Dichtes Kulturprogramm zum Nationalfeiertag

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Das Bundeskanzleramt als Kultur-Schauplatz
Das Bundeskanzleramt als Kultur-Schauplatz
Die Einladung des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers zum Tag der offenen Tür in ihre Repräsentationsräume am Nationalfeiertag ist nicht neu. Dass sich im Bundeskanzleramt die Bundesmuseen präsentieren und Burgtheater, Volksoper und Staatsoper Aufführungen im 10-Minuten-Takt geben und die Präsidentschaftskanzlei gegenüber ein Stück “Hofburg zum Mitnehmen” verschenkt, indes schon.


Während das Bundesheer am Heldenplatz seine traditionelle Leistungsschau abhält, lädt das Bundeskanzleramt am angrenzenden Ballhausplatz zum Kontrastprogramm und wird laut Aussendung zwischen 12 und 17 Uhr “zum Kulturzentrum der Republik”. Da warten die Bundestheater mit Lesungen, Oper-, Musical- und Theaterszenen mit u.a. Mavie Hörbiger, Peter Matic, Elisabeth Orth, Aida Garifullina und Alfred Sramek im Steinsaal auf, und stellen die Bundesmuseen Projekte und Exponate aus.

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) etwa präsentiert digitalisierte Zeitungen der letzten 400 Jahre, das Naturhistorische Museum (NHM) einen Streifzug durch seine 125-jährige Geschichte, das Kunsthistorische Museum (KHM) die Forschung an Alten Meistern mit einem 3D-Mikroskop, die Albertina Ottmas Hörls pinken Dürer-Hasen, das mumok den menschlichen Körper als Motiv des Wiener Aktionismus oder das Belvedere Paola Pivis lebensgroße Bärenfigur. Ums Eck in der Herrengasse 23 wird ins Palais Porcia in die Ausstellung “‘Extraausgabee -!’ Die Medien und der Krieg 1914-1918” geladen. “Wenn es gelingt, bei dem einen oder anderen Gast Lust auf einen Museums-, Theater- oder Opernbesuch zu wecken, dann freut mich das natürlich ganz besonders”, wird Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) zitiert.

Die Lust auf Kunst will auch Bundespräsident Heinz Fischer wecken, der seine Besucher am Tag der offenen Tür in der Präsidentschaftskanzlei zwischen 14 und 16 Uhr nicht mit leeren Händen gehen lässt. Der Verein Roter Teppich für junge Kunst ließ im Vorfeld alte rote Teppiche aus der Hofburg zerschneiden und die Einzelteile von rund 40 Künstlern – darunter etwa Eva Schlegel, Hubert Scheibl und Florian Nitsch – zu Unikaten verarbeiten, wie Organisator Manuel Gras der APA erzählte. Jeweils eines der mehr als 1.500 bemalten, veränderten bzw. beklebten Teppichstücke ziert nun einen Katalog, der Verein, Künstler und die (Kunst-)Geschichte der Hofburg beleuchtet und den Besuchern als Andenken geschenkt wird.

Auch dort, wo Kunst und Kultur an den weiteren 364 Tagen im Jahr zuhause ist, wird mit freiem Eintritt, speziellen Führungen oder Sonderveranstaltungen gelockt. Die ÖNB sowie ihre assoziierten Häuser, also der Prunksaal, das Esperanto-, das Globen- und das Papyrusmuseum, haben am Sonntag freien Eintritt mit teilweise auch speziellen Führungen. KHM, NHM und das Technische Museum bieten immerhin ermäßigten Eintritt an, das NHM zudem auch eine Reihe von Sonderführungen. Freien Eintritt gibt es unterdessen ins Heeresgeschichtliche Museum, Römermuseum, Uhrenmuseum, Wien Museum, in die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künstler, die auch zwei kostenlose Führungen durch die Sammlung anbietet, sowie ins MAK, das unter dem Motto “Bring your family” Workshops rund ums Essen sowie Sonderführungen und Filmscreenings anbietet.

Auch die traditionellen “Festkonzerte zum österreichischen Nationalfeiertag” der Wiener Symphoniker dürfen an diesem Wochenende nicht fehlen. Unter dem Dirigat des tschechischen Jungstars Jakub Hrusa steht am Samstagabend im großen Saal des Musikvereins sowie am Sonntagvormittag im Wiener Konzerthaus Bedrich Smetanas Zyklus sechs symphonischer Dichtungen, “Mein Vaterland”, auf dem Programm. Dem Anlass entsprechend erklingt davor die Komposition “Land” von Gerald Resch, der darin mit Motiven aus der österreichischen Bundeshymne ebendieser Reverenz erweist.

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