Die Salzburger Maroni-Erhebung

Die AK testete die Qualität von Maroni (Symbolbild).
Die AK testete die Qualität von Maroni (Symbolbild). - © Bilderbox
Was wäre die Vorweihnachtszeit ohne Maroni? Eine aktuelle Erhebung der Arbeiterkammer (AK) bringt nun gute Nachrichten für Maroni-Liebhaber. Es wurden Maroni von insgesamt 13 Ständen und sieben Supermärkten in Stadt und Land Salzburg getestet. Wir haben die Ergebnisse.

Getestet wurden Ende November Maroni-Stände und Kastanien aus Supermärkten und Diskontern getestet. In einem zertifizierten Labor für Lebensmitteluntersuchung wurden die Proben dann überprüft. Dabei ging es vor allem um den sogenannten Schlechtanteil. Denn gemäß „Österreichischem Lebensmittelbuch“ ist für Maroni, bzw. Kastanien – bei einer Untersuchung von mindestens 100 Stück – ein Schlechtanteil von höchstens 20 Prozent zulässig. Untersucht wurde dabei, ob die Proben schimmlig, wurmig oder verbrannt waren.

Testkäufer beurteilen Maroni

Jedoch nicht nur die Qualität wurde in das Testresultat miteinbezogen. Die Testkäufer beurteilten auch den Geschmack, die Temperatur und die Schälbarkeit der Maroni. Ein wesentliches Kriterium war auch, ob der Maronibrater vor dem Abfüllen noch eine Qualitätskontrolle durchgeführt hat.

Nur drei Stände mangelhaft

AK-Konsumentenschützer und Erhebungsleiter Stefan Göweil: „Mit den Ergebnissen auf Salzburgs Maroniständen kann man im Grunde genommen zufrieden sein, jedoch nicht restlos. Sieht man sich die Ergebnisse bei den Maronistandln an, fällt auf, dass speziell in der Stadt alle Proben mit einer Ausnahme den Bestimmungen des Österreichischen Lebensmittelbuchs (Codex) entsprechen.“

Bei drei Adventmärkten musste das Ergebnis der Maronibrater bemängelt werden. Zehn Stände verkauften Maroni, die dem Codex entsprechen. Immerhin ein Stand erreichte mit null Prozent Schlechtanteil ein außergewöhnliches Ergebnis.

Viele Standler kontrollieren ihre Maroni

Leider ist es noch immer nicht die Regel, dass vor Abgabe an Kunden die Ware kontrolliert wird ob nicht geschlossene, verbrannte oder sonstig mangelhafte Maronen abgegeben werden. Denn Kunden haben Anspruch auf einwandfreie Ware. Gleich sieben von 13 „Maronistandlern“ führten vor dem Verkauf keine Endkontrolle durch. „Das sollte sich auf alle Fälle verbessern“, fordert Göweil und hat gleichzeitig noch einen Tipp für die Konsumentinnen und Konsumenten parat: Nicht nur im Supermarkt, sondern auch beim Stand ist Maroni-Kauf ein Kaufvertrag: Das heißt, Konsumenten haben einen Anspruch auf eine 100-prozentige Qualität und daher ein Recht (Gewährleistungsanspruch) auf Umtausch oder Nachlieferung.

Maroni in der Mozartstadt teurer

Der Durchschnittspreis für ein Stanitzel gefüllt mit Maroni liegt in der Stadt Salzburg im heurigen Jahr bei 3,60 Euro, das bedeutet eine Preissteigerung von 20 Prozent in den letzten sechs Jahren. In den Umlandgemeinden liegen die Preise im Schnitt bei 3,35 Euro für eine Portion.

Extreme Preisunterschiede in Supermärkten

Jedoch nicht nur auf den Märkten variieren die Preise für Maroni. In Supermärkten gibt es zum Teil extreme Preisunterschiede. Erstmals wurden bei der AK-Maronierhebung auch Kastanien aus sieben Supermärkten und Diskontern stichprobenartig gekauft und untersucht. „Auch für Ware aus dem Supermarkt gelten die gleichen Kriterien aus dem Codex. Dabei wurde wieder gezählt, wie viele Produkte wurmig, schimmlig, faulig, ranzig oder vertrocknet waren“, so Göweil.

Die Kilopreise variieren in den Supermärkten laut der Erhebung extrem. Zwischen 4,99 Euro und 19,96 müssen Kunden für die Kastanien bezahlen.

Fünf von sieben Waren lagen unterhalb des im Codex vorgegebenen maximalen Schlechtanteils von 20 Prozent. Vier Proben lagen sogar lediglich bei fünf Prozent oder darunter. Zwei Proben lagen darüber und gelten somit als nicht verkehrsfähig.

Qualität im Supermarkt variiert

Maronen und Kastanien sind reine Naturprodukte und keine maschinell genormt produzierte Endprodukte. Deutlich zeigt sich das bei ein- und demselben Produkt, das bei zwei verschieden Supermärkten einmal 29 Prozent und einmal lediglich fünf Prozent Schlechtanteil aufwies. Das heißt: Gleiche Marke, gleicher Ursprung, gleicher Vertreiber – aber großer Qualitätsunterschied „Das zeigt, welch große Unterschiede bei der Qualität von reinen Naturprodukten auftreten können. Aus diesem Grund sollten Hersteller und Händler auf die Kontrollen vor dem Verkauf verstärkt Wert legen“, empfiehlt der AK-Konsumentenschützer.

Viele Standler kontrollieren ihre Maroni

Leider ist es noch immer nicht die Regel, dass vor Abgabe an Kunden die Ware kontrolliert wird ob nicht geschlossene, verbrannte oder sonstig mangelhafte Maronen abgegeben werden. Denn Kunden haben Anspruch auf einwandfreie Ware. Gleich sieben von 13 „Maronistandlern“ führten vor dem Verkauf keine Endkontrolle durch. „Das sollte sich auf alle Fälle verbessern“, fordert Göweil und hat gleichzeitig noch einen Tipp für die Konsumentinnen und Konsumenten parat: Nicht nur im Supermarkt, sondern auch beim Stand ist Maroni-Kauf ein Kaufvertrag: Das heißt, Konsumenten haben einen Anspruch auf eine 100-prozentige Qualität und daher ein Recht (Gewährleistungsanspruch) auf Umtausch oder Nachlieferung.

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