Drei Explosionen am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund: Spiel abgesagt

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Mehrere Scheiben am Bus sind geborsten.
Mehrere Scheiben am Bus sind geborsten. - © APA/AP/dpa
Vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den AS Monaco hat es am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund mehrere Explosionen gegeben. 

Nach drei Explosionen am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist das Champions-League-Spiel am Dienstag gegen AS Monaco abgesagt worden. Das teilte der deutsche Fußball-Bundesligist eine Viertelstunde vor dem geplanten Anpfiff des Viertelfinal-Hinspiels in der Signal-Iduna Arena mit. Die Partie soll nun am Mittwoch um 18.45 Uhr stattfinden. Die UEFA legte in Absprache mit beiden Clubs den neuen Spieltermin fest.

Polizei spricht von “ernst zu nehmenden Sprengsätzen”

Kurz nach der Abfahrt des BVB vom Teamhotel zum Stadion waren in der Nähe des Mannschaftsbusses die Sprengsätze explodiert. In einer Polizeimitteilung hieß es: “Nach jetzigem Kenntnisstand sind die Scheiben des Busses (ganz oder teilweise) geborsten und eine Person wurde verletzt. Um was es sich bei der Explosion genau gehandelt hat oder wo genau etwas explodiert ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden.”

Die Sprengsätze waren nach Einschätzung der Polizei durchaus gefährlich. “Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einem Angriff mit ernst zu nehmenden Sprengsätzen aus”, hieß es weiter. “Die Sprengsätze könnten in einer Hecke in der Nähe eines Parkplatzes versteckt gewesen sein.”

Verdächtiger Gegenstand beim BVB-Teamhotel

Der Ort der Explosionen wurde weiträumig abgesperrt. Die Sicherheitskräfte suchten die weitere Umgebung mit einer Drohne ab. Dabei hat man beim Teamhotel einen verdächtigen Gegenstand entdeckt. Was genau gefunden wurde und ob der Fund mit den Explosionen in Verbindung steht, war vorerst nicht bekannt.

Die Mannschaft sollte zunächst mit einem anderen Bus zum Stadion gebracht werden. Mehrere Spieler hielten sich vor der Unterkunft auf. Nach der Absage kehrte das Team in das Hotel zurück.

Marc Bartra bei Explosionen verletzt

Bei dem Verletzten handelt es sich Vereinsangaben zufolge um BVB-Verteidiger Marc Bartra. Er wurde an einer Hand verletzt und notärztlich versorgt, bestätigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der BVB-Bus wurde nach Vereinsangaben an zwei Stellen beschädigt. “Die ganze Mannschaft ist in einer gewissen Schockstarre. Wir müssen versuchen, das in irgendeiner Weise zu kanalisieren. Das wird nicht einfach, wir müssen morgen spielen. Solche Bilder bekommst du nicht aus dem Kopf raus”, sagte Watzke.

Watzke: “Mannschaft war geschockt”

“Wir waren natürlich geschockt. Die Mannschaft war geschockt”, sagte Watzke weiter. Auch Trainer Thomas Tuchel habe die Attacke direkt mitbekommen, berichtete Watzke: “Thomas war natürlich auch geschockt, weil eine der Explosionen wohl direkt an seiner Seite stattgefunden hat.” “Ich hoffe das es uns in irgendeiner Weise morgen gelingt, einigermaßen wettbewerbsfähig wieder auf dem Feld zu stehen”, ergänzte Watzke. BVB-Präsident und Ligapräsident Reinhard Rauball äußerte die Hoffnung, dass das Team zu einer Trotzreaktion fähig sei. “Das wäre das Allerschlechteste, wenn durch eine derartige Handlung heute Abend diejenigen auch noch Erfolg haben, dass die Mannschaft sich beeinflussen lässt. Ich bin überzeugt, dass Trainer und Mannschaft genau den richtigen Weg gehen werden und morgen eine bestmögliche Leistung abrufen werden”, sagte Rauball.

Tausende Fans bereits in Dortmunder Stadion

Tausende Zuschauer hatten sich am Abend bereits im Stadion befunden. Stadionsprecher Norbert Dickel informierte die Fans vor Ort: “Es besteht jetzt hier im Stadion kein Grund zur Panik”, sagte Dickel, der von einem “gravierenden Zwischenfall” sprach. Sie wurden aufgefordert, zunächst im Stadion zu bleiben. Die Monaco-Fans skandierten “Dortmund, Dortmund“. Die Heimreise gestaltete sich nach ersten Informationen schließlich problemlos.

Auch aus der Fußballwelt gab es Zuspruch. Der FC Barcelona twitterte “Unsere ganze Unterstützung für @MarcBartra, @BVB und alle seine Fans”. Ebenso kamen aus München kamen Nachrichten. Bayern-Verteidiger Jerome Boateng hoffte, dass “alle okay”, seien.

(APA)

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