Salzburg trifft im Halbfinale auf Zagreb. - © RedBull/Gepa Die Kroaten sind etwas überraschend ins Halbfinale eingezogen, haben zuvor den Grunddurchgangssieger der Erste Bank Eishockey Liga Graz mit 4:2 Siegen aus dem Bewerb geworfen. Vergangenen Sonntag spielfrei, hatten die Bären also Zeit, sich die Red Bulls im TV anzuschauen und sich auf die kommende Serie einzustellen.
Was spricht für Zagreb? Die Kroaten sind daheim eine Macht und werden von bis zu 6.500 Zuschauern unterstützt. Sie sind als Tabellenachter ins Play-Off gegangen und haben als Underdog die favorisierten Steirer vom Sockel gestoßen. Für viele Insider kam das aber gar nicht so überraschend, da Graz eine junge Mannschaft hat, die in Entscheidungssituationen nicht so cool reagieren würde wie im Grunddurchgang, Zagreb hingegen hat einige dieser so genannten Play-Off-Spieler, die mit solchen Situationen umgehen können. Psychologisch befinden sich die Kroaten nach der erfolgreichen Viertelfinalserie in einem Hoch, was sich natürlich positiv auf die weiteren Spiele auswirken könnte.
Was spricht für die Red Bulls? Die Mannschaft von Head Coach Pierre Pagé ist ausgewogen, alle vier Linien können punkten. Sie haben heuer schon zwei internationale Turniere gewonnen, können sich in den entscheidenden Momenten aufs Wesentliche konzentrieren. Dass sie Play-Off spielen können, hat die eben erst entschiedene Viertelfinalserie gegen den KAC gezeigt. Im Grunddurchgang haben die Red Bulls fünfmal gegen Zagreb gewonnen (siehe unten), nur einmal setzten sich die Kroaten in der Verlängerung durch. Und die Salzburger haben den ersten Heimvorteil, der trotz der ersten zwei verlorenen Viertelfinal-Heimspiele gegen den KAC immer noch einer bleiben sollte. Wessen Vorteile letztlich mehr wiegen, werden die Mannschaften heute in der Salzburger Eisarena beim ersten Halbfinalduell auf dem Eis zeigen. Die Red Bulls können mit dem gleichen Kader wie gestern antreten; Kelsey Wilson (Knie) und Willi Lanz (out für den Rest der Saison) fehlen verletzungsbedingt, Matthias Trattnig sitzt sein sechstes von zehn gesperrten Spielen ab. Heute war kurzes Eistraining und Regeneration angesagt, um morgen möglichst fit und mit aufgefüllten Energietanks in die Begegnung zu starten. Wer die Red Bulls gesehen hat, etwa wie sich in die gegnerischen Schüsse geworfen haben, der hat keinen Zweifel, dass sie auch das Halbfinale gewinnen möchten. Wie Daniel Welser nach dem Spiel sagte: “Diese Schmerzen spürt man nicht. Was wirklich weh tut, sind Niederlagen!. Und das wollen sich die Red Bulls auch in der Halbfinaleserie gegen Zagreb möglichst ersparen.
Eishockey-Bundesliga, 1. Halbfinalspiel: EC Red Bull Salzburg – KHL Medvescak Zagreb Dienstag, 09. März 2010; Salzburger Eisarena, 19:15 Uhr.