Skandaltrainer Walter Mayer
In jenem Artikel ging es darum, dass Roth 290.000 Euro an den wegen der olympischen Doping-Skandale von Salt Lake City 2002 und Turin 2006 von den Spielen und vom ÖSV ausgeschlossenen ehemaligen Langlauf-Erfolgstrainer Walter Mayer gezahlt hat.
Roth erklärte im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur, dass ihn in erster Linie die Spekulationen des betreffenden “Kurier”-Redakteurs verärgert hätten. Die Zeitung hatte etwa vermutet, dass die Zahlung an den für Olympia- und WM-Medaillen im Langlauf federführend beteiligten ÖSV-Trainer Mayer als “Schweigegeld” gedacht sein könnte, um “endgültig den Mantel des Vergessens” über die Doping-Affären zu legen.
“Das Gegenteil war der Fall”, betonte Roth, der seit 1980 Bücher über die Sportwelt publiziert bzw. verlegt, am Montagnachmittag. “Mein Antrieb war es, Walter Mayers Lebensbeichte zum Thema Doping zu erhalten, und als Inhaber sämtlicher publizistischer Verwertungsrechte diese dann entsprechend über Film, TV, Radio Internet und den Printbereich zu veröffentlichen. Deshalb habe ich Walter Mayer diese 290.000 Euro aus eigener Tasche bezahlt.”
Roth bestritt auch nicht, dass sich mit der Zahlung dieser Summe, die er Mayer als “Angeld” in Form eines Darlehens (Roth: “Ich weiß ja nach wie vor nicht, ob Mayer wirklich liefert, kann also die 290.000 Euro zurückverlangen”) habe zukommen lassen, für ihn als Unterstützer der Salzburger Olympia-Bewerbung 2014 eine “Win-Win-Win-Situation” ergeben habe. Zuallererst einmal weil Walter Mayer durch den Vertragsabschluss mit Roth die Klagen gegen IOC-Präsident Jacques Rogge und Richard Pound, den damaligen Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), wegen Rufschädigung im Zuge der Turin-Affäre beim Landesgericht in Wien fallen gelassen habe.
Zweitens blieb damit für Roth die Chance bestehen, dass einmal die volle Wahrheit bezüglich der Doping-Skandale von Salt Lake City und Turin ans Licht komme. Denn in einem Prozess hätte sich Mayer als “Unschuldslamm” dargestellt und hätte im Falle eines Sieges dies nie wieder widerrufen können, ohne dafür strafrechtlich belangt werden zu können. “Und natürlich war dies auch für die Bewerbung von Salzburg 2014 hilfreich, dass Rogge und Pound in Österreich nicht vor Gericht erscheinen müssen”, betonte Roth.
Auslöser für seinen persönlichen Antrieb, “den Dopingsumpf zu erhellen”, sei der Skandal um den kanadischen Sprinter Ben Johnson 1988 bei den Olympischen Sommerspielen gewesen. Und Ende 2006 sei ihm eben die Idee gekommen, mit Mayer einen diesbezüglichen Vertrag abzuschließen. “Ich habe mir gedacht, dass Walter Mayer Kohle braucht und ich ihn so kriege”, erinnerte sich der ehemalige Handball-Spieler von UHC Salzburg im Gespräch mit der APA. Dabei hatte Roth zu diesem Zeitpunkt Mayer noch nicht einmal persönlich gekannt.
Via Telefon habe er wenig später erstmals Kontakt mit dem ehemaligen ÖSV-Trainer aufgenommen und Mayer dann in seiner Pension “Erzherzog Johann” in der Ramsau getroffen. Im Februar 2007 kam es schließlich zum Vertragsabschluss von Mayer mit der Erwin Roth d.o.o. (GmbH). Der Verleger hatte danach keine Eile in der Sache, weil er erst ein persönliches Vertrauensverhältnis zu Mayer aufbauen wollte, damit sich dieser dann entsprechend “öffne” und ihm einmal die ganze Wahrheit zum Thema Doping erzähle.
Der “Kurier” teilte auf APA-Anfrage mit, dass bereits am Donnerstag ein Schreiben von Roths Anwalt Wolfgang Berger eingegangen sei, in dem allerdings nur folgender Satz im Artikel vom 31. August 2008 mokiert worden sei: “Erwin Roth, der Nobelmakler aus Salzburg. Trotz mehrerer Pleiten schaffte es der 53-Jährige immer wieder, im Geschäft zu bleiben.”
Der “Kurier” teilte auf APA-Anfrage mit, dass bereits am Donnerstag ein Schreiben von Roths Anwalt Gerhard Berger eingegangen sei, in dem allerdings nur folgender Satz im Artikel vom 31. August 2008 mokiert worden sei: “Erwin Roth, der Nobelmakler aus Salzburg. Trotz mehrerer Pleiten schaffte es der 53-Jährige immer wieder, im Geschäft zu bleiben.”
Diese Darstellung beruht laut “Kurier” auf einem Bericht im “Wirtschaftsblatt” vom 10. Jänner 2004, das damals geschrieben hatte: “So gelingt es dem redegewandten Geschäftsmann aus Salzburg, der in seiner 25-jährigen Karriere 17 Mal Ort und Job gewechselt und auch die eine oder andere Millionenpleite hingelegt hat, stets neue Nobelklientel aufzureißen.” Der “Kurier” legte weiters wert darauf, dass in der Berichterstattung über Mayer nur Fakten berichtet worden seien, die laut einem Vertrag belegbar seien.