Einbrüche in mehreren Bundesländern: Banden ausgeforscht

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Diebesgut im Wert von mehr als 125.000 Euro erbeutet
Diebesgut im Wert von mehr als 125.000 Euro erbeutet - © APA (dpa)
Die Polizei hat 14 Männer aus Georgien ausgeforscht, die 25 Haus- und Wohnungseinbrüche in NÖ, Wien, Tirol und der Steiermark verübt haben sollen. Erbeutet wurde Diebesgut im Wert von über 125.000 Euro. Es handle sich um international agierende Tätergruppen mit “extrem hoher krimineller Energie”, sagte Omar Haijawi-Pirchner, Leiter des Landeskriminalamtes NÖ, in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Die insgesamt fünf überführten Einbrecherbanden mit Mitgliedern im Alter von 20 bis 42 Jahren reisten Polizeiangaben zufolge aus Frankreich, Italien oder Deutschland nach Österreich ein. Sie spionierten laut Gerhard Walli, Leiter des Ermittlungsbereiches Diebstahl, am Vormittag mögliche Tatorte und Fluchtwege aus und begingen die Coups während der Dämmerung. Dazu rissen sie Schlosszylinder ab oder zwängten Fenster oder Terrassentüren auf der Rückseite der Häuser mit einem Schraubenzieher auf, einige Male wurden Terrassentüren mit den Füßen eingetreten. Im Zuge der Festnahmen wurde professionelles Einbruchswerkzeug sichergestellt. Laut Haijawi-Pirchner entstand bei den Straftaten auch großer Sachschaden.

Nach monatelangen Ermittlungen erfolgte die bisher letzte Festnahme am 14. September nahe Horn, ein Verdächtiger leistete dabei laut Polizei “massiven Widerstand”. Nach drei Wohnungseinbrüchen in der Bezirksstadt, bei denen u.a. Schmuck, Bargeld, Zigaretten und Münzen im Gesamtwert von 50.000 Euro gestohlen wurden, flüchteten die Verdächtigen in einem Fahrzeug mit französischem Kennzeichen. Als die Polizei ihnen mit einem zivilen Einsatzfahrzeug den Weg beim Ausparken blockierte, rammte der Lenker mit dem Fluchtauto den Wagen. Beide Pkw wurden stark beschädigt.

In der Folge rasten die Einbrecher durch Horn, stellten ihr Auto außerhalb des Stadtgebiets ab und flüchteten zu Fuß weiter. Die Beamten wollten den Lenker überholen und ihm den Weg absperren, der Mann lief jedoch auf die andere Straßenseite. Trotz Vollbremsung und Auslenkens ließ sich den Angaben zufolge eine Berührung mit dem Dienstauto nicht verhindern, der leicht verletzte Georgier wurde festgenommen. Seine Komplizen wurden im Zuge der Fahndung, an der auch ein Hubschrauber des Innenministeriums und eine Diensthundestreife beteiligt waren, in der Nähe eines Waldes gefasst. Den Männern im Alter von 27, 32 und 33 Jahren wurden auch drei Einbrüche in Wohnungen in Innsbruck Anfang September zugeordnet. Das Trio wurde in die Justizanstalt Krems eingeliefert.

Die Tätergruppen reisten jeweils mit Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Ein Duo wurde am 2. Februar nach einem Wohnhauseinbruch in Laa a.d. Thaya, bei dem es von den Besitzern ertappt worden war, in Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) im Zug geschnappt. Den beiden Männern im Alter von 28 und 31 Jahren wurden auch jeweils ein Einbruch in Wien und im Bezirk Krems-Land zugeordnet. Die Beschuldigten wurden in Korneuburg inhaftiert. Ebenfalls im Februar im Zug bei Wolkersdorf klickten für einen 23-Jährigen nach einem Hauseinbruch in Kreuttal (Bezirk Mistelbach) die Handschellen. Auch er wurde in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert. Seinem 24-jährigen Komplizen gelang bei der Kontrolle die Flucht, gegen ihn besteht eine Festnahmeanordnung.

Ein Trio im Alter von 26, 41 und 42 Jahren wurde Ende April im Bezirk Lilienfeld vorläufig festgenommen. Ebenfalls ausgeforscht wurde ein 33-Jähriger. Die Männer wurden der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Auf das Konto der Verdächtigen sollen Straftaten in den Bezirken Amstetten, Melk, Lilienfeld, St. Pölten und St. Pölten-Land sowie im steirischen Leoben gehen. In die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert wurde ein Einbrechertrio (20, 26 und 32). Polizisten des Landeskriminalamtes (LKA) und Cobra-Beamte nahmen die Georgier am 8. Juni in Kirchberg am Wagram (Bezirk Tulln) fest, als diese nach einem Coup im Gemeindegebiet in einem Pkw flüchteten, nach dem nach einem versuchten Einbruchsdiebstahl am Vortag in Stockerau gefahndet wurde.

Der LKA-Chef berichtete von extrem schwierigen Ermittlungen, da die Tätergruppen via Voice over IP über Whatsapp, Viber und Skype kommunizierten. Dies mache eine Überwachung aufgrund der geltenden Rechtslage nicht möglich, erklärte Haijawi-Pirchner. Auch nachträglich könnten Daten zur Aufklärung von Straftaten nicht ausgewertet werden, hieß es. Hinweise aus der Bevölkerung seien zur Ausforschung von Tätern sehr wichtig, Zeugen sollten nach Wahrnehmungen “umgehend die Polizei verständigen”, so Haijawi-Pirchner.

(APA)

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