Ein “Frühjahrsputz” auch für den Körper

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Viele von uns nutzen die Fastenzeit für ein Umdenken.
Viele von uns nutzen die Fastenzeit für ein Umdenken. - © Bilderbox
Gerade zur Fastenzeit nach jeder Menge zucker- und alkoholreicher Faschingssünden, fasst man häufig den guten Vorsatz, den Körper wieder auf Trab zu bringen. Das ist auf lange Sicht gesehen besonders wichtig, wie Ernährungsexpertin Sabine Koch im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt, denn “mit unserer Lebensweise und unserer Ernährung können wir sehr viel für einen gesunden Körper tun”. 




Dem Körper tut ein sogenannter “Frühjahrsputz” außerordentlich gut, denn bei der Verdauung und Verstoffwechslung der heute üblichen Nahrung entstehen im Laufe des Jahres große Mengen Säuren, Gifte und Stoffwechselendprodukte, deren Entsorgung den Körper überfordern. Ein- bis zweimal jährlich sollte man demnach entsäuern und entschlacken, rät Koch.

Diskussion um die “Schlacken”

Bei dem Begriff Entschlacken scheiden sich zwar die Geister, wie sie erläutert, denn eigentlich ist das ein natürlicher Prozess, für den der Körper keine Nachhilfe braucht. Die sogenannten “Schlacken” sind Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel, die der Körper nicht verwerten kann und über die Nieren und den Darm ausscheidet. Werden diese Abfallprodukte jedoch zu viel, stößt der Körper an seine Grenzen. Die “Schlacken” lagern sich im Bindegewebe ab, immer weniger Nährstoffe erreichen in Folge die Zellen.

Sodbrennen als eine der Folgen von Übersäuerung

Beim Begriff Übersäuerung denkt man zunächst an Sodbrennen. Doch handelt es sich um zwei unterschiedliche Dinge. Da eine Übersäuerung die Ursache der meisten Gesundheitsprobleme darstellt, ist sie auch an der Entstehung von Sodbrennen beteiligt. Sodbrennen ist also lediglich eines der vielen möglichen Symptome einer Übersäuerung. Weitere Anzeichen sind beispielsweise auch anhaltende Müdigkeit, Haarausfall, Schweißfüße oder Kopfschmerzen.

Bei einer Übersäuerung gerät unser fein ausgeklügelter Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht. Die oben angeführten Anzeichen sollten uns eine Warnung sein, so die Ernährungsexpertin. Nicht umsonst gelten heute viele altersbedingte Erkrankungen wie Alzheimer oder Grauer Star als “gegessene Krankheiten”.

Striktes Fasten sollte nur in Abstimmung mit einem Experten durchgeführt werden./Symbolbild Striktes Fasten sollte nur in Abstimmung mit einem Experten durchgeführt werden./Symbolbild ©

Keine strikten Fastenkuren in Eigenregie

Strikte Fastenkuren an sich sollten allerdings nur unter professioneller Anleitung durchgeführt werden. Dennoch kann man auch in Eigenregie seinem Körper etwas Gutes tun. So ist es sinnvoll, seine generelle Ernährungsweise zu hinterfragen. In der Fastenzeit kann hier beispielsweise mit einem Verzicht auf Alkohol, Fleisch und Industriezucker ein Anfang gemacht werden.

Drei Mahlzeiten pro Tag

Der Spruch “Am Morgen wie ein Kaiser, am Mittag wie ein König, am Abend wie ein Bettelmann” macht tatsächlich Sinn. Wichtig ist aber, dass dazwischen nichts gegessen wird: Kein Snack, nichts Süßes, und auch nichts sogenannt Gesundes. Denn der menschliche Körper braucht Hunger, um gesund zu bleiben. Das untermauert etwa eine Studie der Technischen Hochschule Zürich.

Wer Gewicht reduzieren will, sollte diese Regel zudem besonders genau befolgen. Denn wird ständig gegessen, hat der Körper immer etwas zu verarbeiten und ist nie gezwungen an seine Fettreserven zu gehen.

