Elefanten: Verwandtschaftsverhältnisse anders als bisher angenommen

Akt.:
Der europäische Waldelefant scheint doch mehr mit seinen afrikanischen, als seinen asiatischen Artgenossen verwandt zu sein.
Der europäische Waldelefant scheint doch mehr mit seinen afrikanischen, als seinen asiatischen Artgenossen verwandt zu sein. - © SIMON MAINA /AFP
Einst spazierten große Elefanten nicht nur durch Asien und Afrika, sondern auch Europa. Obwohl die Europäischen Waldelefanten mit vier Metern Schulterhöhe zu den größten davon zählten, ist der kleine Afrikanische Waldelefant ihr nächster, noch lebender Verwandter und nicht wie geglaubt der Asiatische Elefant.

Dies berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachmagazin “eLife”.

240.000 Jahre alte Elefanten-DNA

Die Forscher um Michael Hofreiter von der Universität Potsdam (und Matthias Meyer vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig) konnten Erbgut (DNA) von vier Fossilfunden des Europäischen Waldelefanten gewinnen und sequenzieren. Die älteste der Proben ist 240.000 Jahre alt und stammt von einer Fundstelle in Deutschland (Weimar-Ehringsdorf), wo man auch Überreste der Neandertaler entdeckt hatte. Die übrigen drei Waldelefantenknochenfunde (Fundstelle Neumark-Nord, Deutschland) werden auf 120.000 Jahre geschätzt.

Europäische Elefanten haben Verwandte in Afrika

Sie verglichen die Erbgutsequenzen aus diesen Fossilien mit jenen von Mammuts und heute lebenden Rüsseltieren, also Asiatischen Elefanten, Afrikanischen Savannenelefanten und Afrikanischen Waldelefanten. Es zeigte sich, dass die vor 100.000 Jahren ausgestorbenen Europäischen Waldelefanten am meisten mit ihren Namensvettern aus Afrika gemeinsam haben.

Stammbaum der Elefanten muss neu gemacht werden

Bisher wurden sie als nahe Verwandte der Asiatischen Elefanten eingestuft und manchmal sogar in die gleiche Gattung gestellt. Diese Einordnung beruhte allerdings lediglich auf dem Vergleich der Knochenformen und -größe. Der Stammbaum der Elefanten müsse anhand der neuen Erbgut-Daten nun ein wenig anders gezeichnet werden, erklärte Mitautor Kurt Alt vom Zentrum für Natur- und Kulturgeschichte der Privatuniversität Krems gegenüber der APA.

(APA)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- GIS-Mitarbeiter mit Eintragung... +++ - Selbstfahrendes Postauto: Pake... +++ - Zoo Salzburg: Jaguar-Weibchen ... +++ - Liste Pilz berät über Antritt ... +++ - Erster Schnee auf rund 1.000 M... +++ - Hallwang hat neue Volksschule +++ - Kind in Hellbrunner Straße sch... +++ - Reihe an Einbrüchen am Wochene... +++ - Chaosfahrt in Straßwalchen: 43... +++ - Unbekannte räumen Spirituosen-... +++ - Innenstadt: Männer gehen auf P... +++ - Wetter: Auf trüb folgt mild un... +++ - Traktorabstürze: Worin liegen ... +++ - Salzburger Altstadt: Trail-Run... +++ - Seekirchen: 56-Jähriger flücht... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen