Die 7 größten Cannabis-Mythen im Check

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Experten gehen davon aus, dass bis zu 17 Prozent aller Österreicher Cannabis konsumieren.
Experten gehen davon aus, dass bis zu 17 Prozent aller Österreicher Cannabis konsumieren. - © AFP/Orestis Panagioutou
Die Nutzung und mögliche Legalisierung von Cannabis wird von der Politik in Österreich weitestgehend ignoriert. Grund genug, die 7 größten Mythen aufzuzeigen.

Wir haben uns in einem Special ausführlich mit der medizinischen Nutzung und einer möglichen Legalisierung in Österreich auseinandergesetzt.

1. Cannabis ist schädlicher als Alkohol und Zigaretten

Als mittlerweile gesichert gilt inzwischen auch die schädliche Auswirkung des Cannabis-Rauchs auf die Atemwege. Neben dem mitgerauchten Tabak ist vor allem das Harz im “Gras” besonders gefährlich für die Lunge. “Durch das Harz hat ein Joint die Schädlichkeit von 20 Zigaretten”, sagt der Salzburger Primar und Suchtexperte Hannes Bacher. Es gibt jedoch diesbezüglich keine eindeutige Studienlage.

2. Kiffen kann tödlich sein

Es gibt weltweit keinen einzigen wissenschaftlich belegten Todesfall, bei dem Cannabis als Verursacher identifiziert wurde.

3. “Gras” macht dumm

Das Kurzzeitgedächnis wird durch das Kiffen temporär grundsätzlich schlechter, normalisiert sich aber, sobald kein THC mehr im Körper vorhanden ist. Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Cannabis das Gehirn dauerhaft schädigt. Marihuana beeinflusst die Wahrnehmung, lindert Schmerz, entspannt die Muskeln und verstärkt Gefühlszustände sowie Sinneseindrücke. Die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sind vorübergehend beeinträchtigt.

4. Marihuana ist eine Einstiegsdroge

Cannabis ist entgegen aller Theorien keine Einstiegsdroge. Der Konsum sorgt nicht für ein vermehrtes Drogenbedürfnis. Das zeigen auch Studien, die sich mit der Situation in den Niederlanden beschäftigen.

5. Cannabis macht träge und müde

Je nach Sorte wirkt “Gras” anders. Indica-Sorten sorgen für ein sogenanntes körperliches High, das sehr beruhigend wirkt und oft zu Müdigkeit führt. Auf der anderen Seite ist das High von Sativa kopflastig und regt verstärkt zum Nachdenken an.

6. Marihuana macht nicht abhängig

Cannabis kann, muss aber nicht süchtig machen. Suchtexperten gehen derzeit davon aus, dass rund fünf bis zehn Prozent aller Cannabis-Konsumenten Missbrauch betreiben. Das ist übrigens in etwa der gleiche Prozentsatz wie beim Alkohol. Dauerhafter und intensiver Cannabis-Konsum kann mit allgemeinen Rückzugstendenzen bis hin zur sozialen Isolation einhergehen. Dabei stehen Betroffene den Aufgaben des Alltags (Schule, Beruf etc.) häufig gleichgültig gegenüber. Von da an ist es bis zur Abhängigkeit nicht mehr weit.

7. Kiffen ist ungefährlich

Viele Studien beweisen inzwischen, was lange umstritten war: Cannabis kann psychische Erkrankungen, die dann meistens ein Leben lang bestehen, auslösen. “Die drogeninduzierte Psychose (Schizophrenie) begleitet die Menschen schon vom ersten, zweiten, dritten Kontakt mit Cannabis bis zum Lebensende”, so Suchtexperte Bacher.

Unstrittig ist auch, dass nach der Einnahme von Cannabis psychotische Symptome möglich sind. Besonders nach hohen Dosen von THC können Desorientiertheit, Halluzinationen oder ein gestörtes Ich-Gefühl auftreten. Diese Symptome verschwinden jedoch wieder nach einigen Tagen Abstinenz und hinterlassen in der Regel auch keine Folgeschäden. Weiters können durch den Missbrauch von Cannabis verschiedene Syndrome  –  von Amotivationssyndromen, wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, bis hin zu Demenzen –  ausgelöst werden. Etwa zwei bis drei Prozent der Cannabis-Konsumenten bekommen solche Erkrankungen.

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