17. Februar 2012 10:28; Akt.: 17.02.2012 10:28

Ein Kaiserschnitt erhöht das Risiko für eine Erkrankung an Typ 1 Diabetes

Kinder von Diabetiskranken haben nach einem Kaiserschnitt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Kinder von Diabetiskranken haben nach einem Kaiserschnitt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. - © bilderbox
Per Kaiserschnitt entbundene Kinder haben laut einer Studie ein mehr als doppelt so hohes Diabetes-Risiko wie Kinder, die auf natürliche Art zur Welt gekommen sind. Zu diesem Schluss kommen deutsche Forscher in einer im Fachmagazin “Diabetes” publizierten Langzeitstudie.

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Die Wissenschaftler der Technischen Universität München hatten den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entwicklung der Erkrankung bei 1.650 Kindern aus Risikofamilien untersucht. Die Studienteilnehmer wurden von Geburt an durchschnittlich elf Jahre lang beobachtet.

Risiko von 4,8 Prozent

Laut der Studie haben Kinder, deren Mutter oder Vater an Typ 1 Diabetes erkrankt ist und die per Kaiserschnitt geboren wurden, ein Risiko von 4,8 Prozent, bis zum zwölften Lebensjahr an Diabetes zu erkranken. Dagegen liegt das Risiko von Kindern mit familiärer Vorbelastung, die vaginal entbunden wurden, bei 2,2 Prozent.

Das erhöhte Diabetes-Risiko bei Kaiserschnitt trat unabhängig davon auf, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft, Frühgeburt oder um das Erstgeborene handelte. Auch der Geburtsmonat und Rauchen während der Schwangerschaft hatten keinen Einfluss.

Kaiserschnitt wirkt auf Immunsystem

“Eine Erklärung für diese Ergebnisse ist die Tatsache, dass die Entbindung per Kaiserschnitt auf die Beschaffenheit der kindlichen Darmflora und damit auf das Immunsystem einwirkt”, sagte Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler. Das könne dazu führen, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richte.

Unter den Mikroorganismen, die den Darm besiedelten, ließen sich bei Kindern, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen seien, zum Beispiel weniger Bifidobakterien – nützliche Darmbakterien – nachweisen. Somit sei die Darmflora dieser Kinder bereits der gestörten Darmflora von Diabetikern ähnlich, sagte Ziegler.

(APA)



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