Der König und seine Kinder: Salzburg-Gegner lebt von Hagi

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Gheorghe Hagi mit seiner Mannschaft nach dem Sieg der Meisterschaft am 13. Mai 2017 in Constanta in Rumänien.
Gheorghe Hagi mit seiner Mannschaft nach dem Sieg der Meisterschaft am 13. Mai 2017 in Constanta in Rumänien. - © APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU
Hagi hier, Hagi dort. “Regele”, den König, nennen sie ihn. Gheorghe Hagi ist die Lichtgestalt des rumänischen Fußballs. Bei Salzburgs Europa-League-Gegner Viitorul Constanta ist der frühere Mittelfeldstar von Real Madrid und FC Barcelona Alleinherrscher. Hagi hat den Club 2009 gegründet und in der Vorsaison als Trainer sensationell zum ersten Meistertitel geführt.

Der Aufstieg stützt sich auf die clubeigene Akademie, die mit Abstand modernste Rumäniens und eine der größten in ganz Südosteuropa. Elf Millionen Euro wurden 2009 in Ovidiu nördlich von Constanta in die Infrastruktur investiert. 300 Nachwuchs-Fußballer tummeln sich dort. Nicht umsonst werden Viitoruls Kicker “Pustii lui Hagi”, die Kinder Hagis, genannt.

Viitorul Constanta seit fünf Spielen ohne Sieg

Wirklich glücklich war Hagi mit seinen Schützlingen in den vergangenen Wochen nicht. Fünf Spiele in Serie ist der Titelverteidiger in der rumänischen Liga bereits sieglos, dazu gelang 480 Minuten kein Torerfolg. Noch mehr als die Leistungen trieben den König, schon als Aktiver für seine Emotionen bekannt, aber die kritischen Äußerungen über sein Projekt zur Weißglut.

“Ich kann denen, die mich angreifen, nur sagen, dass es gut wäre aufzuhören”, erklärte der 52-Jährige. “Ich bin kurz vor dem Limit. Aber ich kann nicht aufgeben, weil ich mit Leib und Seele und mit aller Energie dabei bin, und weil ich den Fußball liebe.” Man solle ihn in Ruhe mit den jungen Spieler arbeiten lassen. “Dieser Club, diese Akademie, hat im Vorjahr ein Wunder vollbracht. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir das geschafft haben.”

Viitorul holte als klarer Außenseiter gegenüber Steaua Bukarest, Hagis Ex-Club, den Meistertitel – laut rumänischen Medien mit der jüngsten Meistermannschaft Europas. Das Durchschnittsalter des aktuellen Kaders beträgt 23,5 Jahre. Jenes der Salzburger, die sich mit ihrer Akademie in Liefering (in die Red Bull einst kolportierte 50 Millionen Euro investiert hat) selbst dem jungen Weg verschrieben haben, liegt bei 23,8.

Auswärtsspiel für Red Bull Salzburg am Donnerstag

Auch das Play-off-Heimspiel am Donnerstagabend (20.45 Uhr MESZ/live in Konferenzschaltung auf Puls 4) gegen Salzburg trägt Viitorul in der Akademie aus – im 4.500 Zuschauer fassenden “Stadionul Central Academia Hagi”. Wie fast alles, das in der Stadt an der Schwarzmeer-Küste mit Fußball zu tun hat, ist es nach dem größten Sohn der Gegend benannt.

Gheorghe “Gica” Hagi war nach dem Erreichen des Meistercup-Finales 1989 mit Steaua Bukarest ausgezogen, um Fußball-Europa zu erobern. Er galt als einer der besten offensiven Mittelfeldspieler seiner Zeit. “Karpaten-Maradona” wurde der 1,72 m kleine Dribblanski ob seines Spielstils genannt. Bei der WM 1994 in den USA führte Rumäniens Fußballer des Jahrhunderts sein Land sensationell ins Viertelfinale.

Gheorghe Hagi (r.) und Arif Erdem (Galatasaray) jubeln am 11. August 1999 im Wiener Ernst Happel Stadion über das 3:0 gegen Rapid./APA/Roland Schlager/Archiv Gheorghe Hagi (r.) und Arif Erdem (Galatasaray) jubeln am 11. August 1999 im Wiener Ernst Happel Stadion über das 3:0 gegen Rapid./APA/Roland Schlager/Archiv ©

Das Ende von Rapids Champions-League-Träumen im Jahr 1999

In Erinnerung ist Hagi auch Rapid: Die Champions-League-Träume der Hütteldorfer machte das kleine Genie 1999 fast im Alleingang zunichte. Beim 3:0-Sieg von Galatasaray Istanbul im Quali-Hinspiel in Wien war Hagi der alles überragende Mann. Seine Leistung krönte er nach zwei Assists in der Nachspielzeit mit einem sehenswerten Treffer: Nach einem Solo aus der eigenen Hälfte ließ er Peter Schöttel aussteigen und hob den Ball genau ins Kreuzeck – Hagi eben.

(APA)

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