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Eine Grippewelle rollt an

Noch sind es hauptsächlich grippale Infekte mit Husten und Schnupfen, die die Vorarlberger plagen. Noch sind es hauptsächlich grippale Infekte mit Husten und Schnupfen, die die Vorarlberger plagen. - © VOL.AT
Bregenz – Impfen zeitigt auch jetzt noch einen Nutzen. Bereitschaft ist allerdings gering.

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Etwas Gutes haben die frostigen Temperaturen: Sie bremsen die ansonsten um diese Zeit umtriebigen Grippeviren. Die lieben nämlich mehr das feucht-kalte Wetter. „Insgesamt ist derzeit eine im Vergleich zu anderen Jahren eher geringe Aktivität zu beobachten“, bestätigt Landessanitätsdirektor Dr. Christian Bernhard. Trotzdem heißt es auf der Hut sein. Besonders, seit in der Schweiz Grippealarm ausgelöst wurde. „Dann geht es in zwei bis drei Wochen auch bei uns los“, hat Bernhard die Erfahrung gemacht. Was aber nicht heißt, dass es für eine Schutzimpfung zu spät ist. Die nütze auch jetzt, sagt der Experte. Die bislang untersuchten Stichproben haben allerdings noch keinen Virusnachweis erbracht. Der Saison entsprechend gebe es vor allem grippale Infekte. Diese Hinweise bezieht Bernhard von einem kleinen Netzwerk von Allgemeinmedizinern, das im Land installiert wurde, um konkretere Daten zur Influenza-Entwicklung zu erhalten.

Nur der Osten betroffen

Ganz untätig sind die Grippeviren aber keineswegs. Neben der Schweiz melden auch andere Länder mehr und mehr Influenza-Patienten. Spanien etwa hat den Epidemie-Schwellenwert bereits überschritten. In Österreich sind die östlichen Bundesländer von vereinzelten Grippefällen betroffen. Zum Westen hin halten sich die Viren noch zurück. Bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse gibt es jedenfalls nicht mehr Krankmeldungen als sonst. Es liege alles im normalen Rahmen, heißt es.

Geringe Impfbereitschaft

Auf Abstand halten kann die Grippeviren ein starkes Immunsystem. Das lässt sich mit einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung erreichen. Wirklichen Schutz bietet laut den Experten hingegen nur die Impfung. „Leute, die sich regelmäßig impfen lassen, verfügen über eine insgesamt bessere Abwehr“, erklärt Apothekerkammerpräsident Mag. Jürgen Rehak. Doch mit der Impfbereitschaft der Vorarlberger ist es nicht weit her. Die Durchimpfungsrate dümpelt unter zehn Prozent. Außerdem stagniert sie seit Langem. Die bevorrateten 15.000 bis 20.000 Impfdosen reichen meist aus. Und auch jetzt „läuft beim Impfstoff wenig“, muss Jürgen Rehak einräumen. Über eine „nicht sehr ausgeprägte Impfmoral“ klagt auch der Landessanitäts­direktor. Besonders vom medizinischen Personal würde sich Christian Bernhard mehr Motivation wünschen. Darüber hinaus ist eine Grippeimpfung für chronisch kranke und ältere Menschen sowie immungeschwächte Kinder angezeigt.

Schonung angeraten

Zwar liegt der optimale Zeitraum für eine Grippeschutzimpfung zwischen Oktober und November. Da es aber nur etwa zwei Wochen dauert, bis ein vollständiger Impfschutz aufgebaut ist, kann eine Impfung auch am Beginn einer Grippewelle sinnvoll sein. Dem Impfstoff wird allgemein eine ausreichende Wirkung attestiert. Er decke die nachgewiesenen Erreger gut ab. Erkrankten rät Bernhard dagegen dringend zur Schonung. Eine nicht auskurierte Grippe kann nämlich aufs Herz schlagen.

Stichwort Influenza

Das Virus wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch durch Händeschütteln, Türklinken, Geldscheine und Ähnliches (Schmier- und Kontaktinfektion) können Grippeviren übertragen werden. Eintrittspforten sind letztendlich die Schleimhäute der Atemwege. Nach erfolgter Infektion zeigen sich innerhalb von ein bis drei Tagen die ersten Beschwerden.



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