Ein Deutscher in Nigeria getötet

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Außenminister Steinmeier in Nigeria
Außenminister Steinmeier in Nigeria
Unbekannte Bewaffnete haben in Nigeria nach Angaben der Polizei einen Deutschen erschossen und einen zweiten entführt. Ein Sprecher sagte am Montag in Nigeria, die Tat habe sich bereits am Freitag in Sagamu im Teilstaat Ogun im Südwesten des Landes ereignet. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hielt sich indes zu politischen Gesprächen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja auf.


Bei dem Todesopfer handelt es sich nach Informationen des “Wiesbadener Kuriers” um den Mitarbeiter eines Subunternehmens des deutschen Bauunternehmens Julius Berger. Der Entführte sei Mitarbeiter von Berger, habe das Unternehmen auf Anfrage mitgeteilt.

Zwei weitere einheimische Beschäftigte des Unternehmens sollen während des Überfalls verletzt worden sein. Die Mitarbeiter seien in getrennten Fahrzeugen auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz gewesen, als der Überfall erfolgte, berichtete die Zeitung weiter.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Rande seines Besuches in Abuja: “Wir sind natürlich mit dem Unternehmen in Kontakt.” Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan habe die Hilfe der Behörden zugesichert, betonte Steinmeier, ohne Details zu nennen.

Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass die beiden Deutschen in einen Hinterhalt gerieten. Bei den Angreifern handle es sich vermutlich um Kriminelle, die mit Entführungen Lösegelder erpressen wollten.

Mitte Juli war ein deutscher Lehrer im Nordosten Nigerias verschleppt worden. Der Leiter eines örtlichen Berufsbildungszentrums war in dem Ort Gombi im Teilstaat Adamawa von Bewaffneten vor seinem Haus entführt worden. Wer dafür verantwortlich ist, wurde bisher nicht bekannt. Jedoch operieren Islamisten der Terrorgruppe Boko Haram in der Region.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf indes Boko Haram vor, entführte Frauen im Nordosten Nigerias “an der Front” für ihren Kampf gegen die Sicherheitskräfte einzusetzen. Dabei beruft sie sich auf Gespräche mit insgesamt 30 Frauen und Mädchen, die aus der Hand der Islamistengurppe wieder freikamen.

Eine 19-Jährige gab demnach etwa an, dass sie gezwungen worden sei, in der Kampfzone Munition zu verteilen. “Ich lag im Gras, während sie gekämpft haben”, sagte die Frau. Immer wieder seien extremistische Kämpfer zu ihr gekommen, um sich neue Munition zu holen. “Als die Sicherheitskräfte näher rückten und begannen, auf uns zu schießen, hatte ich riesige Angst”, sagte die Frau. Als die Islamisten zurück in ihr Lager geflohen seien, hätten sie die Frau hinter sich her geschleift.

Weiter gab die Frau an, ihr sei aufgetragen worden, in einem Boko-Haram-Camp eines von fünf entführten Mitgliedern einer Bürgerwehr mit einem Messer zu töten. Alle fünf Verschleppten sollten demnach ermordet werden. “Ich habe vor Grauen gezittert und konnte es nicht tun, daraufhin hat die Ehefrau des Anführers in dem Lager das Messer genommen und ihn getötet”, sagte die Frau.

Boko-Haram-Kämpfer hatten im Nordosten Nigerias im April mehr als 200 Mädchen aus einer Schule verschleppt. Einige wenige von ihnen kamen wieder frei, zwölf von ihnen wurden von Human Rights Watch interviewt. In der vergangenen Woche entführte Boko Haram Dutzende weitere Frauen und Mädchen. Am Wochenende wurden erneut etwa 30 Jugendliche, Buben ab 13 und Mädchen ab elf Jahren, verschleppt.

Boko Haram will im Norden Nigerias einen islamischen Gottesstaat errichten. Den Islamisten wird vorgeworfen, immer wieder Menschen zum Einsatz als Kämpfer oder Sklaven zu entführen. Besonderes Aufsehen erregten in der Vergangenheit Vorwürfe, entführte Frauen würden auch als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt. Hierfür liegen jedoch bisher keine Belege vor.

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