E-Revolution aus dem Pinzgau: “enjoy”, ein Auto aus dem 3D-Drucker

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Der "enjoy" wurde am Freitag im Pinzgau vorgestellt.
Der "enjoy" wurde am Freitag im Pinzgau vorgestellt. - © GFB
Der Pinzgauer Wirtschaftsberater Roman Haslauer gilt als heimischer Pionier in Sachen Elektromobilität. Nachdem er im heurigen Frühsommer die weltweit erste freie Solarroute in Salzburg vorgestellt hat, folgte nun sein nächster Streich. Der 62-Jährige hat mithilfe eines 3D-Druckers ein revolutionäres E-Auto hergestellt, das bald auf den Markt kommen soll.

Salzburg ist flächendeckend mit einer Solarroute abgedeckt. Die Strecke beinhaltet auf rund 600 Kilometern über 30 Ladestationen, die den Lenkern von Elektrofahrzeugen oder Hybridautos kostenlos zur Verfügung stehen. Initiiert hat das Projekt der Wirtschaftsberater Roman Haslauer.  “Die Industrie ist viel zu langsam und viel zu träge. Sie wird erst dann handeln, wenn sie unter existenziellen Druck kommt, also wenn die Strafen zu groß werden. Die Innovationen kommen de facto aus kleineren Einheiten, wie man sieht”, so der Visionär Ende August im Sonntags-Talk mit SALZBURG24. Bereits im Zuge dessen hatte er ein “ein kleines zukunftsweisendes Fahrzeug” angekündigt. Sein Ziel war, ein eigenes Gefährt mit eigenen Bauteilen in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben zu entwickeln.

80 Prozent weniger Einzelteile als bei herkömmlichen Autos

Es gehe in Zukunft nicht darum, einen herkömmlichen Motor durch einen e-Motor, einen Tank durch eine Batterie zu ersetzen – sondern Mobilität völlig neu zu denken, ist er überzeugt. So wundert es auch nicht, dass Haslauers “enjoy” auf den ersten Blick recht wenig an ein typisches Auto erinnert. Der Innenraum ist eher minimalistisch, aber hochwertig gehalten. So bestehen die vier Sitze aus heimischem Holz und sind mit Hirschleder überzogen. Dabei war es Haslauer wichtig, dass ein Großteil der verwendeten Materialien von der Natur abgebaut werden kann.

Generell braucht es für das Gefährt circa 80 Prozent weniger an Einzelteilen als bei handelsüblichen Autos. Der Prototyp wiegt 800 Kilogramm. Das Gewicht soll bis zum Start der Kleinserien-Produktion noch nahezu halbiert werden. Dazu kommen dann noch 150 Kilogramm für die Batterie.

“enjoy”: Funktionaler 3D-Druck statt Blech-Verkleidung

Die Außenhülle des “enjoy” kommt aus einem 3D-Drucker. Auch hier ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Durch einen Solarlack soll es künftig möglich sein, während das Fahrzeug steht oder fährt, Strom zu erzeugen und damit den eigenen Energiebedarf abzudecken.

An die neueste Technologie ist auch der Startmechanismus angepasst: Einen Schlüssel gibt es für die Pinzgauer E-Innovation nicht. Dieser wird durch Netzhaut-Scans und Fingerprint ersetzt. Bis zu 25 Personen können für ein Fahrzeug gespeichert werden.

Haslauer will seinen “enjoy” bald auf den Markt bringen – bis zu 100 Stück pro Jahr. Zunächst stehen noch Fahrtests und TÜV-Genehmigungen auf der To-Do-Liste. Die Autos sollen, geht es nach dem Projektbetreiber, aber nicht mehr vom Endverbraucher gekauft, sondern ähnlich zum Medienkonsum gestreamt werden – also nutzen und bezahlen, wenn es wirklich gebraucht wird. Ein eigenes Auto, das mehr steht als fährt, wird so zum Auslaufmodell.

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