3. Juni 2012 02:22; Akt.: 3.06.2012 02:22

Ein schönes „zemma si“ von Mittelschülern und Senioren

Regelmäßig am Donnerstagnachmittag besuchten die Mittelschüler die Heimbewohner. Regelmäßig am Donnerstagnachmittag besuchten die Mittelschüler die Heimbewohner. - © Laurence Feider/Schule
VMS Bergmannstraße ging Partnerschaftsprojekt mit dem Altersheim Höchsterstraße ein.   Dornbirn. Pflegebedürftige Senioren und quirlige Mittelschüler saßen gemeinsam am Tisch und ließen sich ein Eis schmecken.

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Immer wieder stand eines der Mädchen auf und half ganz selbstverständlich einer älteren Dame, die so ihre Mühe mit dem zu schnell schmelzenden Eis hatte. Nach dem kalten Genuss, nahmen die Schüler Bücher aus ihren Taschen und lasen den Senioren ein bisschen daraus vor. Nach rund eineinhalb Stunden war die Geduld auf beiden Seiten langsam aufgebraucht. Die Schüler begleiteten die Heimbewohner noch auf ihre Stationen, bevor sie sich auf den Nachhauseweg machten.

 

Dies war nur eines von vielen Treffen seit November 2011. Im Rahmen ihres Religionsunterrichts, besuchen zwölf Schüler der 3c und 3d der VMS Bergmannstraße mit ihrem Religionslehrer regelmäßig am Donnerstagnachmittag Bewohner des Altersheims in der Höchsterstraße. Initiiert hat das Partnerschaftsprojekt Religionslehrer Michael Lins. „Religion geht hinaus zu den Menschen. Auf Menschen zuzugehen, die Hilfe brauchen, ist für mich wichtiger, als hundertmal in die Kirche rennen – wobei die Gefahr heutzutage eher klein ist“, meint Michael Lins. Sein Motto ist das von Franz von Assisi „Verkündige durch dein Leben überall das Evangelium, und wenn nötig brauche auch Worte dazu“.

 

Beim ersten Treffen im November, wurden die Schüler von der Pflegedienstleiterin Andrea Winder durch das Heim geführt und über den Umgang mit alten Menschen, über Verhaltensregeln, Verschwiegenheitspflicht und Krankheitsbilder geschult. „Am Anfang hatten die Schüler große Hemmschwellen, doch ab dem dritten Treffen wurden sie offener und suchten den Kontakt zu den Heimbewohnern. Das Besondere an diesem Projekt ist die Kontinuität, nur so können beide Seiten einen Nutzen daraus ziehen“, sagt Andrea Winder.

 

Bei ihren Besuchen im Altersheim besuchten die Schüler die Bewohner auf den Stationen, feierten mit ihnen eine kleine Vorweihnachtsfeier, bastelten gemeinsam Bilder und Masken zum Fasching und begleiteten die Senioren zu einem Filmnachmittag im Alterheim. Besonders gut gefielen  Schülern und Heimbewohnern die zwei gemeinsamen Spaziergänge. Heimbewohner die wenig Besuch haben und selten nach draußen kommen, genossen den Ausgang. Die Schüler lernten dafür den Umgang mit Rollstühlen.  Eine „Win-win-Situation“ also für beide Seiten. „Mich freut es wahnsinnig, wie durch dieses Projekt die Generationen zusammen gekommen sind“, resümiert Michael Lins. Anfang Mai fand sogar ein Gegenbesuch statt. Begleitet von Andrea Winder besuchten sechs Heimbewohner die Schüler in der VMS Bergmannstraße und lernten ihren Schulalltag kennen.

 

Umfrage: Wie hat dir das Partnerschaftsprojekt mit dem Altersheim gefallen?

 

Andrea Winder, Pflegedienstleitung

Die Durchmischung von Generationen ist grundsätzlich ein tolles Erlebnis. Nach einer Aufwärmphase hat das Projekt super funktioniert. Für uns haben sich tolle Möglichkeiten ergeben, wie der Spaziergang mit den Bewohnern. Ein solcher Ausgang ist aus personellen Gründen sonst gar nicht möglich. Auch für die Schüler war es ein wertvoller Prozess, solche Kooperationen sollte es öfter geben.

 

Laura Feuerstein, 13 Jahre

Dank des Projektes haben wir gelernt, wie man mit alten Leuten umgeht und wie man zum Beispiel mit einem Rollstuhl fährt. Am Anfang war es ein bisschen schwierig, weil wir nicht recht wußten wie mit den teils schwerbehinderten Menschen umgehen. Mit der Zeit wurde es einfacher und wir hatten es fein und ab und zu auch ganz lustig. Am tollsten fand ich die gemeinsamen Spaziergänge.

 

Michael Hübler, 13 Jahre.

Es war toll, neue Bindungen zu den alten Menschen zu schaffen. Ich denke, ein solches soziales Projekt ist viel sinnvoller als nur theoretischer Religionsunterricht in der Schule. Mir ist es von Anfang an leicht gefallen, da sich die Heimbewohner sehr über unsere Besuche gefreut haben. Das ganze Projekt habe ich als sehr positiv und wertvoll erlebt, es sollten andere Schulen auch solche Projekte machen.

 

Jana Stasny, 13 Jahre.

Es war eine coole Erfahrung. Ich besuchte immer Bewohner der Erinnerungsgruppe. Ich hatte befürchtet, die alten Menschen seien langweilig, doch manche sind ziemlich cool. Ich habe gelernt, keine Berührungsängste zu haben und habe auch viel über Senioren und ihr Empfinden gelernt. Für mich persönlich hat das Projekt auf jeden Fall viel gebracht und ich bin froh dabei gewesen zu sein.

 

Martina Gosch, 13 Jahre.

Das Partnerschaftsprojekt mit dem Altersheim finde ich echt gut, so was machen nicht alle Klassen. Mir hat es viel Spaß gemacht. Alte Leute sind eigentlich witzig, viel freundlicher als viele junge Menschen und wissen auch viel mehr. Am besten hat mir das Treffen im Advent gefallen, als wir gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und den Bewohnern Kekse mitgebracht haben.

 

Michelle Hämmerle, 13 Jahre.

Das Projekt ist eine gute Idee und tolle Abwechslung zum Unterricht. Ich habe erfahren, was alte Menschen so machen, wie sie sich fühlen und wie sie denken. Am Anfang habe ich mich immer möglichst weit weg von ihnen gehockt, doch dann wurde ich offener. Am meisten Spaß hatten wir bei den Spaziergängen. Für die Menschen im Heim ist es wichtig, ab und zu hinauszukommen.



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