DHL Österreich mit mehr Shops als die Post

Akt.:
2Kommentare
Der Paketzusteller DHL expandiert in Österreich
Der Paketzusteller DHL expandiert in Österreich - © APA (dpa/Symbolbild)
Der Paketzusteller DHL hat österreichweit bereits mehr Shops als die Post. Nach Eigenangaben sind es bei DHL derzeit mehr als 1.900, bis zum Jahresende sollen es 2.000 sein. Die teilstaatliche Post kommt auf 1.778. Weiters hat DHL 33 Abholstationen, bis Weihnachten sollen die Zahl auf 50 steigen. Hier kommt die Post auf 250.

Der Marktanteil von DHL, einem Tochterunternehmen der Deutschen Post, beträgt mittlerweile 20 Prozent. Wie hoch Umsatz und Verlust ein Jahr nach dem Marktstart hierzulande sind wollte DHL Österreich-Chef Günter Birnstingl am Dienstag bei einem Pressegespräch nicht verraten. Er zeigte sich aber mit der Startphase sehr zufrieden, und auch für den fairen Wettbewerb in Österreich gab es Lob.

Vollautomatisiertes Logistikcenter in Graz

In dem einen Jahr wurde ein dreistelliger Millionenbetrag in Österreich investiert. In diesem Monat wird in Graz das erste vollautomatisierte Logistikcenter den Betrieb aufnehmen, und in Wien-Liesing entsteht derzeit das zweite Logistikzentrum auf einer 30.000 Quadratmeter großen Fläche. Dies wird dann auch das neue DHL-Hauptquartier.

Deutsche bestellen mehr

Als großen Vorteil von DHL gegenüber der Österreichischen Post sieht Birnstingl die Konzernmutter in Deutschland. Unter den zehn größten Versendern, allen voran Amazon, sei nämlich kein einziges österreichisches Unternehmen – und das bei einem Einkaufsvolumen im Internet von jährlich 500 Mio. Euro. Und hier gebe es noch erhebliches Potenzial – denn während die Österreicher im Schnitt fünf Packerl im Jahr bestellen, sind es bei den Deutschen zwölf.

Weihnachten als Highlight

Die große Herausforderung wird heuer – wie jedes Jahr – das Weihnachtsgeschäft. Im Vorfeld des 24. Dezembers, der heuer auf einen Samstag fällt, steigt die Zustellmenge um 50 Prozent. Das normale Tagesgeschäft bewältigt DHL Österreich mit rund 1.000 Servicepartner. Diese seien keine Ein-Personen-Unternehmen, sondern Frächter aus der Region mit denen DHL eine langfristige Partnerschaft anstrebt, versichert Birnstingl. Hintergrund dazu: Von Gewerkschaftsseite wird immer wieder kritisiert, dass sich Paketdienste Scheinselbstständiger bedienen würden, die mit ihrem Pkw dann am Existenzminimum herumkurven.

(APA)

Leserreporter
Feedback


2Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel