28. Juni 2011 04:33; Akt.: 12.04.2012 17:23

„Die Guten“: Der Wälder und die Richterin

Das Anwesen der Stefanie Hagen aus Lustenau. Fast hätten die Fälscher den Besitz bekommen. Das Anwesen der Stefanie Hagen aus Lustenau. Fast hätten die Fälscher den Besitz bekommen. - © VOL: Roland Paulitsch
Dornbirn - Sie brauchte ihn, wie er letztlich noch mehr sie. Als sich der 61-jährige Anton H. um das Erbe der verstorbenen Stefanie Hagen in Lustenau betrogen wusste, suchte er nach erfolgloser Intervention beim Lustenauer Notar Egger die Bezirksrichterin Isabelle Amann auf.

alt Korrekturen melden

Es wurde zu einer schicksalshaften Begegnung mit einem guten Ausgang. Weil der hartnäckige Bregenzerwälder, der im richtigen Testament als Haupterbe vorgesehen war, nicht und nicht locker ließ, wurde die 32-jährige Richterin schließlich stutzig. Sie begann sich mit den Vorwürfen des Metzgermeisters, der die alte Frau bis zu ihrem Tod betreut und ihr Haus in Ordnung gehalten hatte, zu beschäftigen.

 
Spannende Tage

Sie fing an zu recherchieren, trug eine Vielzahl von Akten zusammen und schleuste sie heimlich aus dem Gericht. „Ich habe es mit der Angst zu tun bekommen, der Schaden lag zu diesem Zeitpunkt schon bei mehr als zehn Millionen Euro“, verriet die Juristin später den VN. Zu Hause ackerte Amann nächtelang Akten durch. „Es war mir sehr schnell klar, dass die Spur ins Bezirksgericht Dornbirn führte. Die Testamente sind in den betreffenden Akten immer wieder auf sonderbare Weise aufgetaucht oder verschwunden.

Das war für mich der Hinweis, dass da jemand im Spiel sein musste, der die Aktenabläufe genau kennt“, vergisst die Juristin jene spannenden Tage und Nächte nicht mehr. Endlich kamen die verbrecherischen Machenschaften ans Tageslicht. „Wenn man die Akten nebeneinander legte, ergab das ein Bild: großes Vermögen, keine direkten Nachkommen, Drei-Zeugen-Testament immer derselbe Beistrichfehler.“ Amann schaltete die Staatsanwaltschaft ein, das verbrecherische Tun wurde entlarvt.

 
Tone ließ nicht locker

Dank Anton H. konnten die VN im Februar 2010 als erstes Medium ein korrektes Testament einem gefälschten (siehe Faksimile) gegenüberstellen. „Damit die Leute wissen, wie so etwas aussieht und geschehen kann“, sagte der Kämpfer aus dem Bregenzerwald damals. Anton H. hatte damals rund 10.000 Euro investiert, um die Wahrheit über das gefälschte Testament der Stefanie Hagen herauszufinden. Er gab Gutachten um Gutachten in Auftrag. Richterin Isabelle Amann wurde für ihn zum Glücksfall. „Sie hat mir geglaubt und alles herausgefunden. Das werde ich ihr nie vergessen.“ Isabelle Amann erhielt später auch von der damaligen Justizministerin Claudia Bandion-Ortner am Bezirksgericht in Bezau aufrichtigen Dank.

VN



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf Salzburg24.at
Syrischer Flüchtling in Vorarlberg: “Kann hier nicht leben ohne meine Familie”
Bludenz. - Der Syrer Mozafer Kischti lebt seit Kurzem in Vorarlberg unter der Obhut der Caritas Flüchtlingshilfe. Im [...] mehr »
Glimpflicher Küchenbrand in Wolfurt: Kochtopf vergessen
Wolfurt. Am Sonntagabend wollte sich ein 24-jähriger Wolfurter in seiner Wohnung das Abendessen zubereiten - während [...] mehr »
Tag der Sicherheit in Hohenems
Hohenems - Bereits zum vierten Mal Veranstalten die Hohenemser Blaulicht-Organisationen an diesem Samstag einen [...] mehr »
Alko-Kontrollen im Bezirk Bludenz
Bludenz - Sechs erwischte Alko-Lenker lautet die Bilanz einer Schwerpunktaktion in der Nacht auf Sonntag im Bezirk Bludenz. mehr »
Nachbarn retten Pensionisten vor Brand
Dornbirn - Aufmerksame Nachbarn haben am Samstag Nachmittag in Dornbirn ihren 85-jährigen Nachbarn möglicherweise das [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren