Ehrenamt bekommt eigene Servicestelle in Salzburg

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Salzburger Ehrenamtliche bekommen nun eine eigene Anlaufstelle. Die “Servicestelle Ehrenamt” soll Auskunft über Versicherung im Einsatz, Steuerfragen oder Förderungen geben. “Die Servicestelle wird die Brücke zu Behörden bilden und Antworten auf die täglichen Fragen gemeinsam mit den Organisationen finden. Manchmal geht es einfach darum, den richtigen Ansprechpartner schnell zu finden”, erklärt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

Beim Land Salzburg wird die “Servicestelle Ehrenamt” in der Landesamtsdirektion eingerichtet. Damit ist diese Stelle ganz oben in der Hierarchie angesiedelt und kann die notwendigen Verbindungen herstellen oder als Lotse den Weg in die einzelnen Bereiche der Landesverwaltung ebnen. “Viele Salzburgerinnen und Salzburger engagieren sich für die Gemeinschaft und bringen sich ehrenamtlich ein. Mit der Schaffung einer Servicestelle wollen wir allen bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit Sicherheit bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben geben”, sagte Landeshauptmann Haslauer weiter.

Idee kam von Ehrenamtlichen selbst

Geboren wurde die Idee auf Anregung der Landesobfrau der Salzburger Heimatvereine, Waltraud Ablinger-Ebner, gemeinsam mit Ehrenlandesrettungskommandant Gerhard Huber: “Allen ehrenamtlich Tätigen, die oft für den Schutz der Bevölkerung Gesundheit und Leben riskieren, soll ein Stück Sicherheit und Schutz gegeben werden.”

Das Aufgabenspektrum der neuen Servicestelle wird beispielsweise die Beratung von Vereinsverantwortlichen in Fragen der Rechtssicherheit, Haftung, Finanz- und Steuerangelegenheiten umfassen. Für jene Organisationen, die durch Ehrenamtliche Aufgaben zum Schutz der Sicherheit der Bevölkerung wahrnehmen, geht es auch um Unterstützung in Fragen des Arbeitszeitgesetzes, Arbeitssicherheitsgesetzes oder des Versicherungsschutzes.

Wertschätzung für ehrenamtliche Tätigkeit steigern

“Jedes Engagement, das die ehrenamtliche Tätigkeiten unterstützt begrüßen wir als Rotes Kreuz mit unseren etwa 4.450 Freiwilligen, die in Stadt und Land Salzburg rund eine Million ehrenamtliche Stunden pro Jahr leisten”, sagte Roberta Thanner, Landes-Freiwilligenkoordinatorin des Roten Kreuzes Salzburg.

Die ehrenamtlichen Organisationen arbeiten in Salzburg auf sehr hohem Niveau. “Wir verwalten nicht nur die Daten unserer rund 2.000 Mitglieder, sondern auch von Förderern, Sponsoren und Personen, die einen Unfall hatten. Für uns aktuell wichtig ist daher die Unterstützung in Fragen des Datenschutzes, vor allem angesichts der anstehenden neuen gesetzlichen Regelungen”, so Christian Schartner, Ortsstellenleiter Hallein der Bergrettung Salzburg.

Servicestelle große Hilfe für kleine Vereine

“Diese Servicestelle wird vor allem für Vereine, die keinen Dachverband haben, eine wertvolle Informationsquelle bei der Bewältigung der täglichen Probleme. Gerade diese kleinen Vereine brauchen einen ‘Kümmerer’, der ihnen hilft, keine Fehler zu machen, vor allem wenn es um Haftungs- oder Finanzierungsfragen geht”, sagt Veronika Scheffer. Sie ist Geschäftsführerin der Zauchensee Liftgesellschaft und zugleich auch Bezirksreferentin des Landesverbandes Salzburg der Österreichischen Turn- und Sportunion und Obfrau des Skiclubs Altenmarkt-Zauchensee.

“Bei Veranstaltungen gibt es immer wieder Probleme mit Haftungsfragen. Die Unsicherheit, was ist, wenn etwas passiert, schreckt viele ab. In der künftigen Zusammenarbeit mit der Servicestelle können wir hier wertvolle und grundlegende Informationen erarbeiten und Sicherheit für unsere Obleute und Vereinsvorstände schaffen”, sagt Hannes Brugger. Er ist Mitglied im Vorstand der Salzburger Heimatvereine, Obmann der Alt Gnigler Krampus Perchten Pass und Veranstalter des Gnigler Krampuslaufs. “Durch die gesellschaftliche Entwicklung ist es inzwischen oft schwierig, ehrenamtliche Verantwortungsträgerinnen und -träger zu finden. Eine Stelle, die Beratung und Hilfe bietet, ist daher nur zu begrüßen”, so Brugger.

“In Einsätzen gehen unsere Mitglieder oft an ihre Leistungsgrenzen. Diese Servicestelle und der neue Beirat sind auch ein notwendiges Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt”, ist Markus Schwab, Ortsfeuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Grödig, überzeugt.

Besetzung noch vor Sommer

Gleichzeitig mit dem Auftrag zur Schaffung der Servicestelle soll ein ehrenamtlich tätiges Beratungsgremium (Beirat) eingerichtet werden. “Dort werden Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ehrenämtern ihre Erfahrungen und Bedürfnisse einbringen können. Die genaue Aufgabenbeschreibung der Servicestelle werden wir gemeinsam mit Vereinen beziehungsweise deren Dachorganisationen definieren. Auch Erfahrungen aus anderen (Bundes-)Ländern sollen dabei berücksichtigt werden”, erläutert Landesamtsdirektor Sebastian Huber.

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