Diese Regeln gelten für Schwammerlsucher in Salzburg

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Besonders Eierschwammerl sind eine beliebte Speise.
Besonders Eierschwammerl sind eine beliebte Speise. - © APA/ANGELIKA KREINER/Archiv
Die Schwammerl sprießen zurzeit in den Salzburger Wäldern wieder aus dem Boden. Zahlreiche Wanderer sind auf der “Jagd”. Zwei Kilogramm pro Person und Tag sind erlaubt, das wissen die meisten und die Regeln sind alles andere als “schwammig”. Wir klären auf.

Von den ca. 8.800 in Österreich bekannten Pilzarten kommen für Speisezwecke nur etwa 100 Arten in Frage. Viele Arten sind ungenießbar bzw. haben keinen Speisewert und einige sind für den Menschen sogar tödlich giftig. HIER findet ihr Tipps.

Beim Schwammerlsuchen gilt ein Nachtverbot

Das Sammeln von Pilzen ist in Salzburg täglich von 7 bis 19 Uhr erlaubt, ab 1. Oktober bis 17 Uhr sowie ganzjährig in einigen Schutzgebieten.

500 Ehrenamtliche der Salzburger Berg- und Naturwacht sind als Kontrollorgan unterwegs. Auf frischer Tat ertappt, gibt es fast keine Ausrede, die es nicht gibt. Alexander Leitner, Leiter der Berg- und Naturwacht, kennt sie am allerbesten – die Klassiker, wenn jemand mit mehr als der erlaubten Menge erwischt wird:

  • Habe ich nicht gewusst.
  • Ich bin mit dem Waldbesitzer verwandt.
  • Meine Frau ist noch weiter oben, die kommt gleich.

“Wir lassen alle drei – und auch alle anderen – nicht gelten”, betont Leitner und die zuständige Landesrätin Maria Hutter (ÖVP) fügt hinzu: “Pilze sind sehr wichtig für unser Ökosystem, deshalb müssen wir sie schützen.” Als Zersetzer von totem organischem Material recyceln sie Nährstoffe. In Form einer Lebensgemeinschaft sind sie lebensnotwendig für das Wachstum vieler Baumarten. Sie helfen ihnen bei der Nährstoff- und Wasseraufnahme aus dem Boden und erhalten dafür von den Bäumen Nährstoffe, die sie selber nicht produzieren können. Dieses Zusammenleben ist für den Wald entscheidend. Viele Pilze sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Tiere.

Landesrätin Maria Hutter mit Heinz Thomasser (li.) und Alexander Leitner, Landesleiter Berg- und Naturwacht./LMZ/Thomasser Landesrätin Maria Hutter mit Heinz Thomasser (li.) und Alexander Leitner, Landesleiter Berg- und Naturwacht./LMZ/Thomasser ©

Hat man zu viele Pilze mit, geht man ganz ohne nach Hause

Wer größere Mengen an Pilzen sammeln oder diese verkaufen möchte, braucht die Genehmigung des Grundeigentümers und der Naturschutzbehörde. Was passiert, wenn ein Schwammerlsucher mit einer zu großen Menge erwischt wird? “Die Ausrede, dass man es nicht gewusst hat, gilt nicht. Die meisten wissen ohnehin Bescheid und es trifft genau so viele Einheimische wie Touristen”, weiß Leitner. Die Pilze werden jedenfalls beschlagnahmt. Alle, nicht nur jene, die über die erlaubte Menge hinaus gesammelt wurden.

Zu viele Schwammerl: Strafen bis zu 14.000 Euro

Die Raffgier wird mit einer Anzeige geahndet, dabei droht theoretisch eine Geldstrafe bis zu 14.000 Euro. Mitglieder der Berg- und Naturwacht sind speziell ausgebildet, dürfen Sammler anhalten, Daten aufnehmen, aber auch zum Beispiel den Rucksack durchsuchen.

Andere freuen sich über die Schwammerl

“Normalerweise müsste man die Pilze auf die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Strafbehörde bringen, aber da es um verderbliche Ware geht, haben wir uns darauf geeinigt, dass sie verwertet werden”, so Leitner. So freuen sich Patienten in Krankenhäusern, Bewohner in Seniorenwohnhäusern oder auch Soldaten in den Kasernen über Schwammerlgulasch und so weiter. Darüber wird genau Protokoll geführt.

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