Deutsche Lokführer streiken erneut

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Auch am Freitagnachmittag kommt es zu Ausfällen
Auch am Freitagnachmittag kommt es zu Ausfällen
Die deutsche Lokführer-Gewerkschaft GDL will den Bahnverkehr am Wochenende in ganz Deutschland lahmlegen. Der Ausstand beginnt in der Nacht zum Samstag und soll bis Montag früh dauern, Millionen Reisende sind betroffen. Die Güterbahn wird bereits ab Freitagnachmittag bestreikt.

Darunter könnte besonders die Autoindustrie leiden, die auf die Zulieferung von Teilen und den Abtransport gefertigter Fahrzeuge durch die Bahn angewiesen ist. Täglich fährt die Bahn nach eigenen Angaben allein für diese Branche über 200 Züge.

“GDL läuft Amok”

Die Deutsche Bahn warf der Gewerkschaft vor, mit dem 50-stündigen Streik jedes Maß verloren zu haben: “Die GDL läuft Amok”. Ohne Not würden Millionen Menschen die Ferien verdorben. GDL-Chef Claus Weselsky warf der Bahn hingegen Blockade vor: “Es ist Zeit, dass die DB die Fakten akzeptiert.” Die Gewerkschaft sei kompromissbereit. Man bestehe aber darauf, für das gesamte Zugpersonal zu verhandeln, was die Bahn ablehnt.

Bahnverkehr wird lahmgelegt

Der Nah- und Fernverkehr soll nach den GDL-Plänen von Samstag (2.00 Uhr) bis Montag (4.00 Uhr) zum Erliegen kommen. Damit dürften auch Berufspendler wieder getroffen werden, da es mehrere Stunden dauert, bis sich nach Streik-Ende der Verkehr wieder normalisiert. Jeden Tag sind im Schnitt rund sechs Millionen Kunden mit der Deutschen Bahn unterwegs. Die GDL hatte erst am Mittwoch und Donnerstag den Bahnverkehr für 14 Stunden bestreikt. Ein Notfall-Fahrplan der Bahn machte zwar einen einigermaßen verlässlichen Rumpfverkehr möglich. Dafür wurde jedoch bereits vor Streikbeginn die Zahl der Züge reduziert. Der neue Ausstand fällt nun zudem mit dem Herbstferienbeginn in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen zusammen. Außerdem enden die Ferien in Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Ärger für Wirtschaft

Wirtschaftsverbände reagierten verärgert auf den langen Streik. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nannte den Ausstand unverhältnismäßig und verantwortungslos. “Neben dem Ärgernis für Urlauber führen Streiks auch im Güterverkehr bereits nach wenigen Tagen zu Produktionsstörungen”, sagte auch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks. “Denn Bahntransporte können oft nicht kurzfristig auf Straßen oder Schiffe verlagert werde.

Der Anteil der Schiene im Güterverkehr liege derzeit zwar nur bei rund 16 Prozent. “In Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie ist die Produktionskette aber komplett auf Just-in-time-Produktion ausgerichtet.” Zuliefer- und Produktionstermine seien also genau aufeinander abgestimmt. “Warenlager helfen nur die ersten Tage, dann stockt die Fertigung”, warnte Dercks.

Mehr Lohn für Bahnarbeiter

Die GDL verlangt 5 Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass sie dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Die beansprucht aber die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG für sich. Die Bahn lehnt konkurrierende Abschlüsse für die selbe Berufsgruppe ab.

Die angekündigten Streiks sorgen für einen immensen Ansturm auf Fernbusse. MeinFernbus verzeichne seit Ankündigung der Streiks am Vormittag eine Verdreifachung der Zugriffe auf seine Homepage, sagte Geschäftsführer Torben Greve am Freitag. Die Buchungseingänge schnellten entsprechend in die Höhe.

Der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Matthias Schröter, sprach vom “puren Wahnsinn”. Die Webseiten einzelner Anbieter seien überlastet, es gebe mehr Anfragen als Kapazitäten. Alle Anbieter versuchten nun, mit weiteren und größeren Bussen auf den Ansturm zu reagieren.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder für den Regional- und Fernverkehr zu einem Streik von Samstag, 2.00 Uhr, bis Montag, 4.00 Uhr, aufgerufen.

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