Dichter Cardenal will Nicaragua nicht verlassen

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"Ich gehe nicht aus Nicaragua weg", sagte Cardenal
"Ich gehe nicht aus Nicaragua weg", sagte Cardenal - © APA (AFP)
Trotz juristischer Streitigkeiten will der nicaraguanische Dichter Ernesto Cardenal sein Heimatland nicht verlassen. “Ich gehe nicht aus Nicaragua weg. Ich bezahle nicht, was ich nicht schuldig bin”, sagte der 92-Jährige am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuletzt hieß es aus seinem Umfeld, er erwäge, in Deutschland oder Mexiko um Asyl zu bitten.

Cardenal war zuletzt von einer früheren Angestellten auf die Zahlung von rund 800 000 US-Dollar (757.000 Euro) verklagt worden. Der Autor wittert dahinter politische Motive. “Wir leben in einer Diktatur und ich bin ein politisch Verfolgter”, sagte er.

Cardenal ist einer der bekanntesten Schriftsteller Nicaraguas. Der Priester beteiligte sich an dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza und war nach dem Sieg der Revolution 1979 Kulturminister der sandinistischen Regierung. Später überwarf er sich allerdings mit seinen einstigen Kampfgenossen und ist heute ein scharfer Kritiker von Präsident Daniel Ortega.

Seine Lesereisen führten Cardenal auch immer wieder nach Deutschland, häufig gemeinsam mit der Band Grupo Sal. Am 4. März wird ihm die Bergische Universität Wuppertal die Ehrendoktorwürde für seinen Beitrag zur Weltliteratur verleihen.

(APA/dpa)

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