Drahtzieher der Anschläge in Paris und Brüssel identifiziert

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Fast ein Jahr nach den Anschlägen in Paris haben die Ermittler einen weiteren möglichen Drahtzieher identifiziert. Der Belgier marokkanischer Herkunft, Oussama Atar, werde verdächtigt, von Syrien aus die Attentate von Paris sowie die von Brüssel am 22. März koordiniert zu haben, hieß es am Dienstag aus Ermittlerkreisen. Der 32-Jährige soll der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” angehören.

Die Behörden glauben, dass sich Oussama Atar hinter dem Decknamen “Abou Ahmad” verbirgt, der mehrfach während der Untersuchungen zu den Anschlägen von Paris und Brüssel auftauchte. “Er ist der einzige Koordinator aus Syrien, der während der Ermittlungen identifiziert wurde”, hieß es weiter.

Atar ist den Geheimdiensten bekannt: Er ist ein entfernter Cousin der Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui, die sich in Brüssel in die Luft sprengten. Bei den Attentaten wurden 32 Menschen getötet. In diesem Zusammenhang wurde gegen Atar bereits ermittelt.

Neu ist seine mögliche Verwicklung in die Anschläge von Paris, bei denen Islamisten 130 Menschen töteten. Atar soll nach Überzeugung der Ermittler nicht nur als Hintermann dieser Angriffe aus Syrien fungiert haben.

Zudem soll er die zwei vergangenes Jahr in Österreich festgenommenen Jihadisten beauftragt haben, einen weiteren Anschlag in Paris zu begehen. Der Algerier Adel H. und der Pakistaner Muhammad U. waren in einem Flüchtlingslager in Salzburg gefasst worden. Sie sollen gemeinsam mit zwei der späteren Paris-Attentäter – Ahmad al-Mohammed und Mohammad al-Mahmoud – als Flüchtlinge getarnt über Griechenland in die EU eingereist sein.

Im Gegensatz zu den späteren Attentätern wurden der Algerier und der Pakistaner aber in Griechenland wegen falscher Dokumente festgenommen. Ende November – und damit erst nach den Anschlägen – erreichten sie Österreich. Mittlerweile wurde die beiden Männer nach Frankreich ausgeliefert. Dort soll der Algerier Atar anhand von Fotos identifiziert haben. Zudem tauchte der Deckname Abou Ahmad bei Auswertungen eines Computers auf, der im Umfeld der belgischen Jihadistengruppe gefunden wurde.

Ein weiterer mutmaßlicher Drahtzieher, Abdelhamid Abaaoud, war bereits zwei Wochen nach den Pariser Anschlägen im November 2015 bei einer Razzia der Polizei im Vorort Saint-Denis getötet worden. Er hatte lange im Brüsseler Vorort Molenbeek gelebt.

Am 13. November 2015 hatten drei IS-Terrorkommandos in Paris insgesamt 130 Menschen ermordet. Dreieinhalb Monate später verübten Islamisten in Brüssel einen Doppelanschlag am Flughafen und in der U-Bahn und töteten 32 Menschen. Die Ermittlungen ergaben Verbindungen zwischen den Attentätern von Paris und Brüssel.

(APA/ag.)

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