Digitalisierung der Bahn geht laut ÖBB-Chef Matthä weiter

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Matthä ist mit der Entwicklung der vergangenen Monate zufrieden
Matthä ist mit der Entwicklung der vergangenen Monate zufrieden - © APA
In den letzten zehn Jahren haben die ÖBB 130 Mio. Euro in die Digitalisierung investiert, alle Vertriebskanäle wurden vereinheitlicht. Jetzt werden über 1.000 Ticket-Automaten auf das neue Software-System umgestellt. Alle 8 Vertriebskanäle – Automaten, Schalter am Bahnhof, Internet, App, Zugbegleiter, ÖBB Reisebüro, externe Partner und telefonisches Kundenservice 05 1717 – sind dann harmonisiert.

Für die Kunden der Bahn bedeute dies natürlich eine Umgewöhnung, erklärt ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä im APA-Gespräch. Die Kunden könnten mit jedem angezeigten Zug fahren – außer natürlich bei Sparschiene und einer Sitzplatzreservierung. Großer Vorteil des Systems sei die Integration der Verkehrsverbünde. So könne man mit einem einzigen Ticket etwa vom Salzburger Mirabellplatz nach Matrei am Brenner fahren – mit Bus, Railjet und S-Bahn. Die neue Basistechnologie werde auch den Verkehrsverbünden angeboten. “Wir sind bereit, das zu öffnen”, sagte Matthä.

Jedes Jahr verkaufen die ÖBB 40 Millionen Tickets. Zahlenmäßig die meisten davon werden am Automaten gelöst, 25 Prozent des Umsatzes werden im Internet und über die App am Smartphone erzielt, wo die höherpreisigen Tickets erworben werden. Seit dem Start der ÖBB-App Anfang 2016 wurden bereits 1,5 Millionen Tickets via App erstanden.

Auf Erfolgskurs sei auch die neue online erwerbbare Vorteilscard 66. “Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung”, sagte Matthä. Die neue Vorteilscard kostet nur mehr 66 statt wie die Vorteilscard Classic bisher 99 Euro und bringt ebenso Ermäßigungen bis zu 50 Prozent auf den Ticketpreis.

Verbessert werde auch die Telefonie-Qualität an Bord der Züge. Mit Dezember starte auf der Westbahnstrecke zwischen Wien und Salzburg das verbesserte System für den Mobilfunk, das in Kooperation mit drei Mobilfunkbetreibern umgesetzt wird. Ziel sei es störungsfreier zu telefonieren – was in den Zügen wegen der Strahlendämpfung nur durch leistungsfähige Verstärker (Repeater) in den Fahrzeugen möglich sei. Anschließend soll auch auf der Südstrecke die Telefonie-Qualität verbessert werden.

Insgesamt nimmt die Zahl der Fahrgäste der ÖBB weiter zu, freut sich Matthä. Im Personenverkehr werde die Parkraumbewirtschaftung in der Ost-Region eine weitere Zunahme der Fahrgäste bringen, in Tirol wirke sich die Verbilligung durch den Verkehrsverbund positiv aus. Auch der Einsatz modernere Züge führe zu immer mehr Fahrgästen. “Österreich ist ein Bahn-Land”, verweist der ÖBB-CEO auf den Spitzenplatz Österreichs in der EU-Statistik: Hierzulande werden die meisten Bahnkilometer pro Bürger gefahren – übertroffen wird das Land nur von der Schweiz. Laut dem jüngsten Marktbericht liegen Österreichs Bahnpassagiere mit 1.427 pro Kopf und Jahr gefahrenen Kilometern im EU-Vergleich an der Spitze.

Im Güterverkehr spürt die Bundesbahn das Anspringen der Konjunktur: Mit den Mengen sei man “sehr zufrieden”, mit den Preisen gar nicht, erläutert Matthä die Problematik: “Die Margen sind eigentlich fürchterlich”. Bei den steigenden Mengen müsse man auf eine Optimierung der Kapazitäten setzen. “Derzeit fährt alles was Räder hat”. Im Güterverkehr sind die Bundesbahnen mittlerweile europaweit Nummer Zwei, nach der Deutschen Bahn.

Indes betonte Matthä, sich nicht am laufenden Wahlkampf beteiligen zu wollen. Er will auch nicht hineingezogen werden. “Ich führe keinen Wahlkampf”, sagt Matthä. Natürlich sei die Bundesbahn ein “Unternehmen der Österreicher” und müsse sich auch den Sachdiskussionen stellen, aber “ich möchte auf dieser Sachebene bleiben”, sagte er. ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger hatte dem ÖBB-Chef vor einigen Tagen vorgeworfen, dass “die ÖBB anscheinend auf Kosten der Steuerzahler einen Wahlkampfauftritt für SPÖ-Regierungsmitglieder finanzieren”.

(APA)

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