Salzburg entscheidet: Sonnwendfeuer in Waldnähe verboten

Akt.:
11Kommentare
Ein Funke reicht aus, um eine Wiese in Brand zu setzen, darum könnten Sonnwendfeuer in Salzburg heuer abgesagt werden.
Ein Funke reicht aus, um eine Wiese in Brand zu setzen, darum könnten Sonnwendfeuer in Salzburg heuer abgesagt werden. - © dpa/A3446 Patrick Seeger
Im Bundesland Salzburg haben die Behörden am Dienstag auf die akute Waldbrandgefahr durch die anhaltende Hitze und Trockenheit reagiert. Die fünf Bezirkshauptmannschaften und der Magistrat der Landeshauptstadt erließen Verordnungen, wonach in Wäldern und gefährdeten Bereichen ab sofort das Feuermachen, Rauchen und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten ist.

In Österreich ist derzeit die Waldbrandgefahr sehr hoch. Einige Regionen, unter anderem auch in Salzburg, sind extrem trocken, wie eine Analyse der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt. “Wertet man Niederschlag und potenzielle Verdunstung der letzten 30 Tage aus, zeigt sich, dass fast ganz Österreich derzeit zu trocken für Mitte Juni ist”, sagte Klimaforscher Klaus Haslinger am Montag. Die Gefährdung wird aus derzeitiger Sicht in den kommenden Tagen weiterhin bestehen bleiben. Erst wenn der Boden nach Regenfällen wieder ausreichend feucht ist, kann Entwarnung gegeben werden. Kleinräumige, schwache Niederschläge reichen dazu nicht aus.

Keine Sonnwendfeuer in der Nähe von Wäldern

Besondere Vorsicht empfahlen die Salzburger Behörden den Veranstaltern von Sonnwendfeuern am kommenden Wochenende. “Im Gefährdungsbereich von Wäldern sind Sonnwendfeuer in den betroffenen Gebieten strengstens verboten. Außerhalb dieser Bereiche ist das Abbrennen der Feuer zwar erlaubt, aber dennoch ist höchste Vorsicht geboten”, teilte der ressortzuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) mit. “Wenn Vernunft und Hausverstand eingesetzt werden, steht den traditionellen Sonnwendfeuern nichts im Wege.” Die Stadt Salzburg empfahl am Dienstag im Zweifelsfall mit der Feuerwehr oder dem zuständigen Förster zu sprechen, ob Funkenflug von einem Sonnwendfeuer umliegende Wälder gefährden könnte.

Die Experten des Landes Salzburg, der Bezirkshauptmannschaften und der ZAMG stehen in Kontakt und bewerten das Gefährdungspotenzial täglich.

Hitze hält Juni fest im Griff

“Wir sind am Beginn einer für Juni doch sehr ungewöhnlich langen und intensiven Hitzewelle”, führte Alexander Orlik von der ZAMG aus, “ob es für einen Rekord reicht, lässt sich allerdings jetzt noch nicht sagen. Die bisher längste Hitzewelle mit Start im Juni war im Jahr 2012 mit 14 Tagen in Serie von mindestens 30 Grad. Zum Beispiel verzeichneten damals Neusiedl am See, Andau im Seewinkel und Güssing ab dem 28. Juni 14 Hitzetage hintereinander.”

Ungewöhnliche Trockenheit

Ungewöhnlich sind die in Summe geringen Regenmengen der letzten Wochen. “Mai und Juni 2017 werden sich ziemlich sicher unter den fünf trockensten Mai-Juni-Perioden seit dem Niederschlagsmessbeginn im Jahr 1856 einreihen”, zog er eine erste Bilanz. Die Niederschlagsmenge für Mai und Juni 2017 könnte zum Monatsende 40 Prozent unter dem vieljährigen Mittel liegen. Die bisher trockensten Mai-Juni-Perioden der Messgeschichte waren in den Jahren 1917 (-56 Prozent Niederschlag), 1950 (-50 Prozent), 1868 (-49 Prozent), 1992 (-36 Prozent).

Juni 2017 einer der Wärmsten in der Messgeschichte

Ein Ende der Hitzewelle ist derzeit noch nicht in Sicht. Zumindest bis Mitte nächster Woche bleibt uns das hochsommerliche Wetter mit Hitze, Sonne und Gewittern auf jeden Fall erhalten. Die Höchsttemperaturen liegen in den nächsten Tagen verbreitet um 30 Grad, mit Spitzenwerten um 36 Grad.

Die derzeitige Hitzewelle wird auch dafür sorgen, dass sich der Juni 2017 unter die wärmsten Junimonaten der 250-jährigen Temperatur-Messgeschichte in Österreich einreiht. “Ein Platz unter den drei wärmsten Junimonaten ist sehr realistisch”, sagte Orlik, “der Juni liegt momentan 2,5 Grad über dem vieljährigen Mittel. Berücksichtigt man die Prognosen für die nächsten Tage, könnte der Juni 2017 in der Endbilanz 3,7 Grad über dem Mittel liegen. Die bisher wärmsten Junimonat der Messgeschichte sind der Juni 2003 mit 4,1 Grad über dem Mittel, der Juni 1811 mit 3,1 Grad über dem Mittel und der Juni 2002 mit 2,3 Grad über dem Mittel.

So funktionieren die Hitzeschutzpläne

Bereits letzte Woche wurden von der ZAMG im Rahmen der Hitzeschutzpläne zahlreiche Behörden über die bevorstehende Hitzewelle informiert. Vor Hitzewellen werden regionale Warnungen an Einrichtungen wie Krankenhäuser und Altersheime, sowie Freiwilligen- und Blaulichtorganisationen verschickt. So kann in der Planung und in der Betreuung der Patientinnen und Patienten rechtzeitig reagiert werden.

Als Grundlage für die Hitzewarnungen dienen hochauflösende Wettervorhersagemodelle der ZAMG auf einem 1×1 Kilometer Raster, die einen speziellen Hitzeindex auf sehr regionaler Basis berechnen. Wie sich Hitze auf den menschlichen Organismus auswirkt, hängt neben der Temperatur auch von Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung

(APA/SALZBURG24)

Leserreporter
Feedback


11Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel