Drogen im Millionen-Schwarzmarktwert in NÖ sichergestellt

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Das Suchtgift war in Feuerlöschern versteckt
Das Suchtgift war in Feuerlöschern versteckt - © APA
Niederösterreichische Kriminalisten haben Drogen im Millionen-Schwarzmarktwert sichergestellt. Zwei türkische Gruppierungen wurden ausgeforscht, berichtete die Polizei am Mittwoch. 14 Verdächtige sind in Haft, zwei werden noch gesucht. Beschlagnahmt wurden drei Kilo Heroin und 15 Kilo Morphin, versteckt in Feuerlöschern.

Der Straßenverkaufswert wurde in einer Pressekonferenz in Wiener Neustadt mit etwa sechs Millionen Euro beziffert. Zwei türkische Staatsbürger wurden in Haft genommen.

Mit Heroin und Kokain gedealt

Zudem wurde einer aus 14 Personen bestehenden Tätergruppe der jährliche Verkauf von mindestens 18 Kilo Heroin bzw. Kokain seit etwa zehn Jahren nachgewiesen. Der Schwarzmarktwert wurde – hochgerechnet auf 180 Kilo – mit etwa neun Millionen Euro beziffert. Zwölf Beschuldigte sind in Haft. Polizeiangaben vom Mittwoch zufolge besteht außerdem der Verdacht der Freiheitsentziehung und Körperverletzung sowie der Geldwäsche.

Laut Johann Götz vom Landeskriminalamt NÖ hatte ein türkischer Familienclan über Jahre in großem Stil mit Heroin aus der Osttürkei und Kokain aus den Niederlanden gedealt. Die Organisation des Handels lief über ein Gemüsegeschäft in Wiener Neustadt. Der Suchtmittel-Schmuggel in Feuerlöschern wiederum wurde auf einem Parkplatz der Pyhrn-Autobahn (A9) in der Steiermark gestoppt.

Zwei Mitglieder noch gesucht

Im Raum Wiener Neustadt wurden den Kriminalisten zufolge 14 Beschuldigte ausgeforscht. Gegen die zwei noch gesuchten Mitglieder des Familienclans bestehen laut den Angaben vom Mittwoch europäische Haftbefehle. Außerdem wurden 80 mutmaßliche Abnehmer einvernommen und zum Großteil der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Aufgrund der Geständnisse der Bandenmitglieder kann laut den Ermittlern von einer zehnjährigen Tätigkeit des Clans ausgegangen werden. Versorgt worden sei ein Großteil der Heroin-Konsumenten im Raum Wiener Neustadt. Die Ware sei von mittlerer Qualität gewesen. Das Kokain war laut Fahndern von hoher Qualität.

Im Zusammenhang mit der Amtshandlung erfolgten auch mehrere Anzeigen wegen Geldwäsche. Außerdem soll ein 23-jähriger türkischer Beschuldigter seine gleichaltrige österreichische Lebensgefährtin misshandelt haben. Die Frau soll unter anderem geschlagen, weiters an einen Baum gefesselt und mit einem Stock traktiert worden sein.

Straßenverkaufswert von sechs Millionen Euro

Im zweiten am Mittwoch bekannt gegebenen Fall war ein 36-jähriger Türke ins Visier der Ermittler geraten. Er wurde Ende Dezember 2016 ebenso wie ein Landsmann und Lenker eines Sattelzuges (45) auf dem Rastplatz Kammern (Bezirk Leoben) der A9 bei der Abwicklung eines Drogengeschäfts festgenommen. Unterstützt von zwei Suchtgiftspürhunden waren in der Fahrerkabine vier Handfeuerlöscher sichergestellt worden, die nicht ihrem eigentlichen Zweck dienten. Einer war den Ermittlern zufolge mit drei Kilo Heroin, die drei anderen waren mit insgesamt 15 Kilo Morphin befüllt. Aufgrund des jeweils hohen Reinheitsgrades bezifferten die Ermittler den Straßenverkaufswert mit sechs Millionen Euro.

Heroin in Feuerlöscher abgefüllt

Der mit Heroin befüllte Feuerlöscher wäre für Österreich bestimmt gewesen. Die drei anderen sollten nach Köln gebracht werden. Der Chauffeur gab zu, bei drei vorangegangenen Touren bereits vier Feuerlöscher nach Deutschland transportiert zu haben. Pro Stück habe er 5.000 Euro erhalten. Der Mann wurde ebenso wie der 36-Jährige in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.

Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Prucher sprach bei der Pressekonferenz in Wiener Neustadt von der größten Suchtgift-Amtshandlung in seinen mehr als 40 Dienstjahren. Der eindrucksvolle Fahndungserfolg sorge auch für Betroffenheit, fügte Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) hinzu. Immerhin sei Wiener Neustadt ein Hotspot der Drogenmafia gewesen. Darüber hinaus würde die Zahl der Suchtgiftaufgriffe im Jänner und Februar zeigen, dass Schutzzonen beim Bahnhof und Stadtpark notwendig seien.

(APA)

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