“Die Erben der alten Zeit”: Hamann macht Salzburg dem Erdboden gleich

Marita Sydow Hamann und ihre "Erben der alten Zeit".
Marita Sydow Hamann und ihre "Erben der alten Zeit". - © Grassroots Edition
Sie ist hübsch, intelligent und überaus sympathisch- und sie radierte Salzburg mit einem spektakulären Schlag vollständig von der Landkarte. Glücklicherweise tat Marita Sydow Hamann das nicht in Wirklichkeit, sondern nur in ihrer Fantasy-Trilogie „Die Erben der alten Zeit”.

Es dürfte wohl das erste Mal sein, dass Salzburg in einem Fantasy-Roman vorgekommen ist.

Hamann schrieb keinen 0815-Roman

An der Art, wie Marita Sydow Hamann Salzburg zugrunde gehen lässt, erkennt man, dass sie keine 0815-Fantasy-Autorin ist, sondern wirklich vollkommen neue Ideen spinnt. So lässt sie in ihrem Roman den Untersberg über 20 Kilometer entlang der Salzach und über Salzburg hinwegrauschen. So unwahrscheinlich ein wandernder Berg klingen mag: So etwas soll sich – in kleinerem Maßstab – vor Urzeiten auf dem amerikanischen Kontinent wirklich einmal abgespielt haben.

Untersberg und Salzburg als Sieger

Ursprünglich wollte die Autorin den deutschen Brocken (im Harz) nach Hannover rauschen lassen. Letztendlich machte aber dann doch der Untersberg das Rennen – vor allem wegen der Mythen, die sich um ihn ranken. Salzburg und der Untersberg setzten sich auch gegen Villach und den Dobratsch durch. Für diese beiden Lokationen hatte der Villacher Verleger optiert. „Es sollte niemand sagen können, dass Kärntner helfen, Salzburg dem Boden gleich zu machen” meint der Verleger Giovanni Facchini, „doch die Autorin bestand auf Salzburg”.

Absolut jugendfrei, ein ideales Weihnachtgeschenk

Das dramatische Schicksal Salzburgs spielt im ersten Band der Fantasy-Trilogie „Die Erben der Alten Zeit” (Die Erben der alten Zeit – Das Amulett). Die Geschichte um das Schicksal des 14-jährigen Findelkindes Charlotta Johansson, genannt Charlie, wurde eigentlich für Jugendliche geschrieben. Es stellte sich aber schnell heraus, dass sie von Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen verschlungen wird. Das ist in dieser Form wohl zuletzt einem Zauberschüler gelungen. Auf jeden Fall sind alle Szenen – inklusive der mit dem spektakulären Untergang Salzburgs – so geschrieben, dass man den Schmöker jugendlichen und erwachsenen Fantasy-Fans gleichermaßen unter den Weihnachtsbaum legen kann.

Ein Buch mit Aschenputtel-Schicksal

„Die Erben der alten Zeit” war von vielen Verlagen abgelehnt worden. Als die Autorin dann das Buch selbst als E-Book bei Amazon veröffentlichte, straften tausende Leser die Lektoren der Verlage Lügen: Innerhalb kurzer Zeit wurde „Die Erben der alten Zeit” alleine durch Mund-zu-Mund-Propaganda zum Bestseller. Das Werk hielt sich wochenlang unter den hundert meistverkauften E-Books im Allgemeinen und unter den meist verkauften Fantasy-Büchern im Besonderen. Der Villacher Verlag „Grassroots Edition” war dann schneller als die anderen und schnappte die Autorin den großen Verlagen vor der Nase weg. Gemeinsam wurde „Die Erben der alten Zeit” vollkommen neu überarbeitet und als Hardcover und E-Book veröffentlicht. Der erste Band der Trilogie „Die Erben der alten Zeit – Das Amulett” ist bereits verfügbar. Der zweite Band („Die Erben der alten Zeit – Der Thul”) erscheint als E-Book im Dezember und als Hardcover im Januar. Der dritte und letzte Band ist für Mai 2014 geplant.

Eine Autorin wie aus dem Roman

Nicht nur die Entstehungsgeschichte des Buchs, auch der Lebenslauf der deutschen Autorin liest sich wie ein Roman. Geboren in Norwegen, wuchs sie in Norwegen, Deutschland, Österreich und Spanien auf. Sie begann ein Lehramtsstudium sowie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, arbeitete in unterschiedlichsten Berufen und zog schließlich mit ihrem Mann nach Schweden, wo sie heute einen kleinen Bauernhof mit Plumpsklo bewohnt. In Schweden arbeitete sie als „Persönliche Assistentin” für eine todkranke junge Frau. In dieser Zeit begann sie „Die Erben der alten Zeit” zu schreiben und den Text anschließend mit ihrer Patientin zu diskutieren. Doch dann traf sie selbst eine heimtückische Krankheit. Wer die vor Leben und originellen Einfällen übersprudelnde, phantastische Geschichte um „Die Erben der alten Zeit” liest, oder gar das Glück hat, die Autorin persönlich kennen zu lernen, kann sich gar nicht vorstellen, dass Marita Sydow Hamann eine Schmerzpatientin ist, die durch das Schreiben aus ihrer Krankheit flieht.

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