Nach 17 Uhr nichts mehr essen

Diese Regelung hält Sabine Koch nicht unbedingt für alltagstauglich. “Es passt für die meisten einfach nicht ins Familienleben, weil viele länger als bis 17 Uhr arbeiten und erst im Anschluss ein gemeinsames Abendessen genießen.” Und dies sollte keinesfalls ein schlechtes Gewissen hervorrufen. Wichtig ist nur, am Abend Leichtverdauliches zu sich zu nehmen.

Wie Koch erklärt, sollte der Hauptteil unserer Ernährung grundsätzlich aus basischen Lebensmitteln bestehen. Wichtig ist es des Weiteren besonders nährstoffreich zu essen. So nennt die Ernährungsexpertin fünf basenbildende Mineralien als essentiell zur regelmäßigen Entgiftung des Körpers.

  • Kalium wird immer wieder gerne als “Sondereinsatzkommando” des Stoffwechsels bezeichnet. Es fängt Säuren in Zellen und Bindegewebe und fördert die Gesundheit. Ideale Quellen für dieses Mineral sind frisches Obst und Gemüse – insbesondere Hülsenfrüchte, Avocado, Fenchel und Spinat.
  • Magnesium ist unentbehrlich für sämtliche Zellen und besonders für Herz und Leber. Es aktiviert den Stoffwechsel und regt darüber hinaus auch unsere Durchblutung an. Magnesium ist vor allem in grünem Gemüse, in Bananen und Aprikosen enthalten. Bei diesen Zutaten kann man ruhig öfters einmal zugreifen, so die Expertin.
  • Calcium erschwert die Einlagerung von Umweltgiften, besonders von Blei. Außerdem aktiviert es die Entgiftungsprozesse im Körper. Blattgemüse, Sesam, Hülsenfrüchte, Mineralwasser, Milch und Soja sind besonders reich an Calcium.
  • Vitamin C, auch als Ascorbinsäure bekannt, ist an sehr vielen Vorgängen im menschlichen Körper beteiligt. Es ist bei sämtlichen Entgiftungsprozessen beteiligt, die für den Abbau von Giftstoffen verantwortlich sind. Besonders viel Vitamin C steckt in Zitrusfrüchten, Beeren, Spinat, Paprika und Brennnesseln.
  • Zink stimuliert das Enzym Carboanhydrase, das dafür sorgt, dass der Organismus entsäuert wird. Darüber hinaus regt Zink auch die Funktion von Leber und Niere an. Meeresfrüchte, Vollkornprodukte und Hartkäse sind hervorragende Quellen.

Über den Tag verteilt sollte man ausreichend Wasser oder ungezuckerten Kräutertee trinken./Bilderbox Über den Tag verteilt sollte man ausreichend Wasser oder ungezuckerten Kräutertee trinken./Bilderbox ©

Viel Trinken

Wer Unnötiges aus dem Körper lösen möchte, sollte natürlich auch an ausreichend Flüssigkeit denken. Als Faustregel gilt 30 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Bei 75 Kilogramm wären das beispielsweise knapp 2,3 Liter pro Tag. Die Expertin gibt den Tipp: Am Morgen schon mit einem großen Glas Wasser beginnen.

Basenbäder: Entgiften über die Haut

Einen Tipp hat die Expertin noch zum Abschluss parat: Basenbäder können dem Körper helfen, über die Haut zu entgiften und Säure auszuscheiden. Dazu unparfümiertes Basensalz in der Wanne auflösen und etwa eine Stunde lang darin baden. Die Wassertemperatur darf 38 Grad nicht überschreiten. Nach rund 20 Minuten sollte man mit einem Sisalhandschuh, einer Bürste oder einem Duschschwamm die Haut abrubbeln. Die Durchblutung wird dadurch angeregt und abgestorbene Hautschüppchen entfernt. Nach dem Bad sollte man sich nicht abduschen, sondern nur mit einem Handtuch trocknen.

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