Edeka stolpert über Nazi-Symbole

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Edeka stolpert über Nazi-Symbole
© Screenshot/Edeka/Youtube
Nazi-Symbole in der Weihnachtswerbung? Dieser Vorwurf kam rund um den neuen Edeka-Spot auf. Eine Extremismusexpertin will Codes der rechten Szene darin entdeckt haben.

Seit Friedrich Lichtenstein 2014 singend durch den Supermarkt tanzte und alles #Supergeil fand, hat sich die Supermarktkette Edeka einen Ruf für außergewöhnliche Werbungen geschaffen.

#Zeitschenken

Letztes Jahr brachte ein einsamer Opa die Zuseher in der Adventszeit zum Weinen. Der Internethit wurde prompt von Joko und Klaas parodiert. Und auch in diesem Jahr veröffentlichte Edeka einen Weihnachtsspot, diesmal unter dem Motto #Zeitschenken.

Kennzeichen sorgt für Aufregung

“Muss noch dies, muss noch das, muss noch jenes und irgendwas. Muss noch hier, muss noch da, muss noch viel, viel mehr, blablabla.” Sagt die Stimme aus dem Off am Anfang des Clips. Dazu Bilder von geschäftig umher eilenden Erwachsenen. Kekse backen, kochen, Geschenke kaufen. Nur die Kinder sind traurig. Ein Mädchen sitzt auf den schneebedeckten Stufen vor der Tanzschule. Alleine, weil die Eltern sie nicht rechtzeitig abholen konnten. Als das Auto schließlich doch kommt, erscheint das Kennzeichen im Bild, das im Moment für viel Aufregung im Netz sorgt.

Screenshot/Edeka/Youtube Die Buchstaben- und Zahlenkombination seien rechte Symbole, so die Expertin. /Foto: Edeka/Youtube/Screenshot ©

MU – SS 420. Die Buchstaben- und Zahlenfolge erinnert Kritiker an die NS-Zeit. Die Buchstabenfolge darf in Deutschland nicht auf Kennzeichen stehen, denn “SS” steht für die Schutzstaffel von Adolf Hitler.

Weitere fragwürdige Symbole

Die Extremismusexpertin Sabine Bamberger-Stemmann sagt gegenüber dem Manager Magazin: “Da das verboten ist, ist es nicht vertretbar, das in einem Werbespot zu nutzen, auch wenn es sich um ein fiktives Kennzeichen handelt. Die 420 ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende, in rechten Kreisen auch hierzulande gängige Abkürzung für Hitlers Geburtstag am 20. April.”

Auch auf einem zweiten Kennzeichen, dass im Spot vorkommt, sieht die Expertin Hinweise auf rechte Kreise. SO-LL 3849: 84 steht für “Heil Deutschland”, also den achten und vierten Buchstaben im Alphabet. Die Zahlen drei und neun symbolisieren die Buchstaben C und I. Für Bamberger-Stemmann stehen sie für “Christlliche Identität”, in rechten Kreisen bedeutet das im Umkehrschluss Antisemitismus.

Screenshot/Edeka/Youtube Auch in dem zweiten Kennzeichen sieht Bamberger-Stemmann rechtsextreme Codes. /Foto: Edeka/Youtube/Screenshot ©

Codes seien leicht recherchierbar

“Diese rechtsextremen Codes sind leicht im Internet recherchierbar. Werbung für rechtsradikale Produkte und Ideen nutzt die Codes oft. Die Verwendung in einem nicht diesen Kreisen angehörigen Spot ist erschreckend”, stellt Bamberger-Stemman fest.

Missgeschick oder Absicht?

An einen Zufall oder ein Missgeschick von Seiten der verantwortlichen Agentur Jung von Matt/Alster glaubt sie nicht. Dafür seien einfach zu viele rechtsextreme Symbole in dem Spot. Die Agentur selbst hat sich noch nicht zu Wort gemeldet. Gegenüber dem Magazin Horizont meinte ein Sprecher von Edeka jedoch, das es sich dabei um Fantasiekennzeichen handle, das an den Titelsong des Spots angelehnt sei. Deshalb MU-SS.

Die Reaktionen im Netz

Während die einen der Kritik zustimmen, meinen viele, die Kennzeichen würden überinterpretiert. Auf Twitter nehmen es die User mit den Vorwürfen nicht so streng. auf die Kritik folgt die Satire. Hier eine Auswahl der Reaktionen.

 

 

 

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