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30. Oktober 2012 12:28; Akt.: 30.10.2012 12:29

Die letzte Ruhe für den Hund: Tierbestattungen in Salzburg boomen

Tierbestattungen werden in Salzburger immer mehr. Tierbestattungen werden in Salzburger immer mehr. - © APA
Wie schmerzlich es ist, wenn der Hund stirbt, hat die Salzburgerin Daniela Edlmayr 1997 am eigenen Leib verspürt. Jetzt arbeitet sie als Tierbestatterin und bringt die Asche verstorbener Haustiere in verplombten Sackerln zu ihren Kunden. Die Nachfrage nach Tierbestattungen wird immer größer.

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Zugleich ist die 52-Jährige oft auch Seelentrösterin für Hinterbliebene, die um ihr letztes Familienmitglied trauern.

Tote Haustiere im Lieferwagen

Einmal in der Woche transportiert Daniela Edlmayr tote Haustiere ins Tierkrematorium nach München. In dem Lieferwagen ist eine Kühlung eingebaut, die Kartonsärge sind nummeriert und tragen Namenschilder. Mit der Asche fährt die Niederlassungsleiterin von “Tiertrauer Salzburg” zurück nach Oberalm (Tennengau) und übergibt sie ihren Kunden. Die Nachfrage steigt, erzählt die Tierliebhaberin im APA-Gespräch. Einen offiziellen Tierfriedhof gibt es in Salzburg nicht.

Tierbestattungen werden immer mehr

“Vor fünf Jahren brachte ich vier Tiere im Monat nach München, jetzt sind es an die 50″, schildert Edlmayr. “Der Stellenwert von Haustieren ist größer geworden. Für viele Leute ist es ein Partnerersatz.” Der Hund, die Katze oder der Zwerghase sind in einer Zeit, in der viele Beziehungen in die Brüche gehen, zum treuen Gefährten geworden. Zehn bis 15 Prozent der 203.000 Haushalte im Land Salzburg haben Hunde, weiß Franz Wieser, Sprecher von Tierschutz-Landesrat Sepp Eisl (V). “Rund 20.000 Hunde leben in Salzburg.” Ein Drittel der Haushalte gehören bereits Singles.

Zweigstelle in Oberalm

Mit dem Tierkrematorium in München arbeitet die Tierbestatterin nun schon seit Jahren zusammen. Seit April 2012 führt sie eine Zweigstelle des Krematoriums in Oberalm. Das Geschäft läuft vorwiegend über Mundpropaganda. Die Besitzerin zweier Hunde kooperiert auch mit Tierärzten, die Haustiere einschläfern und die Trauernden über die Möglichkeit einer Tierbestattung informieren.

Edlmayr legt Wert auf Seriosität und einfühlsamen Umgang mit ihren Kunden. In Oberalm gestaltete sie einen Raum, in dem sich die Tierhalter von ihren verstorbenen Lieblingen verabschieden können. In München werden die Kadaver auf Wunsch einzeln eingeäschert. “Die Asche kommt in ein Sackerl, wird verplombt und mit der persönlichen Begleitnummer versehen.” Damit sei garantiert, dass die sterblichen Überreste von “Bello” oder “Schnurli” darin enthalten sind.

“80 Prozent der Kunden entscheiden sich für die Einzeleinäscherung”, sagt Edlmayr. Sie verrechnet dafür 80 bis 350 Euro – je nach Größe des Tieres. Für die Urnen fallen je nach Qualität zusätzlich 15 Euro (Holzurnen) bis 200 Euro (Designerurnen) an. Diese zieren dann die Erinnerungswinkel in Wohnräumen oder Gärten. Eine Sammeleinäscherung kostet 40 Euro, die Asche kommt in Sammelgräber beim Tierkrematorium München.

“Trösten gehört zum Job”

Das Trösten gehört zum Job. “Wir sitzen auch eine Stunde da und reden. Eine Frau hat ihren Mann verloren, vor fünf Jahren starb die Tochter, und jetzt der Hund, das letzte Familienmitglied”, berichtet Edlmayr über ein erst am Vortag geführtes Gespräch.

“Würdevolle Tierbestattungen” bietet auch Rudolf Schett an. Der Geschäftsführer der “Tieba”-Zentrale in der Stadt Salzburg überstellt ebenfalls verstorbene Haustiere ins Krematorium nach Deutschland. Anfangs übernahm er ein Tier pro Woche, jetzt ist es schon eines pro Tag. Die steigende Nachfrage ist für ihn leicht erklärbar: “Das Haustier ist ein Familienmitglied. Das Vergraben im eigenen Garten ist verboten.”

Einen Tierfriedhof gibt es in Salzburg derzeit nicht. Im April 2009 haben zwei Salzburger zwar den Tierfriedhof “Waldruh” im Ortsteil Glanegg in Grödig (Flachgau) medial vorgestellt. Doch zu einer Bestattung der Asche, wie geplant, ist es nicht mehr gekommen. Fotos von Schaugräbern wurden bereits veröffentlicht. “Das Projekt ist gestorben”, erzählt Andreas Donat. “Wir bekamen Probleme wegen eines Quellschutzgebietes.” Dieses liege aber weit von dem vorgesehenen Waldstück entfernt. “Für den Tierfriedhof waren schon Anfragen da. Aber gegen den Einwand anzukämpfen, hatten wir weder Zeit noch Energie noch das nötige Kleingeld.” (APA)



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