austria Salzburg)
Wolfgang Mair (Rechtsaußen, First Vienna FC)
Andreas Bammer (Mittelstürmer, FC / USK Anif)
Zugänge aus eigenen Reihen:
Daniel Hölzl, Josip Coric, Stefan Lainer, Alexander Staudecker, Matthias Felber, Mehmet Bulut, Stefan Schwendinger, Daniel Krenn, Dominik Schierl, Pascal Scheucher, Emre Uygur, Arif Sari, Sandro Djuric, Nikola Dovedan, Felix Adjei, Sebastian Drga, Robert Völkl (Red Bull Juniors)
Goran Kreso (AKA Red Bull U18)
Abgänge:
Neuer Club – keine Abgänge
Trainer: Patrick De Wilde
Homepage: http://redbulls.com/soccer/salzburg/de/fc-liefering.html
Platzierung 2011/12: Vorgängerclub FC Red Bull Juniors landeten am 4. Platz
Der FC Liefering hat sich hochkarätig aufgestellt. Neben vielversprechenden Talenten aus dem hauseigenen Nachwuchs hat Trainer Patrick De Wilde, der die Nachfolge vom nunmehrigen Sturm-Trainer Peter Hyballa antrat, einige Leute mit Profi-Erfahrung am Start. René Aufhauser und Wolfgang Mair sind aus der Bundesliga und unserem Nationalteam (mehr oder weniger) in Erinnerung. Auch Mario Konrad und Florian Metz haben Bundesliga-Erfahrung und sollen mit dem Ex-Anifer Andreas Bammer Druck nach vorne machen. Liefering müsste alle Positionen stark besetzen können, Lücken sind hier nicht zu erwarten.
Trotzdem vergibt der Liefering-Trainer keine Fix-Plätze und definiert im Vorfeld auch keine potentiellen Leistungsträger. „Für mich als Trainer ist es das Beste, wenn ich mit neuen Leuten arbeiten kann – da hast du keine Vorurteile.“ Was De Wilde damit meint, ist, dass alle Spieler eine Chance bekommen. Einen bekannten Namen mitzubringen, reicht ihm nicht. „Alle müssen beweisen, warum sie hier sind“, meinte der 48-Jährige. Er begründet das so: „Auch wenn du zehn Jahre lang der Beste warst, musst du dich im elften Jahr wieder beweisen.“
In den bisherigen RLW-Checks kristallisierte sich aus den Expertenmeinungen klar heraus: Der FC Liefering ist der Favorit auf den Regionalliga-Titel. Die Red Bull Teams würden immer als Favorit gehandelt, das sei nichts neues, meinte Liefering-Trainer Patrick De Wilde. Und: „Jeder will gegen dich gewinnen.“ Extra Druck spüre er als Trainer dadurch aber nicht und gibt sein eigenes Ziel klar aus: „Wir wollen Meister werden“, so der Belgier, „und wir werden alles probieren, das zu schaffen.“ Der 48-Jährige ist neu in der Liga, dementsprechend kennt er die Gegner noch nicht im Detail, nennt aber die üblichen Verdächtigen als schärfste Titelkonkurrenz: Austria Salzburg, Wattens, Dornbirn. „Und es gibt immer einen Verein, der überrascht.“
Eine echte Standortbestimmung des Teams gab es bisher nicht. Das einzige Testspiel gegen einen Liga-Konkurrenten, dem Regionalliga-Neuling SV Wals-Grünau, ging klar an den Red-Bull-Ableger. Allerdings hatten die Aufsteiger aus der Salzburger Liga denkbar schwierige Voraussetzungen. Aufgrund des späten Endes der höchsten Landesliga blieb nur wenig Zeit, sich auf RLW-Niveau einzustellen.
Trotzdem: Aufgrund der Hochkaräter im Team muss man den FC Liefering als Favorit sehen. Die Fußball-Geschichte lehrte uns allerdings, dass nicht immer die formell stärkste Mannschaft den Titel nach Hause holt.