Designmonat Graz 2017 wurde eröffnet

Der Grazer Designmonat hat sich heuer mit einem in Purpur und Violett gehaltenen “Ja” ein ebenso schlichtes wie knalliges Logo auf die Fahnen geheftet. Am Freitagabend wurde die mittlerweile etablierte, jährliche Leistungsschau des steirischen und internationalen Design im Grazer Joanneumsviertel eröffnet. Das Programm 2017 liest sich in weiten Teilen wie eine Blaupause des vorigen.

Wieder gibt es die Leitausstellung “Selected” mit einem von Alexa Holzer kuratierten Querschnitt aktueller, internationaler Designtrends. Wieder klingt und leuchtet das “Klanglicht” an zwei Abenden an der hinteren Fassade der Grazer Oper. Wieder gibt es einen Mode-“Fesch’Markt”, wieder dürfen sich ausgewählte Grazer Läden – 34 insgesamt – den ganzen Mai über mit dem Designmonat-Label schmücken.

Daneben gibt es mit der Ausstellung “The Orange Age” im Designforum am Andreas-Hofer-Platz einen Rückblick auf die bunten und formtechnisch heute exotisch anmutenden 1970er-Jahre. Neugierig machen auch andere der insgesamt 120 Programmpunkte, wie etwa die angekündigten Rückzugsoasen für gestresste Shopper in Form exklusiv gestalteter Stadtmöbel im öffentlichen Raum (“Smart Urban Privacy”).

Im Programmfokus “Smart” geht es laut Eigendefinition um die Auseinandersetzung mit “digitaler Vernetzung und den vielgestalteten Tools des digitalen Wandels”. Dazu findet am 18. Mai im Auditorium des Joanneumsviertels eine ganztägige Konferenz statt. Die Hälfte davon ist dem umstrittenen “Smart Cities”-Konzept gewidmet. In Graz wächst derzeit neben der List-Halle eine solche Smart City heran.

Creative-Industries-Styria-Geschäftsführer Eberhard Schrempf sieht die örtlichen Veränderungen beim Designmonat mit praktischem Blick: Zum einen habe die “Progression der Besucher” in der Designhalle zuletzt zu Wünschen übrig gelassen, sagte er der APA. Zum anderen könne der Designmonat von den neuen Orten wie Joanneum und Kunsthaus von der bestehenden Museumsinfrastruktur profitieren und auch in einen inhaltlichen Dialog zwischen Design und der jeweiligen Thematik bestehender Ausstellungen treten.

Was genau das im Falle der “Selected”-Schau im Naturkundemuseum bedeutet, wollte sich dem geneigten Besucher an diesem Abend allerdings nicht zur Gänze eröffnen. Auditorium und Foyer waren von der Vielzahl der Gäste (1.600 Anmeldungen laut Schrempf, Anm.) derart überlastet, dass man den Ausführungen der Eröffnungsredner im Foyer wegen des Geschnatters des Publikums nur mit allergrößter Mühe folgen konnte.

Der Designmonat Graz läuft noch bis 28. Mai. Weitere Standorte für Programmpunkte sind Schloss Hollenegg, wo die Ausstellung “Morphosis” stattfindet, sowie das Raabtal (“Kreativregion”). Dort werden zahlreiche innovative Kleinbetriebe vorgestellt. In Kirchberg an der Raab findet am 11. Mai ein sogenanntes “Designbattle” statt. Dabei treten vier Teams gegeneinander zum Echtzeit-Wettbewerb im Designschaffen an.

(APA)

